STEYR. Schneeschuhwandern erfreut sich einer immer größeren Fangemeinde. Egal welches Alter und welche Kondition – Schneeschuhe anschnallen, Stöcke in die Hand und schon geht’s los in die verschneiten Berge. Die Bewegung an der frischen Luft wirkt ...


positiv auf die Gesundheit, doch die anstrengende Belastung sollte nicht unterschätzt
werden: Der plötzliche Herztod ist eine der häufigsten Todesursachen beim Bergsport.
Schneeschuhwandern ist durch die gleichmäßige Schrittfolge ein optimales Ausdauertraining.
Zudem wirkt das Erlebnis in der unberührten Natur entspannend und gegen Stress. Doch
speziell bei einer Vorerkrankung des Herz-Kreislauf-Systems ist das Risiko eines
Herzstillstandes erhöht. Besonders betroffen sind Männer ab etwa 35 Jahren, mit
zunehmendem Alter steigt die Kurve stark an.

Risikofaktoren erkennen
„Wer an unbehandeltem Bluthochdruck oder einer bestehenden Herzgefäßerkrankung leidet
oder bereits einen Herzinfarkt hatte, ist ebenso gefährdet wie Personen mit Diabetes, einem
hohen Blutcholesterinspiegel oder einem akuten grippalen Infekt“, weiß OA Dr. Werner
Brunhuber aus der Abteilung für Innere Medizin im Pyhrn-Eisenwurzen Klinikum Steyr. Rund
die Hälfte aller Notfälle treten am ersten Tag eines Bergsporturlaubs auf. Zu schnelles
Losgehen am Beginn einer Bergtour oder extreme Witterungsverhältnisse bedeuten eine
große Anstrengung. Kreislaufprobleme, Überlastung und Erschöpfung sind häufige Folgen.


Bergsport erfordert körperliche Fitness
„Grundsätzlich ist Schneeschuhwandern eine gesunde und entschleunigende Aktivität. Wer
jedoch nicht regelmäßig zwei- bis dreimal pro Woche Sport treibt und meint, diesen Mangel
an Bewegung am Wochenende ausgleichen zu können, setzt sich ebenfalls der Gefahr eines
Herz-Kreislauf-Versagens aus. Dabei könnte dieses Risiko durch regelmäßiges Training und
die richtige Einschätzung der persönlichen Fitness und Kondition deutlich minimiert werden“,
informiert der Experte OA Dr. Werner Brunhuber.

Leichte Touren in flachem Gelände sind für wenig sportliche Personen ideal. „Erst wenn sich
die Fitness gesteigert hat, sollten intensivere Ausflüge auf die Berge unternommen werden.
Eine regelmäßige und ausreichende Nahrungs- und Flüssigkeitszufuhr ist dabei enorm
wichtig“, betont OA Dr. Werner Brunhuber.

Touren ausführlich planen
Neben den körperlichen Voraussetzungen gehören Schneeschuhe in der passenden Größe
und Teleskopstöcke zur richtigen Ausstattung. Atmungsaktive Kleidung transportiert Schweiß
nach außen und verhindert, dass der Körper unangenehm auskühlt. Bei einer Bergtour ist
zudem die genaue Routenplanung unter Einbeziehung der aktuellen Schnee- und
Lawinensituation erforderlich. Mit der richtigen Vorbereitung und der passenden Ausrüstung
werden so bis zu 500 Kalorien pro Stunde verbrannt.