• BEZIRK: OBERÖSTERREICH
Oben von links: Ing. Erwin Raffeiner, CEO Sprecher Automation, Landeshauptmann Mag. Thomas Stelzer und Wirtschafts- und Forschungs-Landesrat Markus Achleitner. Foto © Land OÖ / Max Mayrhofer)

OÖ. Das Land Oberösterreich setzt gezielt auf Forschung und Entwicklung im Sicherheitsbereich. Im Rahmen der Ausschreibung „Security Technologies & Solutions“ werden elf kooperative Forschungsprojekte mit insgesamt 4,8 Mio. Euro Landesförderung unterstützt, bei einer Gesamtinvestitionssumme von knapp 7,4 Mio. Euro. Eine internationale Jury hatte die Vorhaben aus 32 eingereichten Projekten ausgewählt.

„Wir wollen Oberösterreich als führenden Standort im Zukunftsfeld Sicherheit zu etablieren – zum Schutz der Menschen und als Wachstumstreiber für unsere Wirtschaft. Mit unserer Sicherheits-Allianz OÖ wollen wir dazu auch die Stärken unserer Industrie mit der Innovationskraft der Forschungseinrichtungen in unserem Bundesland verknüpfen“, betont Landeshauptmann Thomas Stelzer.

„Es wurden 32 Projekte eingereicht – ein klares Zeichen für die Innovationskraft unseres Standorts. Eine internationale Expertenjury hat daraus 11 Projekte mit einer Gesamtinvestitionssumme von knapp 7,4 Millionen Euro zur Förderung vorgeschlagen. Sie alle sind geeignet, einen Innovationsschub für den Standort OÖ im Sicherheitsbereich zu bewirken. Deshalb wird das Wirtschaftsressort des Landes die vorgesehenen Fördermittel von ursprünglich 3,8 Mio. Euro auf insgesamt 4,8 Millionen Euro erhöhen“, erklärt Wirtschafts- und Forschungs-Landesrat Markus Achleitner.

Von Robotik über Cybersecurity bis Quantenkryptografie
Inhaltlich decken die Projekte ein breites Spektrum ab – von Robotik, KI und Cybersecurity bis zu quantensicheren Verschlüsselungsverfahren und neuen Werkstoffen. Gefördert werden unter anderem:

  • Robotiksysteme für Erkundung, Gefahrenstoffmessung und Personenrettung in komplexen Einsatzszenarien (LARX)
  • Systeme für den Betrieb autonomer mobiler Roboter in Krisen- und Übergangssituationen (MULES)
  • Drohnenplattformen zur Tierseuchenbekämpfung und Überwachung von Sperrzonen (PUMBAA)
  • Analysewerkzeuge gegen Online-Betrug, Fake-Shops und Desinformation (SENTRA)
  • Leichtbaumaterialien für gepanzerte Spezialfahrzeuge (LA-MARR)
  • Nachhaltige, elektromagnetisch verträgliche Antriebe für Einsatz- und Sonderfahrzeuge (RESCUeDrive)
  • Sichere, manipulationsresistente Datenspeicher auf Glas mit keramischen Nanolayern (SECURE_ACCESS)
  • Risikoanalyse und Migrationskonzepte für den Umstieg auf Post-Quantum-Kryptografie (QRYPTOS)

„Wir wollen Wissen und Wertschöpfung direkt in unserem Bundesland schaffen und das Innovationspotenzial neuer Technologien rasch in die Anwendung bringen. Gleichzeitig geht es darum, den technologischen Vorsprung unserer Unternehmen zu sichern und auszubauen – damit sie sich auch in neuen Geschäftsfeldern behaupten können“, so Achleitner.

RAPID: Schutz für kritische Infrastruktur
Besondere Bedeutung kommt dem Projekt RAPID („Runtime Attestation for Protecting Industrial Devices“) zu. Es entwickelt Verfahren, mit denen Softwaresysteme in industriellen Anlagen und Stromnetzen während des laufenden Betriebs permanent auf Manipulation geprüft werden sollen – ein wichtiger Beitrag zur Abwehr von Cyberangriffen auf kritische Infrastruktur.

Ing. Erwin Raffeiner, CEO von Sprecher Automation, bezeichnet Cyberangriffe auf kritische Infrastruktur als „Kanonenrohre der Zukunft“. Die F&E-Kooperation RAPID treffe daher „sehr punktgenau eine überlebenswichtige Zukunftstechnologie“. Softwaresysteme, die rund um die Uhr in der kritischen Strominfrastruktur im Einsatz sind, sollen in jedem Augenblick überwacht werden, ob eine Manipulation vorliegt – Angriffe sollen erkannt und entschärft werden, bevor sie Schaden anrichten.

Die im Projekt entwickelten Lösungen sollen auch in das in Linz entwickelte Digitalisierungssystem SPRECON einfließen. Damit kann Sprecher Automation über Vorgaben wie NIS2 und Cyber Resilience Act hinaus zusätzliche Sicherheitsfunktionen anbieten. Laut Raffeiner erhöhen die Innovationen die Versorgungssicherheit, stärken die Wettbewerbsfähigkeit der ausschließlich lokal produzierenden Technologieunternehmen und leisten einen Beitrag zur technologischen Souveränität Österreichs im Bereich kritischer Infrastrukturen.

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