STEYR / OÖ. Für über 200.000 Schülerinnen und Schüler, rund 22.000 Lehrerinnen und Lehrer an knapp 1.000 Schulen beginnt am kommenden Montag in Oberösterreich das neue Schuljahr. An den Volksschulen der Stadt Steyr haben sich 331 Kinder neu angemeldet, in Oberösterreich insgesamt knapp mehr als 15.000 ...
Deutschförderung
Im neuen Schuljahr ist auch die Verpflichtung gefallen, ab acht außerordentlichen Schülern am Standort separate Deutschförderklassen bzw. -gruppen einzurichten. Etwas mehr als die Hälfte der Schulen nutzt ab Herbst stattdessen schulautonome Modelle zum Deutschlernen im Klassenverband. Änderungen gibt es auch beim Zuteilungstest MIKA-D, der über den Status als außerordentlