UNTERLAUSSA/STEYR. Ein 52-jähriger türkischer Kraftfahrer fuhr am 5. Nov. gegen 18 Uhr mit einem Sattelzugfahrzeug (38-Tonner) unter Missachtung von insgesamt drei Fahrverbotstafeln auf mehreren Forststraßen im Nationalpark Kalkalpen ...

Im Bereich des "Saigerinbaches" im Gemeindegebiet von Weyer kam er auf der immer enger und steiler werdenden Forststraße zum Stillstand. Beim Versuch, sich aus der misslichen Lage zu befreien, rutschte der Lkw zurück und streifte mit dem Anhänger eine Felswand. Dadurch wurde der Anhänger mit den hinteren Achsen über die Fahrbahn hinausgedrückt und drohte 30 Meter über die senkrechte Böschung in den "Saigerinbach" abzustürzen. Ein Nationalparkförster bemerkte am 6. November 2018 gegen 6:45 Uhr den über dem Abgrund hängenden Lkw-Zug.

Da es an dieser Stelle weder Funkkontakt noch eine Telefonverbindung gab, musste der Förster mit seinem PKW auf die „Mooshöhe“ fahren um die Einsatzkräfte zu verständigen. Um 07.15 Uhr wurde die Örtlich zuständige Feuerwehr Unterlaussa zu einer LKW-Bergung alarmiert. Nach Telefonischen Anruf vom Bezirksfeuerwehrkommandanten Steyr Land OBR Mayr Wolfgang begab sich um 10:00 Uhr Kranstützpunktleiter HBI Schaumberger Markus mit ihm zu einer Vorbesichtigung an die Einsatzstelle.

Um 12:00 Uhr begab sich der Technische Zug der Feuerwehr Steyr mit dem Kranfahrzeug, dem schweren Rüstfahrzeug und dem Kranbegleitfahrzeug zur Einsatzadresse mit Treffpunkt Feuerwehrhaus Unterlaussa. Nach 1,5 Stunden Anfahrt wurde der Treffpunkt erreicht wo wir mit Ortskundiger Unterstützung der Feuerwehr Unterlaussa weitere 45 Minuten zur Einsatzstelle fuhren. Weiteres wurde im Vorfeld ein Radbagger und eine Kettenschubraupe eines örtlichen Unternehmers organisiert.

Da die Forststraße genauso breit war wie das Kranfahrzeug, musste an der Einsatzstelle mittels Radbagger eine Standfläche für das Kranfahrzeug geschaffen werden. Die Kettenschubraupe fuhr die Einsatzstelle aus der entgegenseitigen Richtung an. Mittels Schleppstange des Kranfahrzeuges wurde der LKW-Zug mit der Kettenschubraupe gesichert. Durch viel Fingerspitzengefühl des Schubraupenfahrers und des Kranmaschinisten wurde durch ziehen und heben der LKW-Zug aus seiner Misslichen Lage befreit.

In der Stockfinsteren Nacht wurde der LKW-Zug rückwärts bis zum nächsten Holzplatz geschoben wo dieser gewendet wurde. Aus eigener Kraft fuhr der LKW-Zug bis zur nächsten Brücke wo ihm eine 90 Grad Kurve stoppte. Im Zusammenspiel Feuerwehr mit der Schubraupe wurde der Hängerzug um die Kurve gehoben. Nach 11 Stunden Einsatz konnte der Technische Zug den Einsatz beenden.