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STEYR. Mit rund 37.000 Einwohnern gehört Steyr zu jenen österreichischen Städten, die weder mit der Anonymität einer Großstadt zu kämpfen haben noch mit der Abgeschiedenheit eines Dorfs. Dennoch – oder vielleicht gerade deshalb – stellt sich eine interessante Frage. Was passiert in einer industriell geprägten Regionalstadt, wenn die Digitalisierung Einzug hält?

Die Antwort ist vielschichtig. Wer heute in Steyr lebt, kauft vielleicht noch beim Nahversorger ums Eck, bezahlt die Parkgebühr aber per App. Seit Frühjahr 2024 läuft das Parken im Stadtzentrum über EasyPark. Eine kleine, aber bedeutende Neuerung. Der Magistrat zieht konsequent mit. Behördenwege sollen papierlos und ortsunabhängig erledigt werden.
Der Umbruch im Alltag beschränkt sich nicht auf Verwaltungsthemen. Digitalisierung verändert auch, wie Menschen ihre Freizeit verbringen. Streaming ergänzt das Kino. Online-Shopping konkurriert mit dem Einkaufszentrum. Digitale Unterhaltungsplattformen – von Multiplayer-Games über Sportwetten bis hin zu Online-Casinos – sind längst kein Randphänomen mehr. Portale wie automatenspielex.com zeigen, wie sich die Online-Glücksspiel-Branche über die letzten Jahre weiterentwickelt hat. Niemand muss heute noch in eine typische Spielhalle gehen, um Casino-Spiele genießen zu können. Genau wie man nicht mehr in die Videothek muss, um hochwertige Filme anzusehen.

E-Government als stiller Treiber
Österreich gilt im europäischen Vergleich als Vorreiter beim E-Government. Laut eGovernment Monitor 2023 sind 75 Prozent der Bevölkerung mit den gebotenen digitalen Verwaltungsservices zufrieden. Deutlich mehr als in Deutschland, wo nur 58 Prozent der Bevölkerung mit dem Online-Angebot zufrieden sind.
In Steyr bietet der Magistrat viele Leistungen online an. Reisepass beantragen, Fahrzeug ummelden, behördliche Auskunft einholen – all das geht in vielen Fällen ohne aufwändigen Amtsbesuch. Das zentrale Werkzeug ist die ID Austria, die Nachfolgerin der Handy-Signatur. Österreichweit haben sich bis Dezember 2025 bereits 4,8 Millionen Menschen registriert. Rund 900.000 davon kamen durch die Initiative „Näher zum Bürger, Schneller zum Service“ dazu. Zwei Drittel der rund 2.100 österreichischen Kommunen sind mittlerweile Registrierungsstellen.
Besonders bemerkenswert ist die Entwicklung bei älteren Menschen. Der Anteil der 65- bis 84-Jährigen, die das Internet nutzen, ist laut Statistik Austria binnen zwei Jahren von 69 auf 75 Prozent gestiegen. Auch hier zeigt sich Österreich im Vergleich mit vielen anderen europäischen Ländern führend.

Was die digitale Transformation für Steyrer Betriebe bedeutet
Die lokale Wirtschaft spürt den Wandel deutlich. Seit April 2023 betreibt die Fachhochschule Oberösterreich den FH OÖ DigiSpace am Campus Steyr. Auf 500 Quadratmetern stehen 3D-Drucker, Mixed-Reality-Bereiche und Labore bereit. Das Land Oberösterreich investierte 3,2 Millionen Euro in diesen Standort. Ziel ist die Unterstützung kleiner und mittlerer Unternehmen bei der digitalen Transformation.
Für viele Handels- und Gastronomiebetriebe ist Digitalisierung längst überlebenswichtig. Online-Bestellsysteme, digitale Kassen und Social-Media-Auftritte sind die Grundlagen für Erfolg. Das Netzwerk Zukunftsregion Steyr bringt Industrie, Kleinbetriebe und Bildungsträger zusammen. Dieser Austausch ist entscheidend, um Wissen in der Region zu halten. Ein Modell, das zeigt: Gemeinsam meistern auch überschaubare Strukturen den digitalen Wandel.
Besonders für die Gewinnung neuer Fachkräfte spielt die digitale Modernisierung eine Schlüsselrolle. Junge Talente suchen gezielt nach Betrieben, die moderne Arbeitsweisen und innovative Technologien bieten. Der DigiSpace dient hierbei als Brücke zwischen Forschung und Praxis. Lokale Unternehmen können dort neue Technologien risikofrei testen, bevor sie selbst investieren. Diese enge Verzahnung zwischen dem Campus Steyr und der regionalen Wirtschaft stärkt den Standort spürbar.

