STEYR. Eines kann ich euch mit Sicherheit sagen ihr Liebenden: frisch verliebt zu sein, war für mich emotional gesehen immer ein Ausnahmezustand. Das Bild, von den Schmetterlingen im Bauch, stimmt tatsächlich. Verliebtheit wirkt auf viele von uns beinahe wie Schwerkraft: sie zieht uns in eine Richtung und sie macht keine Pause ...

Episode 5 - love restart - emotionaler Ausnahmezustand Teil 2

Frühjahr 2019 - wir knüpfen an Teil 2 an, nachdem der Gefühls-Defibrillator gezündet hatte ...

Ich hatte meine Jugendliebe zu einem Vortrag eingeladen, doch sie hatte bereits einen Kurzurlaub geplant und daher keine Zeit. Alles kein Problem Freunde, immer schön cool bleiben. Meine Einladung war kurzfristig und sie hatte ja gesagt, dass sie es für eine gute Idee hielt sich zu treffen. Also - alles bestens. Neuer Versuch sobald Sie vom Urlaub zurück ist, klarer Fall (siehe Lektion 1).

Scheiss Timing
Ich schrieb ihr also erneut, um sie auf einen Kaffee einzuladen und diesmal sollte alles passen. Diesmal kein Freund, diesmal kein Urlaub, diesmal … … … war sie im Krankenstand. Auch kein Problem, da gibt’s immer Möglichkeiten! Höchste Zeit also, um mit dem weißen Pferd vorzureiten um die Frau meiner Träume zu erobern. Ich sattle also den Schimmel und reite vom Hof ...

Chatverlauf:

Ich: Hi, bist‘ grad vom Büro raus?

Sie: Nein, aber seit heute leider krankgeschrieben. Bin schon seit Mittag zuhause

Ich: Shit! Grippe?

Sie: Nein, Entzündung im Handgelenk, aber kann nicht tippen ;-)

Ich: Das hört sich unangenehm an.

Sie: Gibt Schlimmeres. Wird wieder :-)

Ich: Wäre das moralisch vertretbar, wenn Du trotz Krankenstand mit mir einen Kaffee trinken gehst? Kamillentee ginge natürlich auch, der soll ja entzündungshemmend wirken ...

Sie: Lieber nach dem Krankenstand! Wäre das denn für deine Freundin auch moralisch vertretbar?

Ich: Wenn meine Freundin und ich noch zusammen wären, wäre das für mich moralisch nicht vertretbar ;-)

Sie: Oh. Das tut mir leid. Ihr wart aber lange zusammen, oder?

Ich: Länger als die meisten …

Sie: Was ist passiert? Wir kennen uns ja schon lange genug, dass ich das fragen darf... musst eh nicht antworten ...

Ich: Passiert ist eigentlich nix, uns ist einfach die Liebe abhanden gekommen ...

Sie: Sehr schade.

Ich: Ist es, ja …

Sie: Hab‘ mich eh gewundert, dass du mich letzte Woche mitnehmen wolltest.

Ich: Das dachte ich mir schon. Das wär’ ja auch total untypisch für mich, wenn ich mit anderen Frauen ausgehen würde. Es war ein langer Winter und ich war auch stellenweise nicht sehr fröhlich. Aber die Lebensgeister kehren mit dem Frühling zurück und ich bin wieder guter Dinge.

Sie: Aber das mit „moralisch vertretbar“ hat auch zwei Seiten.

Ich: Welche?

Sie: Wenn du frischer Single bist, ist das gefährlich … und für mich moralisch nicht vertretbar meinem Freund gegenüber.

Ich: Das ist wahr. Entschuldige bitte, das wusste ich nicht.

Sie: Ist ok. Sollte was Schlimmeres passieren als dass du mit mir auf einen Kaffee gehen willst. Ich fühle mich geschmeichelt, aber unser Timing ist noch nie optimal gewesen ;-).

Was für eine Scheiße Jungs! Da standen Sie, die alles niederwalzenden Worte „meinem Freund gegenüber“. Echt jetzt? Die gleiche Scheiße passiert demselben Mann zweimal mit derselben Frau? Das fühlt sich an als würde man beim Hürdenlauf - sich vorne wähnend und den Sieg vor Augen - die letzte Hürde mit den Eiern streifen, straucheln, taumeln, um schließlich mit der Fresse voll in der Bahn einzuschlagen. Wenn Du dann wieder munter wirst und verzweifelt versuchst dich auf eine der beiden Schmerzquellen zu konzentrieren, ist es entschieden zu spät das Tempo rauszunehmen.

Vom herannahenden Frühling frisch „hormonisiert“, war die Verlockung ganz einfach zu groß gewesen, sich hemmungslos dem Wunschgedanken hinzugeben, die Frau, in die ich einst verliebt war, als Single wiederzusehen. Ich brauch’n Drink Leute …

Lektion 3 ist ersatzlos gestrichen, die Verabschiedung lassen wir auch gleich weg. Teil 6 folgt, haltet die Stellung, mir ist schlecht …

#loveblogsteyr Jeden Sonntag Morgen!

#loveblogsteyr geschrieben von Peter Freyka
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