STEYR. Gehen und Laufen sind unsere natürlichen Fortbewegungsformen und Wandern ist ein unverzichtbarer Teil der österreichischen Bewegungskultur. Nordic Walking, Laufen oder Trailrunning erfreuen sich wachsender Beliebtheit, aber speziell das Laufen verkommt mehr ...

und mehr zum leistungsorientierten Massenphänomen und führt häufig zu überlastungsbedingten Schmerzsymptomen.

Während für es für die meisten Geh- und Laufbegeisterten selbstverständlich ist, dem passenden Schuhwerk große Aufmerksamkeit zu widmen, rückt die Komponente Bewegungsapparat leider oft in den Hintergrund. Wie für jede Sportart gibt es auch für Gehen, Wandern und Laufen eine Mindestanforderung an Beweglichkeit, Koordination und Stabilität. Trainiert wird jedoch meist nur die Ausdauer.

Wollt ihr sicher gehen, ob ihr zumindest für flottes Gehen und Wandern oder gar Laufen körperlich gerüstet seid? Dann empfehlen wir euch mit den folgenden Selbsttests auf Nummer sicher zu gehen.

Zieht eure Schuhe aus, stellt euch aufrecht hin und schaut nach unten auf eure Füße.

Stehen die Füße parallel, d.h. zeigt die zweite Zehe links und rechts geradeaus in Gehrichtung oder steht ein Fuß oder beide Füße nach außen gedreht?

Wenn ihr dann versucht mit den Beinen in paralleler Ausrichtung zu Gehen – fühlt sich das merkwürdig an und kippen eure Knie nach innen in Richtung X-Bein-Stellung? - Wenn ihr zusätzlich beim Gehen die Augen schließt – werdet ihr dann unsicher und braucht Unterstützung? Das sind erste Hinweise auf eine Bewegungseinschränkung in der Hüfte oder im Sprunggelenk oder ein Defizit im Bereich der Stabilität.

2 weitere Tests überprüfen die Dehnfähigkeit in den Hüft- und Sprunggelenken.

  • Legt euch auf den Rücken und zieht mit beiden Händen ein knie so weit als möglich zur Brust.
  • Bleibt das andere Bein dann entspannt liegen oder hebt sich das Knie von der Unterlage ab?

Das ist ein Hinweis auf ein Dehnungsdefizit des Hüftbeugers und hat Einfluss auf eure Schrittlänge.

Die Beweglichkeit der Sprunggelenke prüft ihr mit unserem Beweglichkeitstest aus unserem Video Mobility First – Das Sprunggelenk (Folge 12 - das gesamte Programm). Zwischen Minute eins und zwei wird die Durchführung exakt beschrieben.

Gehen wir nun zu den motorischen Komponenten Koordination und Kraft. Stellt euch auf ein Bein und schließt die Augen.

  • Schafft ihr das, ohne viel zu wackeln und ohne die Hände für die Balance zu gebrauchen?
  • Könnt ihr dabei leicht kognitive Aufgaben lösen und von 30 bis 25 oder von 100 in 13er-Schritten rückwärts zählen?
  • Und Schafft ihr es auch mit offenen Augen auf einem Bein im Zehenstand ruhig stehen zu bleiben?

Zum Abschluss werfen wir noch einen Blick auf die Kraftentwicklung.

  • Könnt ihr auf einer Treppe relativ mühelos 20 einbeinige Wiederholungen in den Zehenstand absolvieren?
  • Und könnt ihr zuguterletzt wenigstens 5 einbeinige Kniebeugen auf jedem Bein problemlos durchführen? Ohne Wackeln und ohne dass das Kniegelenk nach innen ausweicht?

Bei Bewegungseinschränkungen im Hüft- oder Sprunggelenk empfehlen wir euch, zuerst mit den Programmen der Folge 4 (Gesamtprogramm Hüftgelenk) - und Folge 12 (Gesamtprogramm Sprunggelenk) unserer Mobility First Videos zu beginnen. Wer keine Beweglichkeitsdefizite, aber Schwächen im Bereich Koordination oder Kraft festgestellt hat, kann mit den in den kommenden Wochen nachfolgenden Workouts gezielt etwas dagegen tun. Und wer es ganz genau wissen will, kann in unserer Praxis gerne eine Video-Laufbandanalyse kombiniert mit einem Functional Movement Screen vereinbaren. Dann bekommt ihr ein maßgeschneidertes Programm.