STEYR. UPDATE 29. Juni '12: RAG versichert "WIR SETZEN KEIN FRACKING EIN!". Rund um Steyr sucht die RAG-Gruppe nach den letzten Resten fossilen Rohstoffs. Möglicherweise wird bei der Förderung danach auch die höchst umstrittene und in vielen Ländern bereits verbotene Förderungsmethode "FRACKING" eingesetzt, bei der unter anderem Chemikalien mit Hochdruck ins Erdreich gepresst werden. Was passiert dabei mit unserem Grundwasser? ...

UPDATE 29. Juni '12: Auszug aus einem Informationsschreiben der RAG zu den Aktivitäten im Raum Steyr (vollständiges Schreiben liegt der e-steyr Redaktion vor)

Bei den derzeit im Raum Steyr und Sierning stattfindenden seismischen Untersuchungen, geht es um die Aufsuchung von natürlichen Erdöl- und Erdgaslagerstätten bzw. die mögliche Nutzung von Geothermie. Derartige seismische Untersuchungen sowie etwaige weiterführende Bergbautätigkeiten bis hin zu einer möglichen späteren Produktion werden unter strikter Einhaltung aller gesetzlichen Vorgaben durchgeführt.

Die durch unsere Aktivitäten betroffenen Gemeinden und Grundeigentümer werden selbstverständlich im Vorfeld über unsere Vorhaben informiert und eingebunden. Bei diesen potenziellen Lagerstätten handelt es sich um konventionelle Vorkommen, die im Falle der Fündigkeit einer Bohrung mit normalen Fördermethoden – also ohne Fracking – erschlossen werden.

Die RAG verfügt in ihren Konzessionsgebieten in Oberösterreich, Niederösterreich und Salzburg über geologisch hervorragende Sandsteinlagerstätten, sogenannte ‚konventionelle‘ Gaslagerstätten. Aus diesem Sandstein kann das Gas mit unseren üblichen, jahrzehntelang erprobten und sichersten Verfahren erbohrt und gefördert werden.

Solche oder ähnliche "Pumpenböcke" könnte die RAG bald im Raum Steyr und Umgebung zur Förderung einsetzen.

 

Alles GAS, oder WAS?

Es ist eine Geschichte der vielen offenen Fragen. Scheinbar unsichtbar, dennoch direkt vor unserer Haustüre sucht die RAG (Rohölauffindungsaktiengesellschaft) nach Öl und Gasreserven. In 24 Gemeinden rund um Steyr.

Die deutsche Firma DMT führt diese Spezialmessungen durch. Gesucht wird nach den letzten Resten fossilen Rohstoffs. Aufgrund des anhaltenden hohen (und vermutlich noch steigenden) Öl- und Gaspreises "rentiert" sich diese aufwändige Suche und teure Förderung, so argumentiert die RAG.

Über 1 Milliarde Euro investiert die RAG-Gruppe in die Auffindung und so darf man davon ausgehen, dass mehr als diese Summe rückfließen soll, in Form von gefördertem Öl und Gas. Viele dieser Gebiete liegen jedoch in sensiblen Ökozonen, neben Flüssen und Bächen, in unberührter Natur. Das größte Risiko birgt aber die Fördertechnik selbst: Es ist nicht auszuschließen, daß auch das sogenannte "hydraulic fracturing" kurz FRACKING Verfahren eingesetzt werden könnte. Die RAG misst nach eigenen Angaben bis in eine Tiefe von 6000m. Lagerstätten, die so tief liegen, lassen vermuten, daß es sich um sogenanntes "Schiefergas" handeln könnte. Und um dieses zu fördern, verwendet man FRACKING.

 

Gas in bis zu 8000 Meter Tiefe

Schiefergas ist ein Gas, das im Muttergestein auf 5000 bis 8000m Tiefe eingebettet ist und nur durch eine spezielle sehr teure Methode freigesetzt werden kann. Bei der sogenannten Fracking-Methode werden Millionen Liter Wasser mit Chemikalien versetzt mit hohem Druck in die Tiefe gepresst und so das Gestein aufgesprengt, damit das Gas entweichen und an die Oberfläche befördert werden kann.

Die beigestellten Filme zeigen in erschreckender Weise, wie brutal und zerstörerisch diese Methode ist und wie "verschwiegen" eine der mächtigsten Lobbies mit diesem Thema umgeht. Obwohl sie immer behaupten, diese Methode nicht anzuwenden, so zeigt der "Fall Weinviertel" deutlich, wie "ehrlich" hier mit den Menschen umgegangen wird. Einer engagierten Bürgerinitiative und einer Lokalzeitung ist es zu verdanken, daß diese unglaubliche Vertuschung ans Licht gekommen ist und im Weinviertel zu einem vorläufigen Stop der Bohrungen geführt hat.

 

FRACKING weltweit umstritten

Daß FRACKING sehr gefährlich und weltweit äußerst umstritten ist, sieht man auch daran, daß diese Methode bereits in vielen Ländern verboten ist. Bulgarien hat jüngst durch eine unbeschreibliche Mobilmachung ein Moratorium erwirkt. Deutschland, Tschechien, Polen, Irland(um nur einige Beispiele zu nennen) haben es geschafft, einen vorläufigen Stop der Schiefergasförderung zu erreichen.

Aber wer wurde bei uns informiert? Wer weiß genau Bescheid, was die RAG sucht, wo genau die Firma DMT Messungen durchführt und wie anschließend gefördert wird? Wo verlaufen dann die Leitungen und Pipelines? Was passiert mit unserem Grundwasser? Ist es das öffentliche Thema, das es aufgrund der möglichen dramatischen Folgen für die Umwelt, das Wasser , unsere Gesundheit und Zukunft unserer Kinder sein sollte? Sind wirklich alle Fragen gestellt und beantwortet?

Aufgrund der Geschehnisse und der gezeigten "Ehrlichkeit" der Konzerne scheinen erhebliche Zweifel an diesem Vorhaben berechtigt! Dabei betrifft dieses Thema uns alle! Unsere Gesundheit, der Erhalt unserer Natur und das Bewahren unserer wunderschönen Gemeinden für die nächsten Generationen lassen KEINE ZWEIFEL zu! Beginnen wir FRAGEN ZU STELLEN und FORDERN wir EHRLICHE ANTWORTEN!

 

{youtubejw}eO_5j37F_q4{/youtubejw}

{youtubejw}KMSCSsu1HPI{/youtubejw}

Fahrzeuge der DMT in Neuzeug / Letten