Oben: Chris Müller (CMb.industries) präsentierte die Vision "Horizont Steyr" im Hof der ehemaligen Haftanstalt in der Berggasse und im Alten Theater Steyr. Foto © PETER KAINRATH.

STEYR. Wo einst Häfenbrüder die Welt nur durch schwedische Gardinen sehen konnten, freute man sich am 23. Feb. 2026 beim Visionsabend "Horizont Steyr" über insgesamt 180 Teilnehmer:innen, die die Möglichkeit zur Besichtigung des Gebäudekomplexes in der Berggasse nutzten und spannende Einblicke in die Räumlichkeiten erhielten, ehe im Alten Theater Vision, Nutzungsperspektiven und erste konkrete Interessensbekundungen im Mittelpunkt standen.

Vom historischen Ort zum Innovationshub
Der historische Komplex in der Berggasse in Steyr, der über Jahrhunderte als Kloster und später als Strafanstalt genutzt wurde, könnte künftig als offener Innovationshub neue Perspektiven für Stadt und Region eröffnen. Im Auftrag der Stadt Steyr wurde für rund 3.000 Quadratmeter von Chris Müller, CMb.industries und den TP3 Architekten ein Nutzungskonzept entwickelt, das unterschiedliche Arbeits- und Begegnungsformen vorsieht – von möglichen Co-Working-Bereichen und privaten Büros über Besprechungsräume bis hin zu begrünten Innenhöfen und offenen Zonen für Austausch. Die Vision des Projekts ist es, einen Raum zu schaffen, der Vernetzung, Kooperation und neue Formen der Zusammenarbeit begünstigt, ohne die historische Identität des Ortes aus dem Blick zu verlieren.

Von der Unfreiheit zur Freiheit – Die Vision
Chris Müller verdeutlichte in seiner Keynote die inhaltliche Dimension des Projekts: „Aus einem „Ort der Unfreiheit“ solle ein „Ort der Freiheit“ werden – ein Raum für unternehmerisches Denken, kreative Prozesse und gemeinschaftliche Entwicklung. Innovation entstehe dort, wo Menschen einander begegnen, Ideen teilen und gemeinsam weiterdenken.

Mut & Kooperation
Bürgermeister Markus Vogl unterstrich die Bedeutung des Projekts für die Stadtentwicklung. Steyr habe in seiner Geschichte immer wieder bewiesen, dass Erneuerung aus eigener Kraft möglich sei. Gerade in wirtschaftlich anspruchsvollen Zeiten brauche es Initiativen mit Signalwirkung, die Mut machen und Perspektiven schaffen. Mit Horizont Steyr könne die Stadt einen solchen Impuls setzen, der die Innenstadt stärkt und neue Dynamik in die Region bringt.

Daniela Zeiner, Leiterin des Netzwerks Zukunftsregion Steyr, betonte die enge Kooperation zwischen Stadt und Netzwerk: „Gemeinsam machen wir die vorhandenen Stärken sichtbar und es ist großartig, engagierte Menschen zusammenzubringen, die aktiv an der Weiterentwicklung der Region mitwirken. Ein Innovationsstandort entsteht letztendlich durch die Menschen, die ihn nutzen, ihn formen, die Synergien schaffen - durch Kooperationen und durch eine gelebte Kultur des Miteinanders.“

Konkretes Interesse & erste Unterschriften
In einem Bühnengespräch machten zwei dieser potentiellen Mieter:innen - Christoph Jungwirth, Berater & Netzwerker und Manfred Haiberger, Haratech - deutlich, warum sie Horizont Steyr als künftigen Wirkungsort in Betracht ziehen. Jungwirth hob hervor, dass produktiver Austausch und neue Impulse vor allem in offenen, gemeinschaftlich genutzten Räumen entstehen. Haiberger betonte, dass Innovationskraft nicht im Alleingang wachse, sondern dort, wo Menschen mit Visionen zusammentreffen und gemeinsam den nächsten Schritt wagen.Der große Zuspruch und die unmittelbaren Interessensbekundungen zeigen, dass Horizont Steyr als zukunftsweisende Entwicklungsperspektive wahrgenommen wird, die weit über eine bauliche Revitalisierung hinausgeht.

Die hohe Beteiligung und die unterzeichneten "Letters of Intent" markieren einen wichtigen Meilenstein und bekundeten das Interesse von zahlreichen potentiellen zukünftigen Mietern. 

Fotos © PETER KAINRATH

 

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