STEYR. Die Stadt Steyr setzt ihren Kurs in Richtung Klimaneutralität konsequent fort. Beim dritten Workshop des städtischen Klimateams am 20. März 2026 wurden nicht nur die bisherigen Fortschritte präsentiert, sondern auch konkrete nächste Schritte fixiert. Die Zahlen zeigen: Steyr ist auf gutem Weg, seine ehrgeizigen Klimaziele zu erreichen.
Energie: Weniger Verbrauch, mehr erneuerbare Quellen
Im Energiebereich machen sich die Maßnahmen der vergangenen Jahre bereits deutlich bemerkbar. Die Umstellung auf Fernwärme, die Modernisierung der Beleuchtung auf LED und der konsequente Ausbau erneuerbarer Energien haben den Gesamtenergieverbrauch seit 2021 um rund 12 Prozent von 34 GWh auf 30 GWh gesenkt. Gleichzeitig erhöhte sich der Anteil erneuerbarer Energien von 43 auf 58 Prozent.
Unterm Strich steht eine Reduktion der Treibhausgasemissionen um 32 Prozent. Daran will die Stadt anknüpfen: Geplant sind unter anderem der weitere Ausbau erneuerbarer Energiequellen – inklusive besserer Nutzung der Wasserkraft –, die Dekarbonisierung der Wärmeversorgung sowie verstärkte Sanierungen im Gebäudebestand.
Mobilität: Mehr E-Busse, mehr E-Fahrzeuge, bessere Radinfrastruktur
Auch im Verkehrsbereich setzt Steyr auf Klimaschutz. Die Stadtbetriebe Steyr (SBS) stellen ihren Fuhrpark schrittweise um: Ab April werden bereits 13 Elektrobusse im Linienbetrieb stehen, unterstützt von einer entsprechend ausgebauten Ladeinfrastruktur. Darüber hinaus werden Dienst- und Nutzfahrzeuge sowie Arbeitsgeräte sukzessive auf Elektroantriebe umgestellt.
Parallel dazu stärkt die Stadt die aktive Mobilität. Beim Amtsgebäude Reithoffer entsteht ein neuer Fahrradunterstand, im Alten- und Pflegeheim Münichholz (APM) wird eine eigene Fahrradgarage errichtet, um Alltagswege verstärkt auf das Rad zu verlagern.
Abfallwirtschaft: Reuse als Klimafaktor
Einen wichtigen Beitrag auf dem Weg zur Klimaneutralität leistet die Abfallwirtschaft. Im Fokus stehen die getrennte Sammlung, die richtige Verwertung und vor allem die Wiederverwendung von Materialien. Besonders im Bereich Reuse – etwa durch Second-Hand-Textilien und wiederaufbereitete Elektrogeräte – sieht die Stadt großes Einsparungspotenzial bei Treibhausgasen.
Kooperationen mit Repaircafés sowie das Programm ReVital unterstützen gezielt die Abfallvermeidung und die Wiederverwendung noch gebrauchsfähiger Produkte. Damit werden Ressourcen geschont und gleichzeitig regionale Reparaturinitiativen gestärkt.
Bürgerbeteiligung: Lange Nacht der Forschung bei den Stadtbetrieben
Transparenz und Einbindung der Bevölkerung sind zentrale Elemente der Steyrer Klimastrategie. Im Rahmen der Langen Nacht der Forschung am Freitag, 24. April 2026, öffnen die Stadtbetriebe Steyr ihre Tore. Interessierte Bürgerinnen und Bürger erhalten Einblicke in aktuelle Projekte und Technologien rund um Energie, Mobilität und Infrastruktur.
Klimaschutz in der Verwaltung: Von IT bis Wohnbau
Neben den großen Vorhaben laufen in der Stadtverwaltung zahlreiche kleinere, aber in Summe wirksame Maßnahmen. Die IT-Abteilung setzt auf langlebige Geräte und energieeffizienten Betrieb, um den Stromverbrauch der städtischen Infrastruktur zu senken. Die Bauabteilung reduziert durch grabenlose Kanalsanierungen Lärm, Verkehrseinschränkungen und Materialeinsatz.
Die Gemeinnützige Wohnungs- und Siedlungsgesellschaft (GWG) startet zudem umfangreiche thermische Sanierungen im Wohnbau. Dadurch sinkt der Energiebedarf in den städtischen Wohnobjekten, was neben dem Klima auch die Betriebskosten für Mieterinnen und Mieter entlastet.
Politisches Bekenntnis: 70 Prozent Einsparung bis 2030, Klimaneutralität bis 2040
„Die bisherigen Ergebnisse und das Engagement aller Beteiligten stimmen sehr positiv und lassen erwarten, dass wir bis 2030 rund 70 Prozent der notwendigen Treibhausgas-Einsparungen erreichen werden“, zeigt sich Bürgermeister Markus Vogl überzeugt. Stadträtin Katrin Auer betont, dass Steyr gut aufgestellt sei, um die Klimaneutralität bis 2040 zu realisieren.
Gemeinderat beschließt Pionierstadt-Partnerschaft
Ein deutliches politisches Signal setzte der Gemeinderat in seiner Sitzung vom 19. März 2026. Mit der einstimmigen Zustimmung zur Pionierstadt-Partnerschaft zwischen Steyr und dem Klima- und Energiefonds sichert sich die Stadt zusätzliche Ressourcen, Fachwissen und Zugang zu gezielten Fördermitteln.
Konkret umfasst die Partnerschaft neue Projekte in den Bereichen Energie und Stadtentwicklung, die feste Verankerung von Klimaschutz als Querschnittsmaterie in allen Ebenen der Verwaltung sowie den Aufbau einer Informationsdrehscheibe für die interessierte Öffentlichkeit ab 2027.