Neues Format „BILLA Be Inclusive“ bringt Unternehmen, Politik und Sozialpartner zusammen
STEYR. Wie berufliche Inklusion in der Praxis funktioniert und welchen wirtschaftlichen Nutzen sie bringt, stand am 14. Jänner im Mittelpunkt einer Veranstaltung im BILLA PLUS Markt Steyr. Unter dem Titel „BILLA Be Inclusive“ lud der Lebensmittelhändler gemeinsam mit dem Betriebsservice Oberösterreich zum Austausch über inklusive Beschäftigung.
BILLA zählt zu den größten Arbeitgebern Österreichs und beschäftigt mehr als 900 Mitarbeiter:innen mit Behinderungen. Damit erfüllt das Unternehmen nicht nur die gesetzliche Quote, sondern verfolgt das Ziel, Inklusion dauerhaft in der Unternehmenskultur zu verankern – auch in Oberösterreich mit konkreten Programmen und Kooperationen.
Nach der Eröffnung durch Sozial-Landesrat Dr. Christian Dörfel gaben Fachreferenten Einblicke in Chancen und Potenziale inklusiver Arbeitswelten. Besonders eindrucksvoll waren die Erfahrungsberichte von fünf BILLA-Mitarbeiter:innen mit Behinderungen, die aus ihrem Arbeitsalltag erzählten. Beim gemeinsamen Mittagessen in der Marktküche nutzten die Gäste die Gelegenheit zum persönlichen Austausch.
„Eine inklusive Arbeitswelt ist ein Gewinn für alle: für die Betroffenen, für die Unternehmen und für den Wirtschaftsstandort Oberösterreich. Wenn Betriebe soziale Verantwortung übernehmen und Menschen mit Behinderung eine Chance geben, ist das ein wichtiger Schritt in Richtung einer inklusiven Gesellschaft“, betonte Landesrat Dörfel.
Inklusion als Antwort auf Fachkräftemangel
Ein zentrales Instrument sind die regelmäßig stattfindenden Inklusionswochen in Zusammenarbeit mit dem Betriebsservice Oberösterreich. Menschen mit Behinderungen erhalten dabei Einblicke in den Arbeitsalltag im Handel und können verschiedene Tätigkeiten ausprobieren. Ziel ist es, Hemmschwellen abzubauen und Perspektiven für Ausbildung und Beschäftigung zu eröffnen. Ergänzend werden Führungskräfte geschult und sensibilisiert.
„Menschen mit Behinderung sind eine wichtige Potenzialgruppe für den oberösterreichischen Arbeitsmarkt. Angesichts der demografischen Entwicklung werden diese Arbeitskräfte künftig dringend benötigt. Betriebe, die sich frühzeitig mit Inklusion beschäftigen, sind im Wettbewerb um Arbeitskräfte einen Schritt voraus“, erklärt Claus Jungkunz, Leiter des Betriebsservice Oberösterreich.
Auch Kund:innen profitieren von den Maßnahmen. In mittlerweile 13 BILLA- und BILLA-PLUS-Märkten in Oberösterreich wird mit der sogenannten „Stillen Stunde“ bewusst eine ruhigere Einkaufsatmosphäre geschaffen – ohne Musik, mit reduzierten Durchsagen und angepasstem Kassentempo.
Wirtschaftlicher Mehrwert durch Vielfalt
„Inklusion ist bei uns kein Zusatz, sondern fest in unseren Prozessen verankert. Dieser Zugang stärkt nicht nur einzelne Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, sondern wirkt positiv auf die gesamte Organisation“, sagt Thomas Steingruber, BILLA-Vertriebsdirektor für Oberösterreich.
Auch aus Recruiting-Sicht eröffnen inklusive Zugänge neue Chancen: „Diese Durchlässigkeit ist entscheidend, um Fachkräfte zu gewinnen und langfristig zu binden“, ergänzt Sabine Petzold von der REWE Group Österreich.
Die Veranstaltung in Steyr zeigt: Inklusion wird zunehmend zu einem wirtschaftlichen Standortfaktor – gerade für Regionen, die langfristig Fachkräfte sichern wollen.