STEYR. Rote Augen sind im Sommer keine Seltenheit. In der warmen Jahreszeit sind die Augen deutlich mehr Reizungen ausgesetzt. Die Auslöser sind vielfältig: Sonne, Staub, Wind und Wasser etwa schädigen die sensible Bindehaut der Augen ...

Wie man Augenproblemen vorbeugt und gereizte Augen behandelt, weiß Primar Dr. Felix Buder vom Klinikum Steyr.

Eine Bindehautentzündung entsteht, wenn die Bindehaut austrocknet oder ein Fremdkörper in das Auge gelangt. Viele Faktoren können im Sommer diese unangenehme Reizung verursachen. Menschen mit hellen Augen sind ebenso gefährdet wie Kinder, da bei ihnen die Pigmentierung der Haut noch nicht abgeschlossen ist. Menschen mit dunklen Augen sind seltener betroffen, doch generell gilt: Das empfindliche Sehorgan sollte bestmöglich geschützt werden, um langfristigen Schäden wie grauem Star oder Altersblindheit vorzubeugen.

Warum das Auge so empfindlich ist
Gelangt ein Fremdkörper in das Auge und kommt in Kontakt mit dem Tränenfilm, können Keime eindringen, die die natürliche Mikroflora aus dem Gleichgewicht bringen. Kleinste Staubpartikel reizen die Bindehaut, die Augen röten sich und jucken. Beim Baden und Schwimmen gelangt leicht Wasser in die Augen, die Tränenflüssigkeit wird verdünnt und die Abwehrkraft geschwächt.

Cabriofahren: Kein Spaß für die Augen
Die erhöhte UV-Strahlung im Sommer setzt besonders den Augen zu. Werden die Augen länger ohne Schutz direkter Sonnenstrahlung ausgesetzt, reagiert die Bindehaut mit einem Sonnenbrand. Die Augen werden lichtempfindlich, schmerzen und röten sich. Beim Cabriofahren schützt ein Windschott vor Luftzug, eine gute Sonnenbrille ist trotzdem unverzichtbar für die Augen. „Auch an Tagen mit hoher Ozonbelastung oder bei hoher Schadstoffbelastung, sogenanntem Sommersmog, sollte man sich möglichst wenig im Freien aufhalten“, rät Primar Dr. Felix Buder, Leiter der Abteilung für Augenheilkunde und Optometrie am Klinikum Steyr.

Klimaanlage regelmäßig warten
Die gekühlte Luft aus der Klimaanlage trocknet die Augen aus, weil sie den Schleimhäuten Feuchtigkeit entzieht. Klimaanlagen sollten daher regelmäßig gewartet werden, da sie sonst die Luft mit Mikroorganismen verunreinigen, die ebenfalls eine Bindehautentzündung begünstigen. Nicht nur im Sommer hilft bei Computerarbeit häufiges Blinzeln, Tränenflüssigkeit auf der Bindehaut zu verteilen und die Augen zu befeuchten. Ein regelmäßiger Blick in die Ferne gönnt den Augen Abwechslung und Entspannung. Viele TrägerInnen von Kontaktlinsen empfinden eine Brille im Sommer angenehmer für die Augen.

Allergie als Auslöser
Wenn die Augen jucken, kann dies auch ein Zeichen für eine Allergie sein. Häufig entwickelt sich eine Pollenallergie erst im Erwachsenenalter. „Wenig bekannt ist, dass Mascara, Lidschatten und Hautcremes Nickel enthalten können, auf die allergische Menschen mit gereizten Augen reagieren“, informiert Primar Felix Buder.

Schutz und Trost für die Augen
Sonnenbrillen mit hohem UV-Schutz sind im Sommer unentbehrlich für die Augen. Auch beim Sport sollten passende Brillen getragen werden, eine Schwimmbrille zum Beispiel schützt die Augen vor Chlor und Sonnencreme. Sind die Augen bereits gereizt, helfen benetzende Augentropfen mit Hyaluronsäure als Inhaltsstoff. Diese Tropfen sollten konservierungsmittelfrei sein und mehrmals täglich angewendet werden, rät der Augenarzt. Eine Alternative sind Augentropfen mit dem pflanzlichen Inhaltsstoff des Heilkrauts Augentrost.

Diese beruhigen die Augen sanft und sind auch für Daueranwendung geeignet. Kühlende Gel- Brillen und kalte Kompressen lindern ebenfalls die Symptome. Mit Kamillentee sollte man die Augen nicht befeuchten, da Kamille in jeglicher Form die Augen zusätzlich reizt. Tritt binnen zwei Tagen keine Besserung ein, sollte medizinischer Rat eingeholt werden.