STEYR. Unfälle mit vielen Verletzten stellen sowohl für Rettungsdienste als auch für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Krankenhäusern eine besondere
Herausforderung dar. In Notfallübungen wird das Zusammenspiel aller beteiligten...


Kräfte trainiert, um sich auf reale Situationen vorzubereiten. Am Klinikum Steyr wurde
Anfang Oktober ein Unfall mit 21 verletzten Schülerinnen und Schülern simuliert.
Bei einem Unfall mit mehreren verletzten Personen spricht man von einem
Großschadensereignis. In dieser Dimension müssen im Ernstfall vom Eintreffen der Rettung
bis hin zur medizinischen Behandlung im Krankenhaus alle Abläufe genau koordiniert sein,
um den Betroffenen bestmöglich zu helfen.

In enger Zusammenarbeit mit dem Roten Kreuz wurde am Klinikum Steyr
die Versorgung von Verletzten nach einem Verkehrsunfall mit einem
Kleinbus geübt. 21 Schülerinnen und Schüler der Jugendorganisation des Roten Kreuzes
stellten die Unfallopfer dar, die simulierten Verletzungen reichten von Schürfwunden bis hin
zum schweren Schädel-Hirn-Trauma. Unter der Leitung von MR Dr. Urban Schneeweiß, Arzt
für Allgemeinmedizin und Notarzt, übernahmen zehn Sanitäterinnen und Sanitäter des Roten
Kreuzes die Erstversorgung und den Transport der Jugendlichen.

Vorbild Katastrophenmedizin
Im Klinikum Steyr erfolgte die Kategorisierung und Betreuung der Patientinnen und Patienten
nach ihrer Behandlungsdringlichkeit. Oberarzt Dr. Gerhard Lindner, Facharzt für
Anästhesiologie und Intensivmedizin am Klinikum Steyr und Initiator der Übung, erklärt:
„Dieses an die Katastrophenmedizin angelehnte Konzept erlaubt die bestmögliche
Versorgung, wenn mehrere verletzte Personen gleichzeitig in der Notaufnahme ankommen.
Die sogenannte Triage, also die Einteilung der Patientinnen und Patienten nach dem
Schweregrad ihrer Verletzungen, wird regelmäßig geübt, damit das Personal des Klinikums
jederzeit für ein mögliches Großschadensereignis gewappnet ist.“

Größte Übung seit zehn Jahren
Das Szenario stellte mit 35 beteiligten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die größte
Notfallübung des Klinikums Steyr seit zehn Jahren dar. Nach der rund eineinhalb Stunden
dauernden Übung analysierten die Beteiligten gemeinsam alle Abläufe im Detail. „Die
regelmäßige Durchführung von Notfallübungen ist wichtig, damit im Ernstfall das
Zusammenspiel aller beteiligten Kräfte funktioniert und keinerlei Gefahr für Unfallopfer und
unser Personal besteht“, informiert Dr. Michael Hubich, MBA, Ärztlicher Direktor des Klinikums
Steyr.