STEYR. Eine 89-jährige Frau aus Steyr wenige Tage nach ihrer Entlassung aus dem Klinikum Steyr tot in ihrer Wohnung aufgefunden worden. Die Seniorin, die an Diabetes litt und an Demenz erkrankt war, war am 27. Oktober 2025 nach Abschluss ihrer Behandlung aus dem Krankenhaus entlassen worden – ohne dass Angehörige oder Pflegedienste darüber informiert wurden.
Wie die OÖNachrichten zuerst berichteten, entdeckte ein Pfleger die Tote erst Tage später, als ihm in der Wohnung der Frau ein Licht auffiel und er nachsehen wollte. Laut ersten Erkenntnissen könnte ein Zuckerschock in Verbindung mit einem Sturz zum Tod geführt haben.
Die Enkelin der Verstorbenen, die als Erwachsenenvertreterin fungierte, zeigte sich fassungslos: Weder sie noch der betreuende Pflegedienst seien über die Entlassung informiert worden. Als die 89-Jährige entlassen wurde, war die Enkelin selbst aufgrund einer Operation im Spital.
Die Oberösterreichische Gesundheitsholding (OÖG), die das Krankenhaus betreibt, bestätigte den Vorfall. Eine Sprecherin erklärte, dass zum Zeitpunkt der Entlassung kein Hinweis auf eine bestehende Erwachsenenvertretung in den Unterlagen vermerkt gewesen sei. Zudem habe die 89-Jährige selbst den Wunsch geäußert, entlassen zu werden. „Aus medizinischer Sicht bestand keine klinische Betreuungspflicht mehr, und die Patientin machte im Entlassungsgespräch den Eindruck, selbstständig für sich sorgen zu können. Unser Bedauer gilt den Angehörigen“, so die OÖG.