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Wellness, Sport und tägliche Rasur: Dauerstress für den Intimbereich

STEYR. Wellness, Sport und Fitness sind wesentliche Bestandteile unserer heutigen Gesellschaft. Doch für den Intimbereich der Sport und Wellness-Freaks kann die dazugehörige Hygiene zum ...

Dauerstress werden. Schmerzen und Krankheiten sind die Folge – Gynäkolog/-innen klären auf. Gerade in der kälteren Jahreszeit haben ausgedehnte Bäder – vor allem bei Frauen – Hochsaison. Zu ausgiebiges Baden kann jedoch zur „Schaumbad-Zystitis“, einer schmerzhaften und langwierigen Blasenentzündung, führen.

Generell bedeutet übertriebene Hygiene Dauerstress für das sensible Organ Haut. „Tägliches Duschen mit aggressiven Seifen und die Verwendung von Intimsprays zerstören den Schutzmantel der Haut und reizen die Schleimhäute im Genital- und Analbereich.

Bakterien haben so leichtes Spiel und lösen beispielsweise Harnwegsinfekte aus“, erklärt Univ.-Prof. Prim. DDr. Hermann Enzelsberger, Leiter der Abteilung für Gynäkologie und Geburtshilfe am LHK Steyr. Daher ist es wichtig, auf schonende und PH-neutrale Produkte zu setzen und nicht zusätzlich noch irritierende Intimsprays oder Ähnliches zu verwenden.

Gefahrenquelle Intimrasur
Unterschätzt werden auch die Gefahren der Intimrasur. „Sie wirkt optisch vielleicht hygienischer, doch die Rasur führt zu kleinsten Verletzungen der Haut. Solche Mikroläsionen dienen vielen Viren und Bakterien als Eintrittspforten in den Körper. In der Folge kommt es etwa sehr viel leichter zu Infektionen mit Herpes-Viren oder Humanen Papillomaviren (HPV) – von denen letztere unter anderem die unangenehmen Feigwarzen oder sogar Krebs verursachen können", so Prim. Enzelsberger.

Wer dennoch nicht auf die Intimrasur verzichten möchte, sollte darauf achten, sehr gute Rasierer und schonenden, hochwertigen Rasierschaum zu verwenden.

„Jogger-Phimose“ durch falsche Sportbekleidung
Seine Kollegin OÄ Dr. Christine Schatz, Fachärztin für Gynäkologie am LKH Steyr, warnt hingegen vor einer anderen Gefahrenquelle für den Intimbereich: Falsche Sportbekleidung. Nylonmaterialien reiben stärker auf der Haut – das kann zu Entzündungen und Schwellungen führen.

Bei Frauen sehr schmerzhaft, bei Männern kann es sogar zur „Joggerphimose“ führen: „Das heißt die Vorhaut des Mannes kann sich entzünden, anschwellen und die Eichel durch Narbenbildung verengen. Vermeidbar ist dieses Krankheitsbild, indem etwa statt Nylonwäsche Baumwoll-Bekleidung verwendet wird“, erläutert die Expertin.

 

OÄ Dr. Christine Schatzh:

 

Univ.-Prof. Prim. DDr. Hermann Enzelsberger: