KRONSTORF. Seit Sonntagfrüh ist die Baustelle “Volo Zwei” des Google-Rechenzentrums in Kronstorf Schauplatz eines Protests. Aktivisten der Initiative „Rechenzentrum? Nein Danke!“ besetzten nach eigenen Angaben gegen 8 Uhr das Dach der Baustelle. Parallel dazu findet vor dem Gelände eine weitere Kundgebung statt, die die Aktion unterstützt.
Die Gruppe richtet sich gegen das geplante Rechenzentrum und fordert von der oberösterreichischen Landesregierung sowie der Bundesregierung einen sofortigen Baustopp in Kronstorf und bei weiteren geplanten Rechenzentren in Österreich.
“Österreich ist nicht energieunabhängig. Das Rechenzentrum in Kronstorf wird mehr Strom verbrauchen als alle Haushalte in Oberösterreich zusammen. In Zeiten der Klimakrise ist das untragbar und die Politik muss das endlich ernst nehmen!” meint ein Sprecher der Initiative.
Im Mittelpunkt der Kritik stehen aus Sicht der Aktivisten der hohe Energie- Wasser- und Bodenverbrauch solcher Anlagen, deren Auswirkungen auf Klima und Umwelt sowie der Umstand, dass die Rechenleistung solcher KI-Rechenzentren von den Menschen gar nicht benötigt werde. Die Tatsache, dass man durch den ständigen Einsatz der eigenen Smartphones laufend Daten produziert und Rechenleistung beansprucht, sah man bei den Aktivistinnen und Aktivisten weniger kritisch.
Schlagzeilen und Proteste
Der Bau in Kronstorf sorgt seit einigen Wochen österreichweit für Schlagzeilen. Das Ausmaß des Strom-, Wasser- und Bodenverbrauchs löst zunehmend Sorge in der Bevölkerung aus, vor allem bei den Anrainern. Tatsächlich soll Googles „Hyperscaler“ in Kronstorf mit bis zu 4,4 Terawattstunden (TWh) zum größten Einzelstromverbraucher der Republik werden. Der Stromhunger der Infrastruktur könnte den Stromverbrauch Österreichs um bis zu 6 Prozent erhöhen.
Polizei: Versammlung verlief friedlich
Die Polizei teile in einer Presseaussendung mit, dass die Versammlung innerhalb des Baustellengeländes verlief friedlich. Augenscheinliche Beschädigungen am Baustellenareal oder an Fahrzeugen konnten nicht festgestellt werden. Die Polizei stellte die Identitäten der anwesenden Personen fest und beobachtete die weitere Lageentwicklung. Gegen 15:45 Uhr hatten alle Demonstranten das Baustellenareal verlasse.
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Unten: Vor dem Baustellengelände fand eine weitere Kundgebung von Aktivisten statt, die teilweise aus der Region aber auch aus anderen Teilen Öseterreichs stammen. Fotos © E-STEYR.COM



