STEYR. Wie ihr bereits wisst, bin ich am 16. Dez. 2019 in meine Wettkampfdiät gestartet. Seitdem bekomme ich laufend Fragen dazu gestellt und werde auch immer wieder mit Vorurteilen und Broscience konfrontiert. Die gängigsten Statements und Fragen möchte ich im aktuellen Blogpost behandeln ...

Diese lauten wie folgt:
• Was unterscheidet die Diät vom Aufbau?
• Musst du nun so richtig hungern?
• Da wirst du dann aber launisch sein, wenn du hungrig bist!

www.ws-universalbau.at



Diät bedeutet ursprünglich so viel wie „Lebensform“. Spricht man jedoch mit einem Bodybuilder über seine Diät, wird im Großteil der Fälle von einer speziellen Ernährungsform, mit dem Ziel Körperfett, wie auch Gewicht zu reduzieren die Rede sein. So ist es auch bei mir! Ich begebe mich auf Diät um am Wettkampftag, ein nach meinen Vorstellungen geschaffenes Kunstwerk bestmöglich zu präsentieren. Dazu braucht es aber einen möglichst niedrigen Körperfettanteil (und Bräunungsfarbe) um jeden einzelnen Muskel optimal im Scheinwerferlicht zur Schau zu stellen.

Diesen erreiche ich durch eine zu 100% durchstrukturierte Ernährung. An dieser Stelle möchte ich mich gerne bei meinem Coach Stefan Kienzl, mit dem ich seit 2013 sehr erfolgreich zusammenarbeite, bedanken.
Unter einer durchstrukturierten Ernährung verstehe ich eine Ernährung, welche die Frequenz, Zeitpunkte und Mengen meiner Mahlzeiten klar vorgibt und bestmöglich auf den Alltag und die Ziele Rücksicht nimmt. Klare Vorgaben bedeuten aber auch, dass du permanent funktionieren musst. Du wirst zur Maschine. Teilweise praktisch, denn Fragen, wie was ich mir denn heute zum Essen koche gibt es nicht mehr. In der Praxis bedeutet das, dass ich an Trainingstagen neun und an freien Tagen sechs Mahlzeiten esse. Ich beginne den Tag in Mahlzeiten und nicht mehr Stunden zu zerteilen. Mit Hungern hat das erstmals nichts zu tun.

Nichtsdestotrotz kommt ER irgendwann, der Hunger. Ich werde oft gefragt, wie ich so kontinuierlich Gewicht abnehmen kann. Vorweg, es gibt weder Wundermittel noch Abkürzungen. Iss weniger, oder bewege dich mehr! Zu Verdeutlichung ein Beispiel. Im Aufbau habe ich teils 7.000 Kalorien (bis zu 25% der täglichen Kalorien bestehen dabei aus Pizza, Schoko und Co – wichtig für meine psychische Gesundheit und die Freude am Sport) konsumiert und mich bewusst wenig bewegt um Gewicht zuzunehmen. Hingegen gab es schon Diäten in den ich kurz vorm Wettkampf täglich zwei Stunden am Ergometer saß und unter 3.000 Kalorien zu essen hatte. Ein Kaloriendefizit von beinahe 60% und stundenlanges Ausdauertraining Tag für Tag lassen jeden massiv Gewicht, wie auch Körperfett, verlieren.

Dafür braucht es jedoch Motivation. Nein, ich gehe sogar so weit zu sagen, dass hierfür Motivation alleine nicht mehr reicht, vielmehr braucht es einen eisernen Willen. Auch mir bereitet es über lange Strecken keinen Spaß hungrig, energielos und vom sozialen Leben abgeschottet zu sein. Eine stark ausgeprägte Introversion ist eine weitere Begleiterscheinung des Kaloriendefizits. Launisch hingegen werde ich kaum.
Wie hält man das durch? Meine Triebfeder ist die Frage nach dem Sinn, nicht nur im Sport, sondern in allen Lebensbereichen. In all meinen Lebenswegen muss ich für mich Sinn finden können. Gelingt das, so ist man in der Lage unglaubliches zu vollbringen.

Manche Aufgaben sind dennoch zu groß um sie alleine zu meistern. Dazu braucht es ein starkes Team. Ich bin dankbar dafür, dass ich in der Vergangenheit immer wieder Herausforderungen gegenüberstand, die für mich alleine nicht überwindbar waren und so erkennen konnte, dass selbst Bodybuilding ein Teamsport ist.

Welche Herausforderungen das waren und erfährt ihr im nächsten Blogpost.


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