Nächste Woche von 10. bis 16. August blickt die Ultracycling-Welt nach St. Georgen im Attergau. Im Rahmen des Race Around Austria wird nach 2025 erneut die WUCA Weltmeisterschaft ausgetragen. Christoph Strasser, Rekordsieger beim Race Across America und beim Race Around Austria, beleuchtet die Favoriten. Und mit Philipp Kaider bestreitet der zweifache RAAM-Sieger die Premiere von Gravel Around Salzkammergut.
OÖ. Zum zweiten Mal findet in Rahmen 18. des Race Around Austria (RAA), das im Uhrzeigersinn 2.200 Kilometer rund um Österreich führt, eine Ultracycling-Weltmeisterschaft statt. Heuer ist das Starterfeld so gut besetzt wie noch nie. Christoph Strasser, einer der weltbesten Langdistanzfahrer, der sich mittlerweile auf unsupported-Rennen spezialisiert hat, kennt die Szene wie kaum ein Zweiter. Bei den Männern sieht der Steirer drei Deutsche in der Favoritenrolle um die Medaillen: Vorjahressieger und somit Titelverteidiger Rainer Steinberger, Sebastian Mayr und Sebastian Trimborn. "Steinberger hat das RAA schon dreimal gewonnen und könnte mit einem vierten Triumph zu meinen Erfolgen bei dem tollen Rennen aufschließen. Er hat sicher die meiste Erfahrung, aber mit seinen 50 Jahren wird es mittlerweile schwierig gegen die Jungen zu bestehen. Mayr hat schon einiges gewonnen, wie 2026 Rund um Sachsen und Race Across Germany, zudem ist er amtierender 24-Zeitfahr-Weltmeister. Er ist ein sehr akribischer Arbeiter und will sicher das RAA zum zweiten Mal gewinnen, denn bei seinem Erfolg 2024 gab es einen Schönheitsfehler: Mit Elena Roch und Tina Büttner waren die zwei schnellsten Frauen vor ihm. Der Jungspund in der Runde ist Trimborn - mein Geheimtipp. Der 25-Jährige hält den 12h-Weltrekord auf Zwift und ist ein absoluter Publikumsliebling. Auf Youtube hat er alleine über 100.000 Follower. Er ist sicher der schnellste Radfahrer, hat aber bei einigen unsupported Rennen auf Siegeskurs Einbrüche erlebt. Er wird noch lernen, stabil zu bleiben, und wenn ihm das gelingt, wird er schwer zu schlagen sein", analysiert Strasser.
Harringer und Kaufmann, die rot-weiß-rote Hoffnungen
Was die österreichischen Hoffnungen betrifft, so sieht Strasser Lokalmatador Simon Harringer und Lukas Kaufmann als aussichtsreichste Kandidaten: "Harringer hat eine unglaubliche Geschichte hinter sich, er wog mal 130 Kilogramm und zählt jetzt zu den besten Ultraradfahrern, im Vorjahr gewann er das RAA 1500. Und natürlich Lukas Kaufmann aus Kronstorf, zwei Mal Zweiter beim Race Across America, aber seine große Stärke liegt eher am MTB als auf der Straße. Es wird ein spannender Kampf um die Stockerlplätze", ergänzt Strasser, der dem Salzburger Franz Scharler (2021 2. beim RAA) und der Niederösterreicher Thomas Krutis auch einiges zutraut. Und dann ist noch der mehrfache RAAM-Finisher Kurt Matzler am Start. Der "radelnde Professor" aus Innsbruck hat besonders viel Erfahrung bei Langdistanzrennen.
Damenduell ohne Elena Roch
Titelverteidigerin Elena Roch kann verletzungsbedingt heuer nicht starten, deshalb zählt Vizeweltmeisterin Tina Büttner, die vor zwei Jahren ebenso wie Roch beim RAA schneller als alle Männer war, zur Goldfavoritin. Eine große Chance auf den Sieg hat auch ihre deutsche Landsfrau Yvonne Markgraf, amtierende 24h-Zeitfahr-Weltmeisterin und zuletzt Siegerin beim 24h-Rennen am Nürnburgring; zudem triumphierte sie bereits beim RAA 1.500.