STEYR. Na, ihr Liebenden, seid ihr wieder am Start? Habt ihr geliebt und wurdet ihr geliebt? Heute geht’s weiter mit dem Blog rund um Frauen, Männer, Liebe & Sex in der Stadt zwischen Enns und Steyr. Wo waren wir noch gleich? Bei dieser wunderschönen 15-jährigen Rebellin, die nach 30 Jahren wieder meinen Weg kreuzte? Ja genau, los geht’s …

Episode 2 - Der Gefühls-Defibrillator und die Nebenwirkungen – Teil 1

Wie die Geschichte damals in den späten Achtzigern für uns endete, ist euch ja noch bestens in Erinnerung. Falls nicht, dann lest es einfach nochmal kurz HIER nach.

Unsere Wege trennten sich nachdem es ein Jahr zwischen uns geknistert hatte, aber die Flamme aus bekanntem Grund nicht lodern durfte. Sie heiratete Ihren damaligen Freund, doch es hielt nicht. Sie erzählte mir später er wäre möglicherweise zu jung gewesen, fühlte sich eingesperrt und tat sich schwer mit Verantwortung. Ich kann dieser These viel abgewinnen, wenn ich daran zurückdenke, wie ich in meinen 20igern und 30igern gelebt habe, aber dazu später. Tja, sie hatte das Gefühl, dass ihr Langzeitfreund kein sicherer Hafen für sie war und das war zu riskant für sie.

Zettel raus Männer: Frauen brauchen Sicherheit und Verbindlichkeit. Punkt!

Die vermeintliche Liebe ihres Lebens fand sie dann später, baute ein Haus und brachte einen Sohn zur Welt. Gut gemacht Mädchen!

Und was machen junge Männer nach so einer Niederlage? Richtig! Wir stehen auf, klopfen uns den Staub von den Hosen und tun als wäre nichts gewesen. Das Problem ist nur, dass das, veritabler Bullshit ist! Wahr ist, dass wir verletzt wurden, aber es vielen von uns schwer fällt das zuzugeben, geschweige denn es offen zu zeigen. Schwächen gehen garnicht, oder?

Oh, bitte glaubt jetzt nicht dass ich uns Männern nicht auch in diesem Punkt alle Ehre gemacht hätte, denn das habe ich. Runter mit der bitteren Pille, Gefühle in eine Kiste gesperrt, Staub abgeklopft und weiter ging’s. Ende der Achtziger und in den Neunzigern dauerte die „Trauerphase“ junger Männer nach Zurückweisungen im Normalfall bis zum nächsten Vollrausch. Das war durchaus praktisch, denn so konnte man seine (nun ja nicht mehr benötigten) Gefühle einfach während einer Sauftour vom Magen rückwärts ins Klo entsorgen (bestenfalls). Mit etwas Glück wachte „Mann“ am nächsten Morgen neben einer ihm namentlich nicht bekannten, splitternackten Frau auf, um dann das Spiel wieder von vorne beginnen zu lassen. Keine Zielgruppe für Therapeuten ;-).

Wir lebten wie Rockstars
Was folgte war eine sexuell exzessive Zeit, in der ich praktisch alles passieren ließ, was passieren wollte. Autos, Betten, Fußböden, direkt auf der Straße am Ennskai (ja, ich weiß!), Parkbänke, Toiletten, Abstellräume, im „Café Pierrot“ hinter der Bar, im Café „Na Und“ mitten im mehr oder weniger dichten Gedränge und dennoch nahezu unbemerkt (nein, das ist kein Scherz), sucht euch was aus. Wie viele meiner Freunde lebte ich wie ein beschissener Rockstar, nur mit deutlich weniger Kohle.

Leider konnte ich nicht singen, kann ich übrigens bis heute nicht ;-). Als meine Gefühle Mitte der 2000er wieder sesshaft wurden, begann meine Beziehung mit der damaligen Liebe meines Lebens, die 13 Jahre andauern sollte. Fast alle davon waren erfüllend und schön und ich würde keines hergeben wollen oder als verschwendet betrachten. Wie bei vielen, ging auch uns am Ende die Liebe aus und wir trennten uns im Herbst 2018.

Dass es für uns nicht gereicht hat, ist mehr Segen als Fluch. Deine Entscheidung zu gehen fiel Dir nicht leicht und ich werde auf ewig Respekt davor haben. Wir haben es geschafft uns zu trennen und dabei in jedem einzelnen Moment Freunde zu bleiben, bis zum heutigen Tag. Dein neues Glück erfüllt mich mit tiefer Freude und Du wirst auf ewig einen Platz in meinem Herzen haben meine teure Freundin.

Und jetzt liebt und lass euch lieben, habt den Mut eure Herzen zu verschenken und riskiert dabei verletzt zu werden, denn das Leben ist kein scheiß Hollywoodfilm ;-). #loveblog_steyr ist nächsten Sonntag zurück, ab jetzt wirds turbulent ...

#loveblogsteyr geschrieben von Peter Freyka.
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