KIRCHDORF. Im Fall um einen Oberarzt des Klinikums Kirchdorf ist es zu einer Einigung gekommen. Der Oberarzt war im Dezember 2024 nach Vorwürfen fristlos entlassen worden, die sich später als unbegründet herausstellten. Nun bedauert die Oberösterreichische Gesundheitsholding (OÖG) ihr damaliges Vorgehen und hat sich entschuldigt.
Mehr als ein Jahr nach den Ereignissen im Klinikum Kirchdorf, die zur Entlassung geführt hatten, einigten sich beide Seiten nun einvernehmlich. In einer Aussendung teilte die OÖG am Donnerstag mit: Nach „offenen und konstruktiven Gesprächen“ werde gemeinsam mit der Rechtsvertretung des Arztes eine einvernehmliche Auflösung des Dienstverhältnisses bekanntgegeben. Basis dafür sei die Rücknahme von Entlassung und Kündigung durch die OÖG.
Besonders betonte die Gesundheitsholding, dass sie den Ablauf seit dem 20. Dezember 2024 und insbesondere die damalige Kommunikation ausdrücklich bedauere. Diese habe den ungerechtfertigten Eindruck einer Vorverurteilung erweckt – ein Punkt, den Kritiker bereits kurz nach der fristlosen Entlassung bemängelt hatten, zumal der Arzt sich zu den Vorwürfen zunächst gar nicht äußern konnte.
Dem Anästhesisten war zur Last gelegt worden, zwei schwerkranken Palliativpatienten zu hohe Dosen eines starken Schmerzmittels verabreicht zu haben; beide verstarben kurz darauf. Diese Anschuldigungen erwiesen sich später als haltlos. Die OÖG zog die Entlassung nun zurück und entschuldigte sich für die damalige öffentliche Darstellung. Der Oberarzt schilderte in den Gesprächen eindringlich, wie sehr ihn die Vorwürfe, von denen er aus den Medien erfahren hatte, persönlich belastet hätten.
Laut OÖG ist die medizinische Reputation des Arztes durch die klare Stellungnahme der Staatsanwaltschaft Steyr objektiv wiederhergestellt. Der Vorsitzende der Geschäftsführung, Franz Harnoncourt, habe dies auch gegenüber der Belegschaft im Klinikum Kirchdorf im Beisein des Betroffenen bekräftigt und sich im Namen der OÖG entschuldigt.
Dem Oberarzt wurden eine Weiterbeschäftigung am Pyhrn-Eisenwurzen Klinikum Kirchdorf sowie am Kepler Universitätsklinikum angeboten – alternativ auch eine einvernehmliche Auflösung des Dienstvertrags, für die sich der Arzt letztlich entschied.