STEYR. Welche Herausforderungen Digitalisierungsschritte in einer konservativen Branche, wie jene der Wasserkrafterzeugung, hervorrufen, wurde beim Stammtisch 4.0 bei der Ennskraftwerke AG am 8. April deutlich ...

Papierchecklisten werden durch eine Sharepoint-Lösung ersetzt, mit dem Vorteil, dass periodische Instandhaltungsvorgänge nun besser erfasst werden können. Aber auch hier stehen die 14 Kraftwerke der Ennskraftwerke vor einer scheinbar banalen Herausforderung, denn ein flächendeckendes WLAN ist im Kraftwerk nicht möglich. „Im Turbinenschacht gibt es einfach kein Netz“, geht Polin ins Detail. Die digitale Automatisierung wird in Bereichen vorgenommen, wo geringe Fehlerzuschreibungen mit einer hohen Anzahl an Wiederholungen vorkommen. Hinsichtlich der Optimierung im Organisationsablauf werden die MitarbeiterInnen einbezogen. „Wir stehen vor dem Problem der Überalterung und des Fachkräftemangels“, vermerkt technischer Vorstandsdirektor Gerhard Zettler, „weshalb wir gerne die Ideen unserer neuen MitarbeiterInnen aufgreifen.“

Kurzfristiges Denken ein Fremdwort
Kurzfristiges Denken ist in der Wasserkrafterzeugung ein Fremdwort. Die Lebensdauer der Maschinenkomponenten liegt bei 50+ Jahren. Eine 100prozentige Digitalisierung wird nicht stattfinden. „Niemand kann uns garantieren, dass die Computerprogramme die Bauteil- und Einzelteilpläne für die Turbinen in 50 Jahren noch öffnen können. Deshalb sichern wir uns hier auch analog ab, damit das Wissen auch in Zukunft noch da ist“, versichert Polin.

Der nächste Stammtisch 4.0 findet mit Clean Capital Energy am Dienstag, den 7. Mai, ab 17:00 Uhr in der Mehrzweckhalle Garsten statt.

Thema: „Unser Strom aus der Sonne: die Photovoltaik-Revolution im Energiemarkt“

Fotos © TIC Steyr