STEYR. Die Beweglichkeit des Sprunggelenkes begleitet uns sprichwörtlich auf Schritt und Tritt. Unsere Füße sind das erste Glied in einer langen Bewegungskette (diese reicht bis zum Schultergürtel und der Halswirbelsäule) und informieren als Erstes unsere Bewegungssteuerung beim aufrechten Bewegen im freien Raum ...

Jede Form von Dysfunktion in diesem Körperabschnitt hat somit negative Folgen auf das gesamte Bewegungssystem beim Gehen oder auch beim Klettern und bei allen Lauf- und Spielsportarten.

Schon allein die Tatsache, dass wir uns im Alltag ausschließlich auf ebenem und befestigten Untergrund bewegen führt zu Veränderungen unseres natürlichen Gangmusters. Erschwerend kommt noch hinzu, dass wir ständig Schuhe tragen, die in den meisten Fällen Absätze haben und sogar die meisten Sportschuhe haben eine sogenannte Sprengung – eine Erhöhung des Fußbettes im Fersenbereich. Zusätzlich ist praktisch jeder von uns schon einmal umgeknickt – hat sich umgangssprachlich überknöchelt - was häufig Spuren hinterlässt und Defizte der Flexibilität zur Folge hat.

Die komplexe Funktionsweise unserer Füße und das Zusammenspiel von Sprunggelenk, Fußwurzel, Mittelfuß und Zehen wird durch Lebensstil und Vorschädigungen somit nachhaltig beeinträchtigt. All das führt in vielen Fällen zu einer reduzierten Beweglichkeit und ist eine häufige Ursache für viele Verletzungsmechanismen und Beschwerdebilder.

Achillessehnenprobleme, Fersensporn, Fußgewölbeschwächen oder Hammerzehen sind nur einige Beispiele, die in vielen Fällen durch Einschränkungen der Beweglichkeit im Sprunggelenk "begünstigt" werden.

Unsere Beine sollen uns ein ganzes Leben lang tragen. Die Pflege unserer Füße sollte neben der herkömmlichen Pediküre unbedingt um die Pflege der Bewegungsgesundheit ergänzt werden. Bedenkt man die Präsenz der Fußreflexzonen an der Sohle - unser gesamter Körper inklusive aller Organe ist an der Fußssohle repräsentiert - kann auch jeder Laie ermessen wie groß die Bedeutung einer guten Fußgesundheit für Jede(n) von uns ist.

Also `raus aus den Schuhen – und `rein ins Sprunggelenksprogramm.

Für das Faszientraining im Fußbereich braucht ihr neben einer Rolle zusätzlich einen Faszienball oder alternativ einen Tennisball. Fußsohle, Waden- und Schienbeinmuskulatur jubeln förmlich vor Freude, wenn Sie achtsam bearbeitet werden. Auch wenn es sich anfangs ganz anders anfühlt. Kurz wieder die wichtigsten Kriterien zur Arbeit mit der Faszienrolle:

  1. es ist immer unangenehm
  2. es darf aber keinesfalls schmerzhaft sein
  3. ihr müsst während der gesamten Anwendung ruhig und tief atmen können und
  4. um effektiv zu sein, solltet ihr so langsam wie möglich - ja nahezu in Zeitlupe - für 2-3 Minuten arbeiten

Bei dauerhaft massiven Beschwerden oder akuten Schmerzzuständen raten wir dringend, den Arzt eures Vertrauens und in weiterer Folge professionelle Physiotherapie in Anspruch zu nehmen. Eine allfällig notwendige medizinische Behandlung kann durch unseren Bewegungsratgeber keinesfalls ersetzt werden.