STEYR. Nach einer Grippe oder einem grippalen Infekt braucht es ausreichend Ruhe und Erholung, um wieder ganz gesund und fit zu werden. Viele Menschen kurieren sich nach einer überstandenen Erkrankung aber nicht richtig aus und steigen trotz Müdigkeit...


und Schwäche schnell wieder ins Berufs- oder Sportleben ein. Doch das birgt ein hohes
Risiko. Der plötzliche Herztod bestätigt, dass eine Herzmuskelentzündung eine ernst
zu nehmende Krankheit ist – junge und sportliche Menschen sind besonders betroffen.
Bei einer infektiösen Herzmuskelentzündung (Myokarditis) siedeln sich Erreger wie Viren oder
Bakterien am Herzen an und lösen dort eine Entzündung aus. Meist gelangen die Viren infolge
einer Grippe oder einer Atemwegsinfektion in den Körper. Die nicht infektiöse Myokarditis wird
dagegen durch Autoimmunerkrankungen wie Rheuma, eine Chemo- oder Strahlentherapie
oder eine koronare Herzkrankheit verursacht.

Keine Frage des Alters
„Die infektiöse Myokarditis kann in jedem Alter und bei jeder gesundheitlichen Verfassung
vorkommen. Besonders häufig tritt sie bei Kindern und Jugendlichen auf sowie im Alter
zwischen 20 und 50 Jahren“, informiert OA Dr. Martin Schuri, von der Abteilung
Innere Medizin 1 am Pyhrn-Eisenwurzen Klinikum Steyr. Betroffene haben oft keine oder nur
unauffällige Beschwerden. Starke und anhaltende Müdigkeit, Schwäche und Schwindel sind
erste Anzeichen für eine Herzmuskelentzündung. Auch wer an uncharakteristischen
Brustschmerzen oder einem unregelmäßigen Herzschlag leidet, sollte diese Symptome
medizinisch abklären lassen. Im PEK Steyr stehen neben speziellen Laborparametern
auch die Echokardiografie (Untersuchung des Herzens mittels Ultraschall) sowie
die Kardio-Magnetresonanztomographie zur Verfügung.

Grippe schlägt sich auf das Herz
Eine Myokarditis kann schwere Schäden am Herz verursachen, besonders wenn Erkrankte
sich nicht ausreichend schonen oder bereits Vorerkrankungen am Herz bestehen. Die Folgen sind Herzrhythmusstörungen oder eine chronische Herzschwäche.
Beide Erkrankungen können die Lebenserwartung reduzieren. Im schlimmsten Fall kommt es
zu einem plötzlichen Herztod.

Nicht zu früh mit dem Sport beginnen
Die Herzmuskelentzündung wird medikamentös behandelt, viel Ruhe und körperliche
Schonung sind jedoch ebenfalls unbedingt notwendig. Sport- und Ausdauertraining muss in
dieser Phase ebenso vermieden werden wie körperliche Arbeit im Beruf. OA Dr. Martin Schuri
erklärt: „Sportliche Menschen wollen nach einer Erkrankung möglichst schnell wieder mit dem
Training beginnen, weil sie eine lange Pause stark zurückwirft. Aber eine verschleppte oder
nicht richtig auskurierte Grippe darf nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Während
der Erholungsphase – die in der Regel genauso lange dauert wie die Erkrankung – sollten
Patientinnen und Patienten auf jegliche Anstrengung verzichten.“ Bei einer diagnostizierten
Myokarditis sollte sechs Monate lang kein Ausdauersport ausgeübt werden, bis sich die
Herzfunktion wieder komplett erholt hat. Körperliche Aktivität sollte generell nur nach ärztlicher
Absprache erfolgen.

Wie schützt man sich?
„Die beste Prävention gegen eine Herzmuskelentzündung ist die vollständige Ausheilung der
ursächlichen Erkrankung. Bei Grippe oder Fieber hat Bettruhe daher oberste Priorität“,
betont der Experte.