• BEZIRK: STEYR
Oben von links: Voglsam, Wandl, Rathgeb Wagner. Foto © Seniorenbund.

STEYR. Beim Steyrer Seniorenbund stand jüngst ein Stück oberösterreichischer Geschichte im Mittelpunkt: Kulturreferent Kons. Robert Wandl spannte in seinem Vortrag den Bogen vom sogenannten „Frankenburger Würfelspiel“ bis zum groß angelegten Bauernaufstand im Jahr 1626.

Vor rund 400 Jahren erhoben sich im damaligen „Land ob der Enns“ die Bauern und brachten vom Mai bis November fast ganz Oberösterreich – das Innviertel gehörte damals noch nicht dazu – unter ihre Kontrolle. Das „Frankenburger Würfelspiel“ von 1625, bei dem auf grausame Weise über Leben und Tod entschieden wurde, habe, wie Wandl ausführte, „das Fass zum Überlaufen gebracht“.

Beherzte Anführer wie Stefan Fadinger und Christoph Zeller riefen zum Aufstand auf und konnten anfangs mehrere militärische Erfolge verbuchen. Mit dem frühen Tod der beiden Oberhauptmänner wendete sich jedoch das Blatt, die Truppen der Obrigkeit gewannen die Oberhand, und die Bauern verloren nach und nach alle ihre Eroberungen. Die anschließende Rache der Herrschenden beschrieb Wandl als ebenso konsequent wie gnadenlos.

Im heurigen Gedenkjahr gehe es, so der Tenor des Abends, nicht nur um die Erinnerung an ein bewegtes Kapitel der Landesgeschichte, sondern auch um die Botschaft für die Gegenwart: „Aus solchen Ereignissen können wir lernen, dass es zu jeder Zeit den Mut zum Verzeihen braucht.“

SB-Obfrau Ursula Voglsam bedankte sich abschließend bei Kulturreferenten Kons. Robert Wandl für die „subtile Aufarbeitung dieses nach wie vor faszinierenden, aber auch mahnenden Themas“.

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