NEUZEUG. Auf einer steilen Hangwiese in Neuzeug, Gemeinde Sierning, zeigt sich die Gewöhnliche Kuhschelle derzeit wieder als seltener Frühlingsbote in voller Blüte. Seit fast 35 Jahren setzt sich der Natur- und Umweltschutzverein Sierninghofen-Neuzeug für den Erhalt dieser besonderen Art ein.
Anfangs wurden die Flächen am Kelten- und Kreuzbergweg auf zehn Jahre gepachtet, inzwischen haben die Gemeinde Sierning und der Umweltschutzverein zwei Grundstücke angekauft und als Naturdenkmal unter Schutz gestellt. Rund 950 Arbeitsstunden fließen jedes Jahr in die Pflege der „Kuhschellenleite“ in Neuzeug – mit Unterstützung von acht Arbeitseinsätzen der Mittelschule Sierning und deren Lehrkräften.
Die intensive Pflege zeigt Wirkung: Auf der Kuhschellenleite blüht wieder die Gewöhnliche Kuhschelle, auch Küchenschelle (Pulsatilla vulgaris) genannt. Die zarte Frühlingsblume ist in Oberösterreich bereits sehr selten geworden und steht daher unter strengem Schutz.
Viele Bestände gelten als gefährdet und sind in der Roten Liste erfasst. Zu den letzten Vorkommen in Oberösterreich zählen Standorte im Raum Wels, Linz und Sierning.
Kein Wunder also, dass die Kuhschellen ein begehrtes Fotomotiv sind – besonders bei Gegenlicht, das den dichten Haarpelz der Pflanzen besonders eindrucksvoll zur Geltung bringt.
Unten: Der dichte Haarpelz der Kuhschelle leuchtet im Gegenlicht. Foto © GERHARD HÜTMEYER