STEYR. Ab Jänner 2021 wird Markus Vogl (SPÖ) das Amt des Vizebürgermeisters übernehmen. Im Herbst 2021 tritt er als Spitzenkandidat der SPÖ bei der Gemeinderatswahl an. Im Interview mit e-steyr erzählt der Nationalratsabgeordnete von seinem persönlichen Werdegang, seinen politischen Zielen und von seiner Zeit im Parlament ...

Nach dem Bundesheer wurde Vogl bei MAN Steyr tätig. Seine Zeit dort hat Vogl nicht nur persönlich, sondern auch politisch geprägt. Mit dem Beitritt zum Betriebsrat 1998 folgte auch der Einstieg in die Partei. Im Jahr 2010 wurde er dann Betriebsratsvorsitzender. Kurze Zeit später kam seitens der Partei die Frage, ob er es sich vorstellen könnte, für den Nationalrat zu kandidieren. Nach intensiven Überlegungen entschied Vogl sich schließlich dafür und feierte 2013 seinen Einzug ins Parlament.

Die Zeit im Nationalrat bezeichnet er als sehr spannend und interessant, aber auch als sehr fordernd. Vogl konnte in vielen verschiedenen politischen Bereichen mitwirken. Mittlerweile ist er hauptsächlich für den Konsumentenschutz zuständig.

"Demokratie gehört immer weiterentwickelt"
Die Entwicklung der österreichischen Demokratie empfindet er als Punkt, der im Parlament noch einiger Arbeit bedarf. „Demokratie gehört immer weiterentwickelt. Das ist nicht immer leicht, aber dringend notwendig und leider passiert in diesem Bereich nicht so viel“, sagt er. Im Nationalrat lernt man laut Vogl außerdem auch schnell, sich Gehör zu verschaffen. Der Weg dorthin ist oft nicht einfach, allerdings ist es dann umso schöner, „wenn man merkt, dass man gehört und ernst genommen wird“.

Als er letztendlich gefragt wurde, ob er sich vorstellen könnte, Steyrer Bürgermeister zu werden, hat Vogl nicht lange überlegt. Dieses Amt ausüben zu können, wäre eine große Ehre für ihn. „In Steyr Verantwortung übernehmen zu können, ist etwas sehr Schönes“, meint er. „Eine Funktion, in der man konkret etwas umsetzen kann, ist für mich sehr reizvoll.“

"Steyr muss wieder zum Zentrum der Region werden"
Seine politischen Ziele liegen vor allem darin, die Region wieder attraktiver zu machen. Einerseits gehören natürlich die Arbeitsplätze in und um Steyr gesichert, andererseits muss man, neben der direkten Investition in Betriebe, auch vermehrt in Forschung und Entwicklung investieren. Eine Möglichkeit hierbei wäre die Förderung offener Forschung und Projekte, bei der sich letztendlich mehrere interessierte Partner einbringen können. So könne man laut Vogl neue Arbeitsplätze schaffen, die auch für die jungen Bürger und Bürgerinnen attraktiv sind.

Ein weiterer Punkt ist die Etablierung Steyrs als Zentrum der Region. „Die Menschen haben den Bezug zu Steyr verloren. Diesen gilt es, wiederherzustellen“, findet Vogl. Der Ausbau der öffentlichen Verkehrsanbindungen und die transparentere Gestaltung des Stadtangebots sollen dabei helfen.

Auch der Klimawandel spielt eine wichtige Rolle in der politischen Zukunft der Region. „Wir müssen das selbst in die Hand nehmen. Wir können nicht erwarten, dass sich da etwas ändert, ohne dass man daran arbeitet“, sagt Vogl. Er möchte vor allem vermehrt in die lokale Energieproduktion investieren und dort Fortschritte erzielen.

Neben seinem intensiven Arbeitsalltag versucht Vogl allerdings auch, genügend Zeit zu finden, um lesen, reisen und im Garten arbeiten zu können. Diese Dinge helfen ihm, einen kühlen Kopf zu bewahren. Außerdem ist es wichtig, sich einen Freundeskreis außerhalb der Politik zu erhalten. „Man muss regelmäßig aus der Social Media- und Politik-Blase herauskommen, um den Bezug zur Realität nicht zu verlieren.“

Melanie Gelsinger für e-steyr.com