24 .10. 2017 um 02:13 Uhr

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Verschwiegenes Leiden Gebärmuttervorfall: Gerade Bäuerinnen häufig betroffen

STEYR. Eine Gebärmuttersenkung oder gar -vorfall ist ein Leiden, über das keine Frau gerne spricht – und schon gar nicht jene, die es am häufigsten betrifft, weil jammern nicht ihre Sache ist: Bäuerinnen ...

Dabei kann die Erkrankung gut behandelt und damit die Lebensqualität wieder enorm erhöht werden. Vom Vermeiden schmerzhafter Infektionen und Verstopfungen ganz abgesehen. Bei der Senkung der Gebärmutter – bis hin zum Gebärmuttervorfall – verlagert sich die Gebärmutter ganz oder teilweise vor den Scheideneingang. Der Grund: Der Beckenboden kann das Gewebe nicht mehr in der vorbestimmten Lage halten. Auslöser für diese Entwicklung sind Faktoren, die – auch statistisch gesehen – gerade auf Frauen in der Landwirtschaft zutreffen: Andauernde schwere körperliche Arbeit in Verbindung mit mehreren Schwangerschaften. Kommen dann noch Bindegewebsschwäche, ein hohes Geburtsgewicht der Kinder sowie Asthma oder chronische Bronchitis dazu, ist die Senkung des Uterus quasi vorprogrammiert. Schlagend wird die Erkrankung meist in oder nach den Wechseljahren – wenn Gewebe und Bänder erschlaffen. Erste Anzeichen können etwa ein Fremdkörpergefühl im Scheidenbereich, verbunden mit einem Schwere- und Druckgefühl, sein. Auch ziehende Unterbauchschmerzen, wiederkehrende Harnwegsinfekte sowie Verstopfungen können durch eine Gebärmuttersenkung ausgelöst werden. Spätestens dann, wenn sich das Gewebe vor den Scheideneingang wölbt, ist es jedoch allerhöchste Zeit für den Arztbesuch. Wird keine Diagnose erstellt, drohen Geschwüre und andauernde Infektionen im Genitalbereich sowie massive Hygienebeschwerden.

Ärztliche Abklärung unumgänglich

Der Arzt bzw. die Ärztin klärt sowohl die Art als auch die Schwere der Beschwerden. Außer der Gebärmutter kann nämlich auch eine Scheidensenkung oder ein Scheidenvorfall vorliegen. Davon spricht man, wenn entweder Blase oder Enddarm derart auf die Scheidenwand drücken, dass Gewebe aus der Scheide vortritt. Bei letzterem kann es sogar zu einem Darmverschluss kommen. Bei rechtzeitiger Diagnose sind die Möglichkeiten zur Abhilfe hingegen vielfältig: „Liegt nur eine Senkung vor, können wir mit konservativen Therapien – wie Physiotherapie, Elektro-Stimulationstheorie sowie Pessar-Therapie – sehr gut helfen“, erklärt Univ.-Prof. Prim. DDr. Hermann Enzelsberger, Leiter der Abteilung für Frauenheilkunde am Landes-Krankenhaus Steyr, der auch das zertifizierte Inkontinenz- und Beckenbodenzentrum am Steyrer Spital koordiniert. Hier haben sich Expert/innen aus der Gynäkologie, der Urologie, der Chirurgie, der physikalischen Therapie, Radiologie und Neurologie zusammengetan. Betroffene finden hier eine vertrauensvolle Anlaufstelle sowie umfassende und moderne Diagnostik und Therapie bei beispielsweise ungewolltem Harnverlust, Verdauungsstörungen, Blasenentleerungsstörungen, ungewolltem Stuhlabgang, Erkrankungen des Afters oder auch bei Unterbauchschmerzen sowie Schmerzen beim Geschlechtsverkehr. „Erst bei komplexeren Fällen wird operiert“, ergänzt der Gynäkologe. „Je nach Art, Schwere und Alter des Vorfalls wird die passende OP-Methode gewählt. Wir bieten alle derzeit gängigen Senkungsoperationen an – vordere und hintere Plastik mit Eigengewebe, sakrospinale Fixation nach Amreich-Richter, sowie ein sehr breites Spektrum der Senkungsoperationen mit Fremdgewebe (Netze). Manche Eingriffe können auch minimalinvasiv, also per Bauchspiegelung, erfolgen und es kann auch gebärmuttererhaltend operiert werden.“

Vermeiden lautet die Devise

Ein bewusster Umgang mit der Thematik kann langwierigen Therapien oder Operationen vorbeugen. „Auch wenn es nicht immer leicht umzusetzen ist, sollte gerade in Berufen mit schwerer körperlicher Arbeit, wie in der Landwirtschaft, vor der Geburt aber vor allem auch nach der Geburt körperliche Schonung ernst genommen werden“, so die erfahrene Physiotherapeutin Elisabeth Wöls vom LKH Steyr, die ebenfalls im zertifizierten Beckenbodenzentrum mitarbeitet. Sie empfiehlt, sich vor allem nach schweren Geburten, auch Zeit für eine Beckenboden- Therapie zu nehmen. Darüber hinaus hilft ein aktives Liebesleben dabei, den Beckenboden fit zu halten!


Schonung vor und nach der Geburt sowie gezielte Becken-Therapie, das empfehlen Physiotherapeutin Elisabeth Wöls und Univ.-Prof. Prim. DDr. Hermann Enzelsberger vom LKH Steyr.    Foto: (c) gespag

 

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