• BEZIRK: STEYR
Oben: Sandra Thaler (zweite von links) bei der Vernissage „Viaggi" in L'Aquila, der italienischen Kulturhauptstadt 2026. Foto © privat.

STEYR / L'AQUILA. Ein unvergesslicher Abend für die aus Steyr stammende Künstlerin Sandra Thaler: In L’Aquila, der italienischen Kulturhauptstadt 2026, wurde ihr Werk „Moon“ bei der Vernissage „Viaggi“ im prachtvollen Palazzo dell’Emiciclo zum Sinnbild für Rückkehr und Resilienz.

Die Ausstellung selbst war viel mehr als nur eine Kunstschau. Sie war eine Begegnung zwischen Künstlern aus aller Welt und den Menschen aus der Abruzzen-Region. Die Atmosphäre war tief bewegend, als viele Gäste ihre persönlichen Geschichten von der Zerstörung durch die Erdbebenkatastrophe vom 6. April 2009 und dem mühsamen Wiederaufbau teilten. Besonders berührend: Zahlreiche Familien, die ihre Heimat einst verlassen mussten, waren extra für diesen Abend nach L’Aquila zurückgekehrt – ein starkes Zeichen der Hoffnung und der verbindenden Kraft, die von Kunst ausgehen kann.

Dialog zwischen Vergänglichkeit und Ewigkeit
Im Mittelpunkt stand dabei Thalers Gemälde „MOON“. Die Kuratoren lobten das Werk als besonders stimmigen Beitrag, weil es den Dialog zwischen Vergänglichkeit und Ewigkeit auf so eindringliche Weise sichtbar macht. Durch die Kombination von archaischer Asche und edlem 22-karätigem Roségold fängt Thaler die Zerbrechlichkeit des Augenblicks ein, aber auch die unzerstörbare Beständigkeit der Hoffnung.

„Mit ‚MOON‘ wollte ich spürbar machen, wie nah sich Vergänglichkeit und Ewigkeit oft sind“, erklärt die Künstlerin. „Die Asche steht für das, was zerstört wurde, das Roségold für das, was bleibt – die Hoffnung und die Fähigkeit einer Gemeinschaft, wieder aufzustehen.“

So war der Abend im Palazzo dell’Emiciclo nicht nur ein künstlerischer Erfolg für Sandra Thaler, sondern auch ein starkes Signal für den Austausch über Grenzen hinweg. In einer Stadt, die ihre schmerzhafte Geschichte nicht vergisst und trotzdem mutig nach vorne blickt, wurde an diesem Abend spürbar, was Kunst für eine Gemeinschaft wirklich bewegen kann.

Zu sehen ist die Ausstellung "Viaggi" von 2. bis 16. Mai im Palazzo dell’Emiciclo, L'Aquila, Italien. 

Webtipp: www.sandrathaler.art 

Unten: Die begürtige Steyrerin Sandra Thaler in L'Aquila, Italien.
Ganz unten: Der Palazzo dell’Emiciclo. Fotos © privat.


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