KREMSTAL. Das Aus für Sikawild in Österreich rückt näher: Hintergrund ist eine EU-Verordnung, nach der Sikawild seit 2023 als „invasive gebietsfremde Art“ gilt. Neuaufbau, Zucht und Handel sind verboten, bestehende Bestände müssen bis August 2027 "auslaufen" – in der Praxis bedeutet das die Tötung tausender Tiere in Österreich, obwohl sie hier fast ausschließlich in gesicherten Gehegen leben.
e-steyr hat vor kurzem über die Sikaherde von Margit und Ernst Hiesmayr in Pfarrkirchen berichtet, die von dieser Regelung genauso betroffen ist wie rund 250 weitere Betriebe und rund 7000 Tiere im ganzen Land. Nun zeigt ein aktueller Fall aus dem Kremstal, wie existenziell die Lage für weitere Familienbetriebe wird – und welche Hoffnungen mit einem neuen Antrag auf Ausnahmeregelungen verbunden sind.
Antrag auf Ausnhameregelung als letzte Hoffnung
Auch Anita und Andreas Pichler vom Klausnergut in Inzersdorf im Kremstal wären von der „Null-Lösung“ der EU direkt betroffen. Im Jahr 2016 haben Anita und Andreas Pichler den elterlichen Hof übernommen, und im Jahr 2018 haben sie sich dazu entschlossen, die Landwirtschaft wieder selbst, nachhaltig und biologisch zu führen. Nach langen Überlegungen und vielen Betriebsbesichtigungen haben sich die beiden für Sikawild entschieden. Seither tummeln sich rund 60 Stück in einem 4,5 Hektar großen Gehege. Überzeugt hat letztendlich das geschmackvolle, qualitativ hochwertige Fleisch. Auch sie hoffen nun auf die von der OÖ. Landwirtschaftskammer geforderte Ausnahmeregelung.
„Wir sehen in der EU-Verordnung nicht den geringsten Sinn und wollen weiterhin Sikawild im Gehege halten“, sagt Anita Pichler.
In Oberösterreich gibt es 55 Sika-Wildbauern, die es auch weiterhin bleiben wollen. Für manche von ihnen ist die Verordnung existenzgefährdend. Der wirtschaftliche Schaden ist jedenfalls groß; er wird in Oberösterreich auf einige Millionen Euro geschätzt.
Unter bit.ly/sikawild kann man die derzeit laufende Petition unterzeichnen.
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Unten: Geht es nach Brüssel, müssen die 60 Tiere der Fam. Pichler im Kremstal sterben. Foto © Gerhard Hütmeyer
