STEYR. Fast 5.000 Menschen bekundeten bei der heutigen Versammlung am Steyrer Stadtplatz ihre Solidarität mit den MAN – Beschäftigten. Starkes Zeichen gegen die geplante Standortschließung. Volle Unterstützung für die Steyrer MAN- Belegschaft auch von SPÖ-Vorsitzender Pamela Rendi-Wagner ...

Gut gefüllt präsentierte sich am Donnerstag (15. Okt.) der Steyrer Stadtplatz. An die 5.000 Menschen protestierten gegen die vom Traton-Vorstand geplante Schließung des MAN-Standortes bis 2023. Obwohl der Standort nach wie vor jährliche Gewinne schreibt, soll die Produktion an Standorte in Polen und in die Türkei verlagert werden. „Die meinen das wirklich ernst, die wollen uns an den Pelz. Und da müssen wir dagegenhalten“, zeigt sich PRO-GE-Vorsitzender Rainer Wimmer kämpferisch. Rund 2.400 ArbeitnehmerInnen wären unmittelbar von der MAN-Schließung betroffen, dazu kommen tausende Beschäftigte bei Zulieferbetrieben in der Region. Insgesamt würde eine Schließung des Standorts den Verlust von 6.000 Arbeitsplätzen in der Region Steyr bedeuten.

Mit geeinten Kräften um jeden Arbeitsplatz kämpfen
„Wer kämpft kann verlieren, wer aber nicht kämpft hat schon verloren“, so Andreas Brich, der als BMW-Betriebsratsvorsitzender und frisch gewählter SPÖ- Bezirksparteivorsitzender ebenfalls an der Kundgebung teilnahm. „Wir werden jedenfalls nichts unversucht lassen und mit geeinten Kräften um jeden Arbeitsplatz kämpfen! Wir werden nicht zulassen, dass aus reiner Profitgier der Großbetriebe hier in Steyr die Existenz von 6.000 Familien auf dem Spiel steht“, so Brich weiter.

VW – MAN - Eigentümer müssen Verantwortung übernehmen
Betriebsrat, Gewerkschaft und Belegschaft forderten bei der Kundgebung einmal mehr das Management und die Eigentümerfamilien des VW-Konzerns auf, soziale Verantwortung für die Beschäftigten zu übernehmen. Mehrmals wurde in den Reden darauf hingewiesen, dass am über 100 Jahre alten Standort Steyr bereits ganze Familien-Generationen einen Arbeitsplatz gefunden haben. „Trotz mehrerer Umstrukturierungen in den vergangenen Jahren, haben die Beschäftigen nie die Motivation verloren. Ganz im Gegenteil: Sie waren stets darum bemüht, aktiv mitzuhelfen, um den Standort noch effizienter zu gestalten“, ist für die Betriebsräte Erich Schwarz und Thomas Kutsam klar. „Wir wollen, dass auch unsere Kinder noch hier arbeiten können“, so Kutsam.

Volle Solidarität der SPÖ-Bundesvorsitzenden
Ihre volle Solidarität und Unterstützung sicherte auch SPÖ-Vorsitzende Pamela Rendi-Wagner den Steyrer Beschäftigten zu. „Wer erwirtschaftet die jährlichen Gewinne für Konzerne wie MAN und VW? Die arbeitende Belegschaft in den Werkshallen, oder die Manager in der Vorstandsebene?“, fragte Rendi-Wagner in die Runde. „Ihr könnt euch darauf verlassen, ich werde gemeinsam mit euch um jeden Arbeitsplatz kämpfen“, so die Bundesparteivorsitzende am Steyrer Stadtplatz. Die SPÖ setzt sich weiterhin für einen überparteilichen Industriegipfel ein. Bei diesem Gipfel sollten VertreterInnen aller Parteien, der Sozialpartner, Arbeitsmarkt-Experten und viele andere mit einem gemeinsamen Schulterschluss Industriepolitik neu denken. „Leider gibt es von ÖVP-Ministerin Schramböck bis heute keine ernst zu nehmende Reaktion und keinen Plan gegen die Schließungs-Szenarien von MAN und Zulieferbetrieben in der Region“, so Rendi-Wagner.

Neben Pamela Rendi-Wagner und Andreas Brich nahmen auch Landesrätin Birgit Gerstorfer, Bürgermeister Gerald Hackl, die Steyrer SP-Stadtsenatsmitglieder, SP- Nationalrat Markus Vogl, SP-Bezirksgeschäftsführer Georg Stimeder, und zahlreiche SPÖ Ortsgruppen aus Stadt und Land an der Kundgebung teil.