LINZ/STEYR/ROHRBACH. Wie der ORF Oberösterreich berichtet (ooe.orf.at), hat Franz Harnoncourt, Vorsitzender der Geschäftsführung der Oberösterreichischen Gesundheitsholding (OÖG) und Geschäftsführer des Kepler Universitätsklinikums, am Montag seinen vorzeitigen Rücktritt angekündigt.
In einer Erklärung zu Beginn der außerordentlichen Aufsichtsratssitzung zum Fall Rohrbach verwies Harnoncourt auf „tiefgehende Fragen und Spuren“ durch die Diskussionen der vergangenen Wochen. Er will bis zur Übergabe an eine Nachfolge im Amt bleiben. Landeshauptmann-Stellvertreterin Christine Haberlander (ÖVP) würdigte die Entscheidung als Ausdruck von Stärke und Verantwortungsbewusstsein.
Keine Hinweise auf Fehlverhalten
In der Sitzung legte die OÖG einen Zwischenbericht zum Tod einer Patientin im Krankenhaus Rohrbach vor. Der Aufsichtsrat stellte fest, dass es nach aktuellem Stand keine Hinweise auf ein Fehlverhalten von Ärztinnen, Ärzten oder Pflegepersonal gibt. Die Patientin war knapp zwei Stunden nach Diagnosestellung einer seltenen Aortenerkrankung verstorben. Wiederholte Herzstillstände machten einen geplanten Transport in eine Spezialklinik unmöglich, der Notarzthubschrauber konnte wetterbedingt nicht starten.
Im Mittelpunkt der weiteren Analyse stehen laut OÖG Kommunikationsabläufe, die Abfrage von Kapazitäten in anderen Kliniken sowie der überregionale Einsatz von OP-Personal. Dazu wurden verschiedene Maßnahmen beschlossen, darunter eine überarbeitete Standardarbeitsanweisung für Notaufnahmen, die Unterstützung des geplanten 24/7-Notarzthubschraubers sowie eine multiprofessionelle Arbeitsgruppe zur Prüfung von Optimierungen. Eine länder- und trägerübergreifende Kapazitätsabfrage wird ebenfalls angestrebt.
In Oberösterreich wurden im vergangenen Jahr laut OÖG 69 akute Typ-A-Dissektionen (ein besonders gefährlicher Einriss der Aorta im aufsteigenden Teil, nahe am Herzen. Anm. d. Red.) operiert, ein Viertel davon bei Patient:innen aus anderen Bundesländern.
Einschränkungen der OP-Kapazitäten in Steyr
Außerdem wurde bekannt gegeben, dass am Standort Steyr ab Jahreswechsel mit Einschränkungen bei OP-Kapazitäten zu rechnen ist, bedingt durch Personalmangel im Bereich Anästhesie und OP-Pflege. Ein Maßnahmenplan zur Minimierung der Auswirkungen soll bis 15. Dezember vorgelegt werden.