STEYR/STEYR-LAND. Mit den Schulaktionstagen im Frühjahr 2026 gingen die Junior Maker Pioneers in die letzte Runde ihres erfolgreichen Workshopformats im Museum Arbeitswelt Steyr. Von 23. bis 26. Februar sowie von 2. bis 4. März 2026 nahmen 284 Schüler:innen aus acht Schulen an insgesamt 14 Workshops teil. Mit dabei waren die MS Rudigier, MS Garsten sowie die Volksschulen Steyrdorf, Ternberg, Sierninghofen, St. Valentin, Garsten und Gleink.
Damit finden die Schulaktionstage des FFG-Projekts „Junior Maker Pioneers – Zukunftstechnologien: begreifen, entwickeln, machen“ in dieser Form ihren Abschluss – und blicken auf eine eindrucksvolle Bilanz zurück: Seit Herbst 2024 wurden in vier Durchgängen (Herbst 2024, Frühjahr 2025, Herbst 2025 und Frühjahr 2026) insgesamt 28 Schulen erreicht und 987 Kinder und Jugendliche für erneuerbare Energietechnologien begeistert.
„Unser Ziel war es, möglichst vielen Kindern einen niederschwelligen Zugang zu Technik, Handwerk und Zukunftsthemen zu ermöglichen. Dass wir nun fast 1.000 junge Menschen erreichen konnten, freut uns ganz besonders“, sagt Projektleiter Christian Stadlmann von der FH OÖ. „Die Schulaktionstage haben gezeigt, wie groß die Neugier und das Potenzial in den Kindern sind, wenn man ihnen Raum zum Ausprobieren gibt.“
Mit Sonnen- und Windkraft zum Aha-Erlebnis
Im Zentrum aller Schulaktionstage standen zwei Werkprojekte: eine Solarblume, die sich mithilfe einer Solarzelle im Licht dreht, sowie ein kleines Haus, das durch Windenergie beleuchtet wird. Die Kinder bohrten, schraubten, sägten und gestalteten ihre Werkstücke individuell.
„Die gleichzeitige Koordination von Drücken und Drehen beim Schrauben ist für viele Kinder gar nicht selbstverständlich. Genau deshalb sind solche Workshops so wichtig“, erklärt Trainer Robert. „Es gibt geschickte und weniger geschickte Kinder – manche tun sich beim Bohren leichter, andere beim Schrauben. Aber die meisten lernen unglaublich schnell. Und am Ende sind alle stolz auf ihr eigenes Projekt.“ Tatsächlich lag die Erfolgsquote bei nahezu hundert Prozent: Alle Solarblumen begannen sich am Ende zu drehen. Trainerin Birgit beobachtete dabei spannende Entwicklungen: „Manche Mädchen wollten anfangs lieber malen. Doch sobald sie ins Handwerken hineingefunden hatten, waren sie begeistert von der Technik und mit vollem Einsatz dabei.“
Neben dem praktischen Tun stand auch die inhaltliche Vermittlung der Themenbereiche erneuerbare Energietechnologien und Klimawandel im Fokus, indem die Gruppen auch die noch bis Ende Juni 2026 laufende Ausstellung „Energiewende“ im Museum Arbeitswelt besuchten.
Forschergeist wirkt über den Workshop hinaus
Wie nachhaltig die Schulaktionstage wirken, schildert Margit Enzenhofer, Lehrerin an der VS Sierninghofen. Besonders beeindruckt zeigte sie sich vom Forschergeist ihrer Schüler:innen: „Ein 9-jähriger Schüler erzählte mir am nächsten Tag, dass er zu Hause weiterexperimentiert hat. Er testete verschiedene Lichtquellen an der Solarzelle und erkannte sogar Leistungsunterschiede hinsichtlich der Drehgeschwindigkeit aufgrund der Dicke der aufgetragenen Farbschichten.“ Die Rückmeldungen ihrer Klasse sind auch beispielgebend für die anderer Teilnehmer:innen und reichen von „tolle Betreuung“ über „wirklich cool“, „informativ“ und „interessant“ bis zu „spannende Tatsachen“ und „abwechslungsreicher Tag“. „Es freut mich sehr, dass es mit den Schulaktionstagen gelungen ist, Neugier zu wecken und den Wissensdurst der Kinder nachhaltig zu fördern“, so Enzenhofer.
Organisation mit Herz und Engagement
Insgesamt ist das Projektteam, bestehend aus Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der FH OÖ Campus Steyr, TIC Steyr, Kinderuni OÖ, Steyr-Werke und Museum Arbeitswelt, sehr zufrieden mit den Schulaktionstagen.
Für die Konzeption und Organisation der Schulaktionstage zeichnete die KinderUni OÖ verantwortlich. „Unser Anliegen war es, erneuerbare Energietechnologien altersgerecht, praxisnah und mit viel Freude zu vermitteln“, sagt Viktoria Templ von der KinderUni OÖ. „Wenn Kinder erleben, dass sie selbst etwas bauen können, das sich mit Sonnen- oder Windkraft bewegt, dann wird Technik greifbar – und plötzlich ganz selbstverständlich.“
In Erinnerung bleiben leuchtende Augen, Kinder, die mit Freude und Spaß Handwerken, teilweise Geräte zum ersten Mal ausprobieren, ein Verständnis für Technik entwickeln und mit Stolz ihr fertiges Bauprojekt präsentieren. Bei manchen Kindern wurde die Neugier auf Technik geweckt, bei anderen das bestehende Interesse vertieft, die einen zieht es in die handwerkliche Richtung, andere wollen später etwas technisches wie Elektrotechnik oder Mechatronik machen.
Auch Projektleiter Christian Stadlmann betont die Bedeutung dieses Zugangs: „Wissenschaft mit Freude und Spannung zu erleben und selbst etwas zu entwickeln und zu gestalten – das ist der Kern der Junior Maker Pioneers.“
Das Projekt geht weiter
Auch wenn die Schulaktionstage nun abgeschlossen sind, lebt der Pioniergeist weiter: Neben den Workshops betreut das Projekt drei fixe Gruppen von Junior Makern, die sich regelmäßig treffen, um handwerklich zu arbeiten und sich vertiefend mit erneuerbaren Energietechnologien auseinanderzusetzen.
In der mittleren Gruppe der Junior Makers (10 bis 12 Jahre) sind aktuell noch Plätze frei – Mädchen bevorzugt. Die Treffen finden am 8. und 22. April, 6. und 20. Mai, 3. und 17. Juni sowie am 1. Juli jeweils von 16:30 bis 18:30 Uhr statt. Auf dem Programm stehen spannende Projekte wie der Bau einer Fotokamera aus recyceltem Karton, Kunststoff-Tiefziehen, Seifenherstellung, das Löten von Microcontrollern und LED-Bändern, das Zerlegen alter Handys und deren Weiterverarbeitung sowie der Bau einer Wasserturbine. Interessierte Kinder können sich bei Andrea Holzinger (