STEYR. Erich Schwarz und Andreas Brich gehen als FSG-Spitzenkandidaten in der Region Steyr bei der Arbeiterkammer-Wahl an den Start. Der Leistungsdruck in unserer Gesellschaft nimmt immer mehr zu. Anstatt aber im Sinne der ArbeitnehmerInnen dem entgegenzuwirken, ...

... befeuert die aktuelle Bundesregierung diesen Zustand immer weiter. Das mit 1. September des Vorjahres in Kraft getretene neue Arbeitszeitgesetz, das eine 60-Stunden-Woche ermöglicht, ist dabei die Spitze des Eisbergs. „Viele Beschäftigte fürchten, dass sie unter diesen Voraussetzungen nicht bis zur Pension durchhalten können. Deshalb muss der Druck endlich sinken“, warnt Arbeiterkammer-Vizepräsident Erich Schwarz, MAN-Betriebsratsvorsitzender in Steyr, der für die Fraktion Sozialdemokratischer GewerkschafterInnen bei den AK-Wahlen (19. März bis 1. April) oberösterreichweit auf Platz zwei kandidiert.

„Es ist ganz klar, dass wir ein modernes Arbeitszeitgesetz brauchen. Eines, das nicht nur die Interessen der Wirtschaft und der Industrie in den Vordergrund stellt, sondern eines, das den Menschen in den Mittelpunkt stellt“, stimmt auch Andreas Brich, Betriebsratsvorsitzender bei BMW in Steyr, zu. „Die arbeitenden Menschen, die bei uns täglich tolle Leistungen erbringen, brauchen Planbarkeit und müssen vor Gesundheitsrisiken geschützt werden. Arbeit darf nicht krank machen“, so Brich weiter.

Kehrtwende bei der Arbeitszeit notwendig
Schwarz betont, dass die Österreicher bereits jetzt im europäischen Vergleich bei der tatsächlich geleisteten Wochenarbeitszeit im Spitzenfeld liegen: „Das ist auch ein Resultat der vielen Überstunden – von denen nach wie vor jede fünfte unbezahlt bleibt.“ Deshalb plädieren die Steyrer FSG-Kandidaten für eine rasche Kehrtwende: „Wir sollen nicht länger arbeiten, sondern die Arbeitszeit Schritt für Schritt verkürzen. Parallel dazu sollen die Betriebe verpflichtet werden, ausreichend Personal einzustellen, um der krankmachenden Arbeitsverdichtung entgegenzuwirken.“

Die Arbeitsbedingungen zu verbessern, wäre auch ein Zeichen des Respekts den arbeitenden Menschen gegenüber. „Das ist neben einer fairen Bezahlung der beste Weg, ihnen die Wertschätzung entgegenzubringen, die sie verdient haben“, sagt Brich.

Vermögen gerecht verteilen
Sie sind es nämlich auch, die den Wohlstand in Österreich erarbeitet haben. Um auch künftig den sozialen Zusammenhalt sichern zu können, muss dieser Wohlstand aber gerecht verteilt werden. Während in den vergangenen Jahren die Gewinne und die Einkünfte aus Vermögen immer stärker gestiegen sind, sieht es bei der Entwicklung der Arbeitseinkommen weit schlechter aus, obwohl die Produktivität deutlich zugelegt hat. „Deswegen müssen die Arbeitseinkommen geringer, die Vermögen der Millionäre höher besteuert werden, denn hier zählt Österreich zu den internationalen Schlusslichtern“, sagt Schwarz. Anstatt die Unternehmenssteuern weiter zu senken, müssen auch endlich Steuerschlupflöcher gestopft und wirksame Maßnahmen gegen die Steuerflucht der Konzerne ergriffen werden. „Genau diesen finanziellen Spielraum kann man dann nutzen, um die Arbeitseinkommen zu entlasten.“

Neben Erich Schwarz und Andreas Brich gehen mit Wolfgang Hirscher (BMW Steyr), Leopold Seylehner, Martin Farthofer (beide SKF Steyr), Michaela Kohlhofer (Sonderkrankenanstalt Rehazentrum Weyer), Franz Damhofer (Weber Hydraulik Losenstein), Markus Vogl, Helmut Emler und Evita Pessenhoffer (alle MAN Steyr) weitere FSG-KandidatInnen in Steyr an den Start.