STEYR. Die Ausstellung BODIES OF WORK der Künstlerin Katharina Gruzei zeigt Auszüge aus der gleichnamigen Fotoserie, die in Österreichs letzter Donau-Schiffswerft (ÖSWAG) im Linzer Winterhafen entstand. Hochtechnologische maschinelle Fertigung und industrielle Handarbeit sind dort miteinander bis heute verzahnt. Von 5. November 2022 bis 30. Juli 2023 werden die Werke im Museum Arbeitswelt sehen sein ...

Arbeit ist ein zentrales Thema im Schaffen von Katharina Gruzei. Über einen Zeitraum von eineinhalb Jahren begleitete sie die Arbeitsprozesse in der Linzer Schiffswerft – bei Tag und bei Nacht. „Oft begann ich frühmorgens die Schicht mit den Arbeitern und begleitete sie durch ihren Arbeitstag. Während ich in den ersten beiden Monaten fast täglich vor Ort war, fotografierte ich danach in größeren zeitlichen Abständen und auch außerhalb der regulären Arbeitszeiten. Nachts und an den Wochenenden, wenn die Hallen menschenleer sind, wandelt sich das Betriebsgelände zum Naturreservoir an der Donau, in dem Matrosen wie auch Tiere einen Hafen finden“, beschreibt die Künstlerin ihren Arbeitsprozess.

Einblicke in die Arbeitswelt: 25 Bilder und 1 Film
Katharina Gruzei hat in Berlin, Santa Barbara und Linz studiert. Die 1983 in Klagenfurt geborene Künstlerin arbeitet mit Fotografie, Film, Video, Installationen, Sound und Objekten. Mit ihren dokumentarisch-künstlerischen Arbeiten zeigt sie nicht nur das Zusammenspiel zwischen Mensch und Maschine, sondern auch den sozialen Charakter der Arbeit, der von Arbeiter:innen und unternehmerischer Tradition gleichermaßen geprägt ist. Die Sinnlichkeit und Zeitlosigkeit der Motive beeindrucken. An vielen Stellen scheint die 180-jährige Betriebsgeschichte durch. Doch die Werft erlaubt auch den Blick in die Zukunft und eröffnet gedankliche Räume, die von der Industrialisierung des 19. Jahrhunderts bis zum Genre der Science-Fiction reichen.

Die Ausstellung im Museum Arbeitswelt zeigt neben der Serie Bodies of Work (2017) auch Gruzeis Kurzfilm Die ArbeiterInnen verlassen die Fabrik (2012). Eine Anlehnung an den ersten Film der Lumière-Brüder im Jahr1895, der Arbeiter, aber vor allem Arbeiterinnen zeigt, die die Fabrik der Lumières verlassen; umgelegt auf die seit 2009 geschlossene Linzer Tabakfabrik weist sie auf die fehlende Repräsentation von Frauen im deutschen Titel hin.

Eröffnung am 4. November
Die Ausstellung wir am Freitag, dem 4. November, um 19 Uhr in der frisch sanierten Mittelhalle des Museums statt. „Wir freuen uns, dass wir nun endlich den ersten Bereich des Museums wieder für alle zugänglich machen können. Mit ,Bodies of Work‘ dürfen wir eine Ausstellung präsentieren, die sich auf eine sehr ästhetische Weise die Kernfragen des Museum Arbeitswelt beleuchtet“, freut sich Stephan Rosinger, künstlerischer Leiter. Moderiert wird die Eröffnung von Susanne Pollinger. Die musikalische Untermalung kommt von Bernhard Breuer – bekannt als Schlagzeuger des Trios ‚Elektro Guzzi‘ – mit seinem Soloprojekt Black Pulse. Anmeldung erbeten: 07252 77351 / Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Danach sind die Werke während des Umbaus jeweils von Freitag bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr im Museum Arbeitswelt zu besichtigen. Eintritt: 7 / 5 Euro; im AK-Kulturmonat November: 1 Euro mit AKOÖ-Leistungskarte.

Foto © K. Gruzei