SATIRE. Die beeindruckende und zutiefst berührende Passionsdarstellung beim Steyrer Spaziergang vom Ostersonntag, schlägt hohe Wellen. Unser Hamster - treues e-steyr Redaktionsmaskottchen und Maßnahmengegner - „Judas“, schied freiwillig aus dem Leben …

Es sind verstörende Szenen, die sich am Sonntag Abend in der e-steyr Redaktion abspielen. Nachdem ein Teilnehmer beim Spaziergang ein vier Meter hohes Holzkreuz schulterte, um damit die „Passion Christi“ theatralisch in Szene zu setzen, überschlugen sich plötzlich die Ereignisse. Unser streng katholischer Hamster „Judas“ (Name von der Redaktion nicht geändert), verhielt sich eigenartig. Als wir ihn aus seinem Käfig nahmen um zu sehen ob alles in Ordnung war, entwischte das völlig desorientierte Tier und stürzte sich im nächsten Moment aus einem offenen Fenster in die Tiefe. "Ich sah gerade noch seinen Aluhut am Fensterbrett verschwinden, dann war er weg ...", berichtet Redakteur Peter F., bemüht, auch in dieser schweren Stunde professionell zu bleiben.

Herzmassage erfolglos
Obwohl unser Sicherheitsbeauftragter und Redaktionssanitäter Daniel R. sofort mit seinem Köfferchen zur Stelle war, um mit Herzdruckmassage und Beatmung durch einen mehrfach gewundenen Designer-Strohhalm zu intervenieren, war dem armen Tier nicht mehr zu helfen. Die Verletzungen durch den cirka 90 Zentimeter tiefen Absturz auf die Redaktionsterrasse in einen noch leeren Blumentopf, waren einfach zu schwer. Um Fremdeinwirkung durch Bill Gates auszuschließen, wurde gleich vor Ort eine Obduktion durch die Gerichtsmedizin Steyr vorgenommen. Das Ergebnis stand bei Redaktionsschluss noch nicht fest, insbesondere offen ist die Frage, ob das Tier "am" oder "mit" dem Aufschlag im Blumentopf verstarb.

Wie geht es nun weiter?
Um ehrlich zu sein: wir wissen es nicht. Noch nicht. „Im Moment sitzt der Schock noch zu tief“, erklärt e-steyr Redakteur Peter F. den Tränen nahe. „Wir werden das alles analysieren müssen, ich traue dem Obduktionsergebnis nicht. Da steckt mehr dahinter. Der Judas hat g'spürt, dass da am Steyrer Stadtplatz was großes passiert ist. Wir müssen uns jetzt Zeit nehmen um zu trauern, jedenfalls bis zum nächsten Sonntag“,  stammelt der völlig gebrochene F.

In der Tat wird es schwierig sein, jetzt einfach zur Tagesordnung überzugehen. Mit dieser völlig selbstlosen Aktion - man kann hier durchaus von einer "beinahen symbolischen Selbstkreuzigung sprechen" - wurde ein Zeichen gesetzt, das weder von der Bundesregierung, noch von der Stadtführung ignoriert werden kann. Man wird sich damit auseinandersetzen müssen.

Inszenierung nur Marketing-Aktion?
Unterdessen kursieren Gerüchte, dass der österliche Kreuzgang nur eine geschickt geplante Guerilla-Marketing-Aktion gewesen sein könnte. Wie man sich in informierten Kreisen erzählt, plant Tourismusstadtrat Mario R., die Stadt als neuen, urbanen Standort für Passionsspiele zu positionieren und eine Zitat: "moderne Via Dolorosa" zu inszenieren. Umfassende Sicherheitskonzepte scheinen in Arbeit zu sein, ob das Holzkreuz ein Maske braucht, wird noch heftig diskutiert. "Alles kein Problem, bis Ostern 2022 haben wir das im Griff", so R.

HINWEIS. Der Inhalt dieses Beitrages dient zur Unterhaltung und ist frei erfunden.

Bildquelle: privat.