Bezirkshauptmann Mag. Manfred Hageneder (links), Wasserverbandsobmann Bgm. Markus Stadlauer MA, LRin Michaela Langer-Weninger PMM, Bundesminister Mag. Norbert Totschnig MSc, LH Mag. Thomas Stelzer und LR Stefan Kaineder (v.l.n.r. in der Bildmitte) mit Vertreter/innen der Wasserverbands-Gemeinden und des Gewässerbezirkes Linz beim Spatenstich zur Renaturierung an der Krems. Foto © Land OÖ/Lina Spenlingwimmer

LINZ-LAND/KIRCHDORF. Entlang der Krems und des Sulzbachs setzen Wasserverband Unteres Kremstal, Land Oberösterreich und Bund gemeinsam Maßnahmen auf, um die hart regulierten Flussläufe wieder zu einem natürlichen Gewässerraum zu machen. Insgesamt werden rund 19,4 Millionen Euro investiert.

Derzeit sind Krems und Sulzbach im Projektbereich stark verbaut – mit „gestreckter, monotoner Linienführung – also eine Wasserautobahn“. Auf einer Länge von 4,2 Kilometern und rund 18 Hektar Fläche sollen Mäander und vielfältige Strukturen im Flussbett entstehen. Das soll Lebensräume für Tiere und Pflanzen schaffen, den ökologischen Zustand der Gewässer verbessern, den Hochwasserschutz optimieren und neue Erholungsräume für die Bevölkerung öffnen.

Abbildung unten: Große Maßnahme Krems und Sulzbach, Land OÖ

Umwelt- und Klima-Landesrat Stefan Kaineder unterstreicht die Bedeutung für Natur und Klima: „Mit dieser Renaturierung machen wir aus einem verbauten Gewässer wieder einen lebendigen Flussraum. Wir zeigen, wie ökologischer Fortschritt und Hochwasserschutz Hand in Hand gehen. Dieses Projekt beweist, was möglich ist, wenn Grundstückseigentümer, Fachstellen und Gemeinden an einem Strang ziehen: Wir holen die Natürlichkeit zurück in unsere Flusslandschaften, stärken den Lebensraum für Tiere und schaffen neue Orte zum Durchatmen für die Menschen. Das ist eine echte Investition in die Zukunft."

Landeshauptmann Thomas Stelzer sieht darin ein wichtiges Signal für den Umgang mit heimischen Gewässern: „Mit diesem Zukunftsprojekt bekommt die Krems wieder ihren natürlichen Raum - und damit steigern wir auch die Lebensqualität der Menschen in der Region. Renaturierungen wie diese zeigen, wie verantwortungsvoll wir heute handeln, um morgen sicherer und ökologisch stärker zu sein. Dass hier Gemeinden, Grundeigentümer, Land und Bund so konstruktiv zusammenarbeiten, ist der typisch oberösterreichische Weg und ein starkes Zeichen: Wir investieren gemeinsam in Schutz, in Natur und in eine lebenswerte Zukunft für die nächsten Generationen."

Verbandsobmann Markus Stadlbauer, Bürgermeister von Kematen, verweist auf die Rolle der Grundeigentümer und der Ländlichen Neuordnung: „Die Realisierung des Projekts in diesem Umfang wurde durch die kooperative Bereitschaft der Grundstückseigentümer ermöglicht, die die erforderlichen Flächen im Rahmen von Kauf- oder Tauschverträgen zur Verfügung stellten. Die Verfahren wurden unter fachlicher Begleitung und Koordination durch die Ländliche Neuordnung des Landes Oberösterreich abgewickelt. Ein besonderer Dank gilt dem Gewässerbezirk Linz, der den Wasserverband seit Bekanntwerden der gesetzlich verpflichtenden Umsetzung mit großer fachlicher Kompetenz und intensiver fördertechnischer Unterstützung maßgeblich begleitet."

Das Projektgebiet erstreckt sich entlang der Krems von Flusskilometer 21,8 bis 26,0 auf den Gebietskörperschaften Kematen an der Krems, Kremsmünster und Piberbach. Der Zeitplan: Planungsbeginn war im Jänner 2024, die Förderzusage folgte im Dezember 2024, die Bauarbeiten sind von Herbst 2025 bis 2027 vorgesehen.

Die Finanzierung erfolgt zu 60 Prozent durch das Wasserwirtschaftsministerium (UFG-Förderung Gewässerökologie), zu 30 Prozent durch das Land Oberösterreich, zu 8 Prozent über den Biodiversitätsfonds des Bundesministeriums und zu 2 Prozent durch den Wasserverband Unteres Kremstal.

Abbildung unten: Naherholungsgebiet an der Krems, Land OÖ

 

 

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