STEYR. Der Gemeinderat hat am 11. Dezember das Budget der Stadt Steyr für das Jahr 2026 beschlossen – und setzt damit auf einen Kurs zwischen notwendiger Sparsamkeit und klaren Investitionsschwerpunkten. Trotz schwieriger Rahmenbedingungen und weiter steigender Abgaben an das Land Oberösterreich bleiben zentrale Projekte für Infrastruktur, Bildung und Stadtentwicklung gesichert.

Die finanziellen Spielräume sind eng: Die Transferzahlungen an das Land Oberösterreich steigen gegenüber dem Vorjahr erneut um 1,7 Millionen Euro. „Diese Zahlungen nehmen uns viel Spielraum für Stadtentwicklung“, sagt Bürgermeister Markus Vogl. „Dennoch ist es uns gelungen, ein Budget zu schnüren, das uns Impulse für die Stadt erlaubt.“

Investitionen in Infrastruktur, Mobilität und Bildung
Für die Verkehrsinfrastruktur stellt die Stadt 2026 insgesamt vier Millionen Euro bereit. Damit sollen Straßen, Brücken, Stiegen und Hanglagen saniert werden. Auch in sanfte Mobilität wird weiter investiert: Rad- und Fußwege bekommen zusätzliche Mittel. Die Stadt beteiligt sich außerdem an der Neugestaltung des Bahnhofs und stellt dafür 100.000 Euro zur Verfügung.

Einen hohen Stellenwert nimmt auch die Bildung ein. Rund eine Million Euro fließen in die Unterstützung der Fachhochschule Steyr. Ein großer, aber oft unsichtbarer Investitionsblock betrifft die Kanalisation: 2,3 Millionen Euro sind für notwendige Sanierungsarbeiten eingeplant.

ÖVP übt Kritik und stimmt gegen Budget
Die ÖVP Steyr zeigte sich in der Gemeinderatssitzung am 11. Dezember besorgt über die Budgetplanung für 2026. „Die Stadt Steyr hat kein Einnahmenproblem, sondern ein Ausgabenproblem“, erklärte Julia Granegger, Stadträtin und ÖVP-Stadtparteiobfrau. Ihrer Ansicht nach fließen Mittel in Projekte, die nicht dringend sind, während essenzielle Bereiche wie Bildung, Kinderbetreuung, Wirtschaftsförderung, Radinfrastruktur und das Gesundheitswesen mehr Unterstützung bräuchten.

Fraktionsobmann Markus Spöck ergänzte: „Wir können dieses Budget und den Voranschlag unseren Bürgerinnen und Bürgern gegenüber nicht mehr verantworten. Im Jahr 2026 sind alle Rücklagen aufgebraucht.“ Beide betonen, dass die Stadt ihre Ausgabenpolitik dringend überdenken müsse, um langfristig finanzielle Stabilität und eine nachhaltige Stadtentwicklung zu gewährleisten. Die ÖVP fordert eine transparente und zukunftsorientierte Budgetplanung, die sich an den realen Bedürfnissen der Steyrerinnen und Steyrer orientiert, und lehnt daher dem aktuellen Voranschlag in großen Teilen ab.

Mittelfristige Finanzplanung bringt Kostendämpfung
Parallel zum Budget wurde die Finanzplanung bis 2030 beschlossen. Diese sieht einen Kostendämpfungspfad vor, mit dem die Stadt ab 2027 wieder einen Überschuss in der laufenden Gebarung erzielen will. Weiterhin vorgesehen sind Investitionen in Kinderbildung sowie Modernisierung von Straßen und Kanalnetzen.

Unterstützung für Sportvereine und Feuerwehr
„Wichtig für das Zusammenleben in unserer Stadt ist die Arbeit der Sportvereine“, sagt Vogl. Für beste Bedingungen, gerade auch bei der Nachwuchsarbeit, investiert die Stadt daher 400.000 Euro in Förderung von Sportstätten-Sanierungen. Den Kameradinnen und Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr stellt die Stadt Steyr beste Ausrüstung für ihren Einsatz im Dienste der Allgemeinheit zur Verfügung. 400.000 Euro sind dafür vorgesehen. Rund 700.000 Euro kostet der letzte Schritt der Umstellung der städtischen Beleuchtung auf LED.

„All diese Investitionen in die Zukunft leistet die Stadt, obwohl die finanzielle Situation angespannt ist“, betont Bürgermeister Vogl. Aufgrund gestiegener Kosten weist das Budget für 2026 in der laufenden Gebarung ein Minus von 4,5 Millionen Euro aus.

 

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