STEYR. Eine hochspannende Cuppartie wird den 1.600 Zuschauern am Mittwochabend in der EK Kammerhofer Arena serviert - ohne Happy End für die Rot-Weißen. Vorwärts liegt scheinbar hoffnungslos 0:2 und 2:3 hinten, kämpft sich jeweils zurück, ehe Ried in Minute 95 mit dem Treffer zum 3:4 noch die Verlängerung verhindert ...

Die Gäste beginnen unheimlich aggressiv, attackieren hoch und zwingen die Heimischen zu Fehlern. Schon nach 73 Sekunden stellt Grüll per Flachschuss auf 0:1, nach einer Viertelstunde erhöht Grubeck auf 0:2. Vorwärts kann vorerst nur durch Standards Gefahr erzeugen - etwa bei Kopfbällen von Nico Wimmer und Alberto Prada.

Schneller Anschlusstreffer
Kurz nach dem Seitenwechsel gelingt der wichtige Anschlusstreffer. Wimmer löst mit einem Solo den Angriff aus, Josip Martinovic scheitert noch, Christopher Bibaku staubt zum 1:2 ab (49.). Eine Minute später hat Alin Roman noch eine Kopfball-Chance. Dann kontrollieren die Rieder wieder das Geschehen und haben Möglichkeiten auf den dritten Treffer. In Minute 71 steht das Stadion Kopf - Vorwärts gleicht überraschend zum 2:2 aus, Dominik Kirschner trifft aus kurzer Distanz. Ried kann allerdings wieder zurückschlagen. Nach einer Standardsituation und anschließendem Getümmel lässt sich Ziegl als Torschütze zum 2:3 feiern.

Zwei Tore in der Nachspielzeit
Vorwärts gibt nicht auf, Trainer Willi Wahlmüller stellt auf Dreierkette um, beordert Wimmer in den Angriff. Zu Beginn der fünf Minuten dauernden Nachspielzeit gibt es indirekten Freistoß für die Rot-Weißen aus 20 Metern. Prada übernimmt Verantwortung - und trifft mit einem satten Schuss zum 3:3 nachdem Roman den Ball angetippt hatte (91.). Jetzt stehen auch alle Zuschauer auf der Sitzplatztribüne und freuen sich auf eine Verlängerung. Doch Vorwärts hat sogar noch den Matchball in der regulären Spielzeit am Fuß - Roman schießt Ried-Goalie Kreidl in die Arme (94.). Und dann kommt es ganz bitter. Mit der letzten Aktion schlagen die Rieder durch Kerhe zu - 3:4. Damit stehen die Innviertler im Achtelfinale.

Stimmen zum Spiel
Sportchef Jürgen Tröscher So zu verlieren ist unheimlich schmerzvoll. Es war ein richtiger Cupfight, obwohl es nach 20 Minuten nicht so ausgeschaut hat. Ich bin stolz auf die Mannschaft, sie haben alles rausgeholt und haben gezeigt, dass wir mit allen mithalten können. Kurz vor Schluss hatten wir die Chance auf das 4:3 und bekommen im Gegenzug das 3:4 - das ist Cup."

Tormann Bernhard Staudinger: So ein Spiel wie heute habe ich noch nie erlebt, es war eine Achterbahn der Gefühle. Nach dem 0:2 waren wir fast abgeschrieben, haben uns aber zurückgekämpft und waren in der zweiten Halbzeit am Drücker. In der allerletzten Sekunde kriegen wir dann das 3:4 - ich bin sprachlos."

SK Vorwärts Steyr - SV Ried 3:4 (0:2)

Vorwärts (4-2-3-1): Staudinger; Halbartschlager, Prada, Wimmer, Brandstätter (89. Marceta); Himmelfreundpointner (81. Yilmaz), Sulejmanovic; Roman, Martinovic, Mustecic (64. Kirschner); Bibaku. Ersatz: Großalber; Fahrngruber, Hofstätter, Bösch. Trainer: Wilhelm Wahlmüller.

Ried (3-4-1-2): Kreidl; Reiner, Reifeltshammer, Boateng; Kerhe, Ziegl, Acquah, Vojkovic; Grubeck (77. Nutz); Betancor (68. Kovacec), Grüll (91. Ammerer). Ersatz: Daniliuc; Canillas, Wießmeier, Takougnadi. Trainer: Gerald Baumgartner.

Torfolge: 0:1 (2.) Grüll, 0:2 (15.) Grubeck, 1:2 (49.) Bibaku (Martinovic), 2:2 (71.) Kirschner (Bibaku), 2:3 (78.) Ziegl, 3:3 (91.) Prada (Roman/Freistoß), 3:4 (95.) Kerhe.

Gelbe Karten: Martinovic (12. Foul), Brandstätter (63. Foul); Reiner (58. Unsportlichkeit), Boateng (73. Unsportlichkeit).

Mittwoch, 25. September 2019; EK Kammerhofer Arena, 1.600 Zuschauer
SR Stefan Ebner; Clemens Schüttengruber, Markus Waldl