STEYR. Knapp 102 Millionen Euro hat die Arbeiterkammer Oberösterreich landesweit für ihre Mitglieder im Jahr 2018 erkämpft, davon fast 3 Millionen in den Bezirken Steyr und Steyr-Land. Zum Vergleich: davon könnte man sich 177 VW Golf oder 1.500 E-Bikes kaufen ...

Auch im neuen Jahr ist die AK gut aufgestellt: Unter anderem durch das AK-Zukunftsprogramm mit neuen Leistungen zu Bildung, Wohnen, Digitalisierung und Pflege. „Wir sind eine starke Partnerin für unsere Mitglieder in allen Bezirken“, so AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer.

Beratung und Vertretung in der AK Steyr
Im vergangenen Jahr wandten sich 5.980 AK-Mitglieder mit arbeits- und sozialrechtlichen Fragen an die AK Steyr. Vor allem die telefonische Rechtsberatung hat sich bestens bewährt: Dem Großteil der 3.398 Anrufer/-innen wurde sofort geholfen. Zu einem persönlichen Beratungsgespräch sind im Vorjahr 2.554 Arbeitnehmer/-innen in die Bezirksstelle Steyr gekommen. 28 Personen wandten sich schriftlich an die AK. Zusätzlich haben die Bildungsexperten/-innen der AK Oberösterreich in der Bezirksstelle Steyr 91 persönliche Bildungsberatungen durchgeführt sowie Rat und Hilfe bei Aus- und Weiterbildung gegeben.

Die AK Steyr hat derzeit 39.571 Mitglieder. Der Großteil der Ratsuchenden wohnt in den Bezirken Steyr-Stadt und Steyr-Land. Das Team in Steyr vertrat auch Personen aus anderen Regionen, weil ihr Arbeitgeber in Steyr oder Steyr-Land angesiedelt ist: Viele Ratsuchende kamen auch aus dem Bezirk Amstetten, aus Linz-Land und aus Kirchdorf.

Fast 3 Millionen Euro Vertretungserfolg
Bei vielen Arbeitsrechtsproblemen ist es mit der Beratung nicht getan. Die AK muss bei den Arbeitgebern intervenieren, und hilft auch das nicht, muss sie vor Gericht gehen, um den Arbeitnehmern/-innen zu ihrem Recht zu verhelfen. Die überwiegende Mehrheit der Rechtsfälle betreffen Firmen ohne Betriebsrat. In Summe hat die AK Steyr im Vorjahr an arbeits- und sozialrechtlichen Ansprüchen sowie an Forderungen nach Insolvenzen für ihre Mitglieder Zahlungen von insgesamt 2,945.112 Euro erkämpft.

Am meisten beschäftigt waren die Arbeitsrechtsexperten/-innen der AK Steyr mit Problemen bei Lohn, Gehalt, Überstundenauszahlungen und Endabrechnungen (625 Anfragen), gefolgt von Fragen zur Invaliditäts- und Berufsunfähigkeitspension (228 Anfragen). Sehr viele Beratungen wurden auch zur einvernehmlichen Auflösung des Arbeitsverhältnisses, zur Arbeitgeberkündigung, zur Altersteilzeit und zu Mutterschutz, Karenz oder Elternteilzeit abgehalten. Auch das Thema Arbeitszeit beschäftigte die Experten/-innen der AK Steyr im zweiten Halbjahr 2018. Die erstrittenen Beträge fielen in sehr unterschiedlicher Höhe aus. Der kleinste machte knapp 19 Euro aus, der höchste Betrag 27.060 Euro. Geld, das den Arbeitnehmern/-innen zugestanden wäre, das sie aber erst mit Hilfe der AK Steyr bekommen haben.

Noch mehr Leistungen für das gleiche Geld
Die Mitglieder sind auch durchaus zufrieden mit der Höhe des AK-Beitrags. Das ist eines der Ergebnisse der bundesweiten Dialog-Offensive der Arbeiterkammern im Frühjahr 2018. Unter dem Titel „Wie soll Arbeit?“ wurden Arbeitnehmer/-innen in ganz Österreich dazu befragt, wie sie sich die Arbeitswelt in Zukunft vorstellen. Die Schlüsse, die aus dieser großen Befragung gezogen wurden, finden sich nun im AK-Zukunftsprogramm wieder. Künftig bekommen die Mitglieder noch mehr Leistungen für das gleiche Geld. Die AK Oberösterreich baut ihr Angebot in den Bereichen Ausbildung, Wohnen und Pflege 2019 weiter aus.  

30 Millionen Euro für Mitglieder durch den AK-Zukunftsfonds
Herzstück des Zukunftsprogramms der Arbeiterkammern ist die Hilfe beim digitalen Wandel. Die AK wird in den nächsten fünf Jahren in Oberösterreich 30 Millionen Euro in die Hand nehmen, um die Arbeitsbedingungen der Menschen in der digitalen Welt zu verbessern:

Der AK-Zukunftsfonds ARBEIT-MENSCHEN-DIGITAL fördert ab sofort Projekte, die mit der Digitalisierung zu tun haben und direkt den Beschäftigten in den Betrieben zugutekommen: zum Beispiel Aus- und Weiterbildungsprogramme, Mitbestimmung bei Schicht- oder Dienstplänen durch digitale Instrumente, Systeme zur Verbesserung der Zusammenarbeit im Betrieb, zum Erhalt der Gesundheit und vieles mehr. Das Hauptkriterium für die Förderung: Die Projekte müssen zum Ziel haben, die Arbeit der Beschäftigten zu verbessern oder zu erleichtern und dürfen nicht vorrangig der Gewinnmaximierung dienen. Informationen zum AK-Zukunftsfonds gibt es unter www.arbeitmenschendigital.at.

AK-Wahl 2019
Von 19. März bis 1. April 2019 finden in Oberösterreich die Arbeiterkammer-Wahlen statt. Rund 600.000 AK-Mitglieder sind aufgerufen, ihr Parlament der Arbeitnehmer/-innen – die AK-Vollversammlung – zu wählen. Alle Infos zur Arbeiterkammer-Wahl 2019 finden AK-Mitglieder unter www.ooe.arbeiterkammer.at/akwahl.