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Steyr: Kaufmännische Berufsschule vor dem Aus

STEYR. Wie nun durchsickerte, soll die kaufmännische Berufsschule (BS2) Steyr ebenso wie die Berufsschule Braunau geschlossen werden. SPÖ und Grüne bringen nun einen dringlichen Initiativantrag im Landtag ein ...

um volle Aufklärung zu erhalten und um das Aus für die beiden Schulen abzuwenden. Die SPÖ warnt, die Pläne seien sehr konkret, wie Insider-Infos und eine Aussendung der zuständigen ÖVP-Landesrätin nahelegen.

An der BS 2 Steyr machen derzeit rund 310 Lehrlinge (Bürokaufleute, Einzelhandel, Rechtskanzleiassistenz) aus Steyr-Stadt, Steyr-Land und aus dem Bezirks Kirchdorf ihre schulische Ausbildung. 18 Lehrerinnen und Lehrer sowie drei Mitarbeiterinnen sind von dieser avisierten Schließung betroffen. Allesamt müssten sie künftig nach Linz bzw. in eine andere Schule pendeln.

„Für den Schulstandort Steyr mit hochqualifizierten Ausbildungen in allen Bereichen würde dies einen wirklichen Einschnitt darstellen“, so Nationalrat Markus Vogl „Ich setze mich für den Ausbau der Fachkräfteausbildung in Lehrwerkstätten und Betrieben ein. Es ist kontraproduktiv, einen erfolgreichen Schulstandort, wie ihn die kaufmännische Berufsschule darstellt, zu schließen. Die guten Strukturen unserer Industrie-Region benötigen sehr wohl auch gut ausgebildete Lehrlinge aus dem Bereich Büro und Handel! Still und heimlich eine Schließung vorzubereiten und alle Involvierten vor vollendete Tatsachen zu stellen, ist untragbar.“

Die Aussendung der Landeskorrespondenz wurde offenbar verfasst, nachdem Berufsschulschließungspläne publik geworden waren. Darin heißt es unter anderem: „LRin Haberlander: Alle oberösterreichischen Berufsschulstandorte werden im Hinblick auf die künftige Ausrichtung überprüft – Erste Ergebnisse und Vorschläge des Projektteams sollen bis Ende des Jahres vorliegen.“

„Unserer Info zufolge sei von Evaluierung keine Rede mehr, das Aus für die Steyrer BS 2 sei im kleinen Kreis besiegelt worden. Dem Vernehmen nach waren bereits mögliche Nachnutzer zur Besichtigung der Räume vor Ort. Ich erwarte mir konkrete Antworten im Landtag“, so Markus Vogl.

Auch die Arbeiterkammer OÖ protestiert

„Auf der einen Seite wird die Wichtigkeit höchstqualifizierter Arbeitnehmer für die Wirtschaftsentwicklung beschworen und über Facharbeiter- und Lehrlingsmangel geklagt, auf der anderen Seite will man Berufsschulstandorte schließen. Das passt nicht zusammen“, kritisiert AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer.

Dass das Land die Schließung konkreter Berufsschulen erwägt, ohne mit den Betroffenen geredet zu haben, ist für die AK völlig inakzeptabel. „Es muss schleunigst Gespräche mit allen Betroffenen am Standort geben. Dabei müssen auch die Schülervertreter/-innen einbezogen und alle möglichen Alternativen zur Schließung ernsthaft geprüft werden“, fordert Kalliauer.

Berufsschulen hätten eine hohe bildungs- und wirtschaftspolitische Bedeutung für eine Region. Berufsschulen und Lehrlinge dürften nicht zu Opfern kurzsichtiger Sparpolitik werden. Es müsse im Gegenteil alles getan werden, um die Ausbildung der Lehrlinge zu stärken. Die Wirtschaftskammer fordert der AK-Präsident auf, gemeinsam mit der AK gegen die übereilte Schließung von Schulstandorten aufzutreten.

 
NR Markus Vogl (SPÖ)

 

 

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