• BEZIRK: KIRCHDORF
Oben: Das Traditionsgasthaus Schöllhuber in Kirchdorf an der Krems schließt mit 5. Okt. 2026 seine Pforten. Foto © GERHARD HÜTMEYER

KIRCHDORF. Einst war das Gasthaus unter dem Namen „Zur goldenen Krone“ bekannt und wurde in den 1970er-Jahren von Heinz und Lore Schöllhuber übernommen. Heute wird das Wirtshaus Schöllhuber samt Fleischerei in der Kirchdorfer Fußgängerzone (Simon-Redtenbacher-Platz 8) von Hannes und Mathilde Schöllhuber geführt – jedoch nur mehr bis zum 5. Oktober 2026.

Für viele Menschen in Kirchdorf ist es kaum vorstellbar: Der „Schölli“ sperrt zu. Damit geht eine Ära zu Ende, die das gesellschaftliche Leben in Kirchdorf über Jahrzehnte geprägt hat. Das traditionelle Wirtshaus mit seiner bodenständigen Hausmannskost war weit mehr als ein Ort zum Essen und Trinken. Es war Treffpunkt, Stammlokal und ein Stück gelebte Kirchdorfer Identität.

Die legendäre „Kesselheiße“ jeden Donnerstag von 8 bis 14 Uhr wird noch bis Ende des Jahres angeboten, bevor im Wirtshaus endgültig die Lichter ausgehen. Auch die Fleischerei soll bis zum Jahresende geöffnet bleiben.

Abschied nach 45 Jahren
Johannes Schöllhuber blickt mit Dankbarkeit auf die vergangenen Jahrzehnte zurück: „Nach 45 Jahren als Fleischer und Wirt ist für mich nun die Zeit gekommen, in den Ruhestand zu gehen. Gerne hätte ich meinen Betrieb und mein Fachwissen an einen Nachfolger weitergegeben. Leider hat sich niemand gefunden, der unseren Betrieb weiterführen möchte. Ich möchte vor allem Danke sagen – unseren Gästen und Kunden. Danke für die Treue und die vielen schönen Begegnungen.“

Im Gasthaus „Schölli“ saßen die verschiedensten gesellschaftlichen Schichten an einem Tisch. Es war ein besonderer Ort des gesellschaftlichen Lebens. Mit der Schließung verschwindet nicht nur ein Wirtshaus, sondern auch ein Stück Kirchdorfer Wirtshauskultur, das über Generationen hinweg Menschen zusammengebracht und weit über die Gemeindegrenzen hinaus Bekanntheit erlangt hat.

Unten: Das Schreiben von Johannes Schöllhuber an der Wirtshaustür. Foto © GERHARD HÜTMEYER

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