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Noch immer unterschätzt: Übergewicht steigert Krebsrisiko

STEYR. Dass zu viel Körpergewicht der eigenen Gesundheit nicht zuträglich ist, steht außer Frage. Doch nicht nur das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen und Diabetes kann sich aufgrund der zusätzlichen Kilos ...

erhöhen, auch das Risiko an Krebs zu erkranken steigt mit zunehmendem Körperfettanteil.

Schätzungen zufolge sind heute bis zu 50 Prozent der Männer und 35 Prozent der Frauen übergewichtig. Das heißt, sie weisen einen Body-Mass-Index (BMI) zwischen 25 und 29,9 (übergewichtig) oder über 30 (schwer übergewichtig/adipös) auf. Zahlreiche internationale Studien stellen nun Fettleibigkeit mit einem gehäuften Auftreten von Krebserkrankungen in Verbindung.

Betroffene Krebsarten

Dabei zeigt sich, dass das Risiko für die Entwicklung von Darmkrebs ab einem BMI von 28,5 deutlich ansteigt – der Dickdarm ist hierbei übrigens oft häufiger betroffen als der Mastdarm. Verglichen mit normalgewichtigen Frauen, gehen übergewichtige Frauen nach ihrer Menopause ein 40 Prozent höheres Risiko ein, an einem Mammakarzinom (Brustkrebs) zu erkranken. Aber auch das Gebärmutter- und das Nierenzell-Karzinom weisen eine Verbindung zwischen einem erhöhtem BMI und einer Krebserkrankung auf: Eine von der WHO initiierte Studie zeigt, dass in Europa 40 Prozent der Uterus- und etwa 25 Prozent der Nierenzell-Karzinome sowie je 10 Prozent der Brust- und Darmkrebsanfälle bei einem BMI unter 25 vermeidbar wären“, erklären die Experten Primar Dr. Johannes Andel, MPH (Abteilungsleiter der Inneren Medizin II sowie Leiter des trägerübergreifenden Tumorzentrums gespag-Elisabethinen) und Primar Christoph Ausch (Leiter der Chirurgie am LKH Steyr und am LKH Kirchdorf).

Zusammenhang: Übergewicht und Krebs

Ohne regelmäßige körperliche Betätigung stellt eine erhöhte Energiezufuhr ein nicht zu unterschätzendes Risiko für die Entstehung bösartiger Tumore dar. Veränderungen im Stoffwechsel lösen einen chronischen-entzündlichen Prozess aus und es kommt zur Freisetzung von Botenstoffen, die die Krebsentstehung begünstigen. Um dies zu verhindern, sollte man daher schon früh an seine Gesundheit denken, um Adipositas – und in weiterer Folge, dem Krebs – keine Chance zu lassen. Für körperliche Aktivität und eine ausgewogene Ernährung, die das Erkrankungsrisiko sinken lässt, ist es schließlich nie zu spät.

Fotos: (c) gespag


Prim. Dr. Johannes Andel MPH Onkologe und Leiter der Abt. für Innere Medizin II und Priv.-Doz. Prim. Dr. Christoph Ausch, Leiter der Chirurgie am LKH Steyr u. Kirchorf

 

 

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