STEYR. Es beginnt ganz harmlos: Nach dem Aufstehen schmerzen Knie oder Hüfte und es dauert einige Minuten, bis man sich wieder normal bewegen kann. Gelenke verschleißen mit der Zeit, eine Altersarthrose kündigt sich an ...

Wer früh genug gegensteuert, kann den Fortschritt der Beschwerden verlangsamen und sich so Lebensqualität erhalten.

Die Zauberformel lautet: mäßige, richtige Bewegung. „Bei den Anfangssymptomen handelt es sich um Anlauf-, Belastungs- und Ermüdungsschmerzen“, konkretisiert Prim. Dr. Vinzenz Auersperg, Leiter der Abteilungen für Orthopädie am Klinikum Steyr und Klinikum Kirchdorf. „Mit den Jahren nutzen sich die beweglichen Verbindungen zwischen den Knochen ab. Die Knorpelschicht, welche die Gelenkflächen überzieht, wird immer mehr abgerieben und verursacht Schmerzen. Bei den über 60-Jährigen leidet schon jede/r zweite unter Arthrose.“

Um dem Fortschreiten der Krankheit Einhalt zu gebieten, ist Bewegung angesagt. Wer seine Gelenke richtig bewegt, hält sie geschmeidig und tut damit der schützenden Knorpelschicht Gutes. Sich bei Arthroseschmerzen weniger zu bewegen, um die Gelenke zu schonen, wäre also der falsche Weg. Damit wird der Knorpelabrieb nur beschleunigt, weil Knorpelzellen nicht durchblutet sind, sondern deren Stoffwechsel auch mithilfe der Scherkräfte bei der Bewegung aufrechterhalten wird.

„Regelmäßiger Sport und Bewegung stärken die Gelenke und kräftigen zudem die Muskeln, die das Gelenk stützen“, weiß der Orthopäde. Dabei gilt zu beachten, dass bei beginnenden Beschwerden mit einer Ärztin bzw. einem Arzt geklärt werden sollte, ob es bestimmte Übungen gibt, auf die man besser verzichten sollten. Gegebenenfalls empfiehlt sich, mit einer Physiotherapeutin/einem Physiotherapeuten gezielt Übungen zu erarbeiten, die bei den Beschwerden helfen.

Aktiv Gymnastik in der Gruppe betreiben
Gymnastik in der Gruppe, wie sie vielerorts angeboten wird, hat viele Vorteile: Professionelle ÜbungsleiterInnen unterstützen AnfängerInnen dabei, die Übungen richtig auszuführen. Der feste Termin erleichtert es außerdem, regelmäßig zu trainieren, beispielsweise jeden Tag zur selben Zeit. Zudem gibt es Kurse mit spezieller SeniorInnengymnastik, die sich üblicherweise an Menschen ab dem 60. Lebensjahr richten. Die Übungen hier nehmen Rücksicht auf mögliche Alterseinschränkungen der TeilnehmerInnen.

Die Vorgabe ist dabei immer: bewegen und stärken, ohne wesentlich zu belasten. Deshalb ist es auch wichtig, das kranke Gelenk im Alltag zu unterstützen – etwa durch geeignete Hilfsmittel, die bestimmte Handgriffe erleichtern, und durch passendes Schuhwerk, das schädliche Stöße dämpft. Und natürlich hilft es auch, das Gewicht zu reduzieren, sollte man zu viele Kilos auf die Waage bringen. Auch das entlastet die Gelenke. Die gewohnten Hausmittel sind ebenfalls erlaubt, beispielsweise morgens und abends Topfenwickel und danach Einreibungen mit schmerzlindernden Salben. Und für den Notfall ein Schmerzmedikament in der Tasche zu haben, hilft in schmerzgeplagten Situationen wieder heimzukommen.