OÖ. Die voestalpine AG hat im Geschäftsjahr 2025/26 trotz schwierigem Umfeld ihr Ergebnis klar verbessert. Bei leicht rückläufigem Umsatz von 15,7 auf 15,1 Mrd. Euro stieg das EBITDA von 1,3 auf 1,5 Mrd. Euro, das EBIT legte um 59 Prozent auf 724 Mio. Euro zu. Der Gewinn nach Steuern kletterte von 179 auf 424 Mio. Euro.
CEO Herbert Eibensteiner sieht die Konzernstrategie bestätigt: „Unser strategischer Kurs hat sich zum wiederholten Male als sehr tragfähig erwiesen und es ist uns gelungen, wichtige Ergebniskategorien sowie den Free Cashflow deutlich zu steigern. Der Fokus lag weiterhin auf der konsequenten Reorganisation renditeschwacher Geschäftsbereiche und auf der Forcierung internationaler Wachstumsprojekte. Darüber hinaus konnten wir zentrale Meilensteine auf unserem Weg zur Stahlproduktion mit Net-Zero-CO₂-Emissionen erreichen“, sagt Eibensteiner.
Starker Cashflow, weniger Schulden, weniger Jobs
Der Free Cashflow lag bei 537 Mio. Euro. Trotz hoher Investitionen – vor allem in das Klimaprojekt „greentec steel“ – senkte der Konzern seine Nettofinanzverschuldung um 23,4 Prozent auf 1,3 Mrd. Euro. Die Gearing Ratio fiel auf 16,2 Prozent, den niedrigsten Wert seit 2005/06.
Der Personalstand verringerte sich um 1,8 Prozent auf rund 48.800 Vollzeitstellen. Hintergrund sind Reorganisationsmaßnahmen vor allem in der High Performance Metals Division und im Bereich Automotive Components; für betroffene Standorte wurden Sozialpläne vereinbart.
Großaufträge bei Bahn, Luftfahrt und Lagertechnik
Zu den wichtigsten Wachstumstreibern zählten Railway Systems, Luftfahrt und Lagertechnik. voestalpine erhielt von Deutscher Bahn und Schweizerischen Bundesbahnen Bahninfrastrukturaufträge im Volumen von rund 500 Mio. Euro. In der Luftfahrt sicherte sich der Konzern Aufträge von rund einer Milliarde Euro für fünf Jahre, ein großer Teil davon mit Airbus. In der Lagertechnik wurde der bisher größte Auftrag – ein 40 Meter hohes Hochregallager in Istanbul – gewonnen.
Gleichzeitig belasten 50-prozentige US-Zölle auf Stahl seit Juni 2025 das Ergebnis im hohen zweistelligen Millionenbereich; unter anderem musste voestalpine Tubulars in Kindberg die Produktion drosseln.
greentec steel: E‑Öfen ab 2027, Projekt im Plan
Mit „greentec steel“ stellt der Konzern die Weichen für eine CO₂-ärmere Stahlproduktion. Im ersten Halbjahr 2027 sollen in Linz und Donawitz jeweils ein Elektrolichtbogenofen in Betrieb gehen. Bis 2029 will voestalpine damit bis zu 30 Prozent ihrer CO₂-Emissionen gegenüber 2019 einsparen – fast 5 Prozent der jährlichen Emissionen Österreichs.
Die Hallen an beiden Standorten stehen, die Infrastruktur für Strom- und Rohstoffversorgung ist vorbereitet, die Kernaggregate werden im Herbst 2026 geliefert. „Wir errichten derzeit an beiden Standorten je ein neues Stahlwerk inmitten hochausgelasteter Produktionswerke, was größte logistische Herausforderungen mit sich bringt. Das Projekt mit einem Investitionsvolumen von rund 1,5 Milliarden Euro schreitet planmäßig voran. Mit Geschäftsjahresende waren vom gesamten Investitionsvolumen bereits rund 60 Prozent umgesetzt“, so Eibensteiner.
Dividende rauf, Ausblick positiv
Vorstand und Aufsichtsrat schlagen der Hauptversammlung am 1. Juli 2026 eine Dividendenerhöhung von 0,60 auf 0,75 Euro je Aktie vor. Trotz geopolitischer Unsicherheiten erwartet der Konzern auch 2026/27 stabile Märkte und positive Effekte aus den Reorganisationen. Der Vorstand prognostiziert ein EBITDA zwischen 1,60 und 1,85 Mrd. Euro – und damit eine weitere Ergebnissteigerung.