STEYR. Wie verrückt ist das, sich in Dich verlieben zu wollen obwohl wir uns zuletzt vor dreißig Jahren richtig kannten? Bis zum heutigen Tag haben wir uns ungefähr 2 1/2 Jahre nicht gesehen und wenn Du jetzt denkst, dass ich völlig den Verstand verloren habe, bekenne ich mich schuldig im Sinne der Anklage, denn nichts trifft es besser …

Episode 8 - von einfach war nie die Rede

Ich habe den Verstand verloren. Vorsätzlich, nachhaltig, aber mit den besten Absichten. Erschwerend kommt hinzu, dass wir vor dreißig Jahren nicht die waren, die wir heute sind. Bei genauer Betrachtung - und das las ich unlängst auch zwischen Deinen Zeilen - kennen wir uns heute kaum. Das ist das Schöne an der Verliebtheit. Sie hat noch die Kraft uns aus den Angeln zu heben, uns den Boden unter den Füßen wegzuziehen und damit alles rund um uns zu verändern. Du hast mich letztens gefragt, was meiner Meinung nach der Unterschied zwischen Liebe und Verliebtheit ist. Deine genauen Worte waren: „Ist Verliebtheit nur das "haben wollen" und bedeutet Liebe dann alles zu tun, damit es dem Partner gut geht?“ Ich bin mir sehr sicher, dass das die richtigen Fragen sind und meine Antwort kennst Du ja.

Zur Verliebtheit würde ich gerne ergänzen, dass sie nicht ausschließlich die Zeit des „haben wollen’s“ sein kann, wenn aus ihr später eine starke Verbindung wachsen soll. Sie ist nicht nur berauschend schön, inspirierend und kraftvoll, sie ist ein liebevoller und sensibler Baumeister und sie errichtet das Fundament für eine gemeinsame Zeit. Mehr noch. Die Verliebtheit gibt uns die Fähigkeit, die Realität ein Stück weit auszublenden, um voll und ganz im Augenblick zu leben. Und genau das braucht es auch, um sich ohne wenn und aber aufeinander einzulassen. Du erinnerst Dich: Liebende brauchen keinen Plan B …

Ich könnte sicher ewig mit Dir über diese Dinge reden, und die Zeit wäre nicht verschwendet. Einmal mehr sitze ich heute ganz früh am Morgen hier, um zu schreiben. Ich musste an Dich denken und konnte nicht länger schlafen. Vor meinem Fenster bricht spektakulär und kraftvoll ein neuer Tag an. Mein Körper kann meine Gefühle nicht länger halten und ich bin froh, weinen zu können. Dieser Moment voll kreativer Schönheit, ist mein Opus Magnum aus Freude und Schmerz und einmal mehr, schreibe ich mir die Gefühle von der Seele ...

Dein Lebenstraum hat sich auf mehr Stationen verteilt als Dir lieb ist, soviel ist klar. Aber Du scheinst Deinen Frieden damit gemacht zu haben und ich denke es spielt keine Rolle, solange Du ihn am Ende wahr werden lässt und verdammt nochmal glücklich wirst. Ich hätte vieles anders machen sollen. Ich hätte Deine Einladung annehmen sollen, um zu sehen was passiert. Ich hätte viel früher akzeptieren sollen, dass meine Beziehung vorbei ist und ich hätte den Mut haben sollen, sie zu beenden. Nicht zuletzt hätte ich weniger arbeiten sollen, um es nicht soweit kommen zu lassen.

Eigentlich müsste ich die Kiste mit den Gefühlen wieder zurück auf den Schrank stellen, aber ich kann nicht. Ich kann nicht und ich will nicht. Scheiss auf unser miserables Timing, man kann nie mit Sicherheit wissen, was die Zukunft bringen wird. Ich will nicht, dass am Ende nicht mehr als ein flüchtiger Kuss in einer Altstadtpassage bleibt und wenn ich Dir jeden verdammten Stern einzeln vom Himmel holen muss. Das würde dauern, aber ich würd’s tun.

Es ist an der Zeit mit dem Schreiben aufzuhören und nach vorne zu blicken. Und so borge ich mir meine letzte Zeile von Dir:

„Das Leben ist schön, von einfach war nie die Rede“!

#loveblogsteyr verabschiedet sich bis zum Herbst und kommt dann mit Season 2 zurück. Bis dahin genießt den Sommer und macht’s gut, ihr Verliebten und ihr Liebenden in der Stadt der zwei Flüsse. Macht’s gut, macht’s überall und so oft ihr nur könnt ;-). Bringt dem Menschen den Ihr liebt am Morgen eine Tasse Kaffee ans Bett, macht gefälligst die bescheuerten Schokostreusel drüber und serviert sie zärtlich und mit einem Kuss.

Meine Gedanken sind bei Dir …

und ein Tag bricht an …

Heut‘ Morgen lag ich wach,
sah Dich vor meinen Augen,
der Wunsch Dich zu berühren,
so zärtlich wie bei Tauben.

Wünsch’ meine Lippen auf die Deinen,
fällt leicht Dich zu umkreisen,
Dein feiner Geist betört mein Herz,
den Weg soll er mir weisen.

Mein Herz will lachen, tanzen, springen,
das Leben ist nicht lang genug,
doch vielleicht kann‘ es gelingen,
bis jetzt fehlt noch ein Quentchen Mut.

Gewiss gewiss, der Mut wird kommen,
Tag für Tag und Stück für Stück,
doch hör‘ mein Herz, bleib‘ wohl besonnen,
damit nicht bricht, was heut‘ ist Glück.

Foto für #loveblog_steyr © Daniel Ramoser
Danke G. @pseudogangsta für das Shooting im Frühsommer 2019, wir hatten kein gutes Licht ;-)
#loveblog_steyr inspired by the girl I loved and Hank Moody.