Typische Entwicklungsschritte bei der Digitalisierung österreichischer Kleinstädte:

  1. Digitale Grundinfrastruktur. Breitband und mobiles Internet sind in Steyr bereits weit ausgebaut.
  2. E-Government-Angebote. Behördenleistungen wandern ins Netz. Möglich wird dies durch die ID Austria und das Portal oesterreich.gv.at.
  3. Digitale Mobilität. App-basiertes Parken, digitale Fahrgastinfos und vernetzte Verkehrslösungen halten Einzug.
  4. Wirtschaftliche Transformation. Lokale Betriebe steigen in E-Commerce und digitales Marketing ein. Sie werden gefördert durch Initiativen wie den FH OÖ DigiSpace.
  5. Digitale Bildung. Schulungsangebote für alle Altersgruppen, damit niemand zurückbleibt.

    Homeoffice verändert die Rolle kleiner Städte
    Die zunehmende Verbreitung von Homeoffice verändert auch Städte wie Steyr. Viele Beschäftigte müssen heute nicht mehr täglich im Büro erscheinen. Dadurch wird der Wohnort weniger stark vom Arbeitsplatz abhängig. Gerade für Menschen mit Arbeitgebern in Wien oder Linz kann das ein großer Vorteil sein.
    Steyr bietet im Vergleich zu Wien deutlich niedrigere Mieten. Wer nur ein- oder zweimal pro Woche ins Büro pendeln muss, kann seinen Alltag wesentlich günstiger gestalten als in der Hauptstadt. Dazu kommen kürzere Wege, eine größere Nähe zur Natur und mehr Ruhe.
    Möglich wird diese Entwicklung vor allem durch den Ausbau digitaler Infrastruktur. Schnelles Internet, Videokonferenzen und cloudbasierte Arbeitsprozesse machen viele Tätigkeiten ortsunabhängig. Für kleinere Städte entsteht dadurch eine neue Chance. Sie werden zunehmend zu attraktiven Wohnorten für Menschen, die bewusst außerhalb der Großstadt leben möchten.

    Boom im E-Commerce und der Online-Unterhaltungsbranche
    Wie digital eine Bevölkerung tatsächlich lebt, zeigt sich auch im Freizeitverhalten. Gute Indikatoren sind unter anderem Streaming, Online-Spiele und Online-Shopping. Laut Statistik Austria kauften 2023 rund 62 Prozent der Österreicher (16 bis 74 Jahre) online ein.
    Zudem boomt die Online-Unterhaltungsindustrie europaweit. Laut der European Gaming and Betting Association (EGBA) stiegen die Bruttoerträge auf dem europäischen Glücksspielmarkt 2024 um 5 Prozent auf 123,4 Milliarden Euro. Der Online-Anteil wuchs auf knapp 40 Prozent. Mobile Geräte generierten dabei 58 Prozent der Einnahmen.
    Neben Spielangeboten sind Video-on-Demand, Podcasts und soziale Netzwerke die meistgenutzten Online-Freizeitformate in Österreich. Für viele Steyrer erweitert das Netz das kulturelle Angebot spürbar. Wer sich für Jazz interessiert, aber keinen Jazz-Club in seiner näheren Umgebung hat, findet auf Streaming-Plattformen ein nahezu unbegrenztes Repertoire. Die digitale Unterhaltung macht Inhalte zugänglich, die früher ortsgebunden waren. Dies ist definitiv ein weiterer Vorteil für kleinere Städte wie Steyr.

    Sicherheit im digitalen Alltag – worauf Steyrer besonders achten sollten
    Mit der zunehmenden Digitalisierung wachsen auch die Sicherheitsrisiken. Viele Menschen erledigen Bankgeschäfte mittlerweile online. Persönliche Daten werden oft in Apps gespeichert. Dazu kommt die Kommunikation über Messenger-Dienste.
    Besonders ältere Menschen geraten immer häufiger ins Visier von Betrugsversuchen. Die Polizei Oberösterreich warnt regelmäßig vor gefälschten Paketbenachrichtigungen und Bankanrufen. Auch öffentliche WLAN-Netze sollten mit Vorsicht genutzt werden. 

    Wer digitale Angebote nutzt, muss kein Technikprofi sein. Oft reichen für mehr Sicherheit einige grundlegende Tipps:
  6. Starke Passwörter verwenden. Für jeden Dienst sollte ein eigenes Passwort genutzt werden. Jedes Passwort benötigt Zahlen, Sonderzeichen und Großbuchstaben.
  7. Zwei-Faktor-Authentifizierung aktivieren. Zusätzliche Sicherheitscodes schützen Konten auch dann, wenn ein Passwort gestohlen wird.
  8. Regelmäßige Updates durchführen. Veraltete Software zählt zu den häufigsten Sicherheitsrisiken.
  9. Vorsicht bei E-Mails und SMS. Unbekannte Links oder angebliche Paketbenachrichtigungen sollten niemals unüberlegt geöffnet werden.
  10. Öffentliche WLAN-Netze meiden. Besonders beim Online-Banking oder beim Zugriff auf sensible Daten ist Vorsicht geboten.
  11. Datensicherungen anlegen. Wichtige Fotos, Dokumente und Kontakte sollten regelmäßig extern gespeichert werden.

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