ST. EGYDEN/STEYR. Der junge Philipp Hampel aus St.Egyden hat eine klare Vision: Eine Welt in der jeder erkennt, dass man auf irgendeine Art und Weise – möge es eine noch so kleine Geste sein – seinen Mitmenschen helfen kann. Überzeugt davon durchradelte er in 51 Tagen und ohne einen Cent in der Tasche ganz Österreich  ...

und wollte so vielen Menschen wie möglich damit zeigen, wie wichtig es ist, als Gesellschaft zusammenzuhalten. Auf der letzten Etappe wurde er von mehreren Unterstützern begleitet und schlussendlich in St.Egyden von Familie, Freunden & Bekannten sowie dem Vizebürgermeister der Marktgemeinde Velden empfangen.

Insgesamt legte er etwa 2400 km und 19.000 Höhenmeter durch alle Bundesländer zurück. In allen Teilen Österreichs wurde ihm Unterstützung angeboten, von Essen über Nächtigung bis hin zu Näharbeiten für eingerissene Kleidungsstücke. Während dem Projekt ging er selbst als Vorbild voran und engagierte sich unterwegs für den guten Zweck: Vom Tierheim bis zum Roten Kreuz- in Graz veranstaltete er sogar ein Picknick durch das Lebensmittelspenden für die Volksküche gesammelt wurden. Insgesamt 40 Kilogramm kamen dabei zusammen. "Durch dieses Sozialprojekt wollte ich zeigen wie einfach aber vor allem schön es sein kann seinen Mitmenschen zu helfen", erklärt Philipp. "

Das Besondere daran war, dass ich mit komplett leeren Taschen unterwegs war, nicht einmal einen Notgroschen hatte ich dabei. Es entstand somit ein Hilfskreis, da ich mich auf den Weg machte um meinen Mitmenschen zu helfen und gleichzeitig selbst auf die Hilfe meiner Mitmenschen angewiesen war.“ Ziel des Projekts war es, Bewusstsein zu fördern und einander zu guten Taten zu inspirieren. Es war keine klassische Spendenaktion sondern es ging um die Taten selbst – Hampel wollte damit ganz bewusst zeigen, dass Geld nicht den Wert hat den man der Währungsform zuschreibt. „Die wahren Werte tragen Menschen in sich, angefangen von Ehrlichkeit bis eben hin zu Hilfsbereitschaft“, so Hampel überzeugt.

Jeder Tag war von besonderen Momenten geprägt, nie wusste Philipp was auf ihn zukommt und er wurde immer wieder aufs Neue positiv überrascht. In Graz beispielsweise wurden ihm von einer Schule 6 Kg frisch gepflückte Erdbeeren mitgegeben um sie im Zuge einer Lebensmittelspendeaktion an die Volksküche zu übergeben. Auch an Klosterneuburg erinnert er sich gerne, da wurde er von 4 jungen Flüchtlingen zum Essen eingeladen und es wurde so aufgewartet, dass sich der gesamte Tisch zu biegen begann- „Selten so gut gegessen!“. Bei einer der großen Etappen, nämlich über den Großglockner, meldete sich sogar jemand um mitzuradeln und nahm mir Gepäck ab. Das sind nur einige kleine Ausschnitte der vielen schönen Momente dieses Projektes. Probleme gab es eigentlich nie, alle sprachen auf die Grundidee gut an und mit dem Rad gab es auch nie was, nicht einmal einen einzigen Platten! Auf die Frage hin, ob er denn einmal im Freien übernachten musste oder hungrig zu Bett ging, verneint Hampel lächelnd. Auch wenn er tageweise nicht wusste wo er am Abend unterkomme oder esse, so ergab sich immer irgendeine Möglichkeit. Einmal pilgerte er sogar von Tür zu Tür und sprach Leute im Dorf an, bis ihm eine gute Seele Unterschlupf gewahr.

Hampel´s Projekt wurde auf facebook von mehr als 1000 Leuten mitverfolgt und in verschiedenen Zeitungen österreichweit publik gemacht. Selbst im Fernsehen waren Beiträge über Typ Rad Tat zu sehen. Dies war für Hampel ein wesentlicher Teil des Projektes, da er so viele Menschen wie möglich mit seiner Message zu erreichen versuchte. „Schlussendlich kommt es darauf an, dass jeder vor der eigenen Haustür anfängt zusammenzukehren. Nur so wird irgendwann die ganze Straße sauber.“ vergleicht Philipp. Der Sozialradler ergänzt, man müsse aufhören auf alles und jeden zu schimpfen und damit anfangen, selbst für Veränderung einzustehen. Schluss mit den Ausreden und einfach im eigenen Umfeld damit beginnen Gutes zu tun. So ist Hampel sicher vielen Menschen erfolgreich einen Denkanstoss gegeben zu haben um sich zu fragen, wie man selbst im Zuge seiner Interessen und Fähigkeiten einen positiven Beitrag für die Zukunft leisten kann – von Nachbarschaftshilfe bis hin zu einem Freiwilligenprojekt im Ausland - jeder Einzelne ist ein wichtiges Glied in der Gesellschaftskette.

Nachdem der Radfahr-Teil nun abgeschlossen ist, will Philipp noch in der ein oder anderen Schule über seine Erfahrungen sprechen. Vor allem junge Menschen zu erreichen ist dem 23 jährigen Kärntner ein besonderes Anliegen. Er will ihnen zeigen wie wichtig es ist sich Ziele vorzunehmen und seinen Träumen nachzugehen, dabei aber gleichzeitig nie auf seine Mitmenschen zu vergessen. Vor allem in der heutigen Zeit durch die starke mediale Beeinflussung und unserem Konsumzwang geraten die wirklich wichtigen Werte leider immer stärker in den Hintergrund, das gilt es schon in frühen Jahren zu verhindern.

Wo Philipp´s eigener Weg nun hingeht, weiß er selbst noch nicht genau. „Das steht noch in den Sternen. Ich versuche mein Leben an Möglichkeiten zu orientieren und hangel mich so von einem Lebensabschnitt zum anderen. Wenn man offen und flexibel bleibt, tun sich immer wieder neue Türen auf- dann braucht man nur noch den Mut zu ergreifen um hindurchzugehen.“

e-steyr trifft Philipp Hampel, der 51 Tage ohne Geld durch Österreich radelt

51 Tage mit dem Rad durch Österreich - ohne Geld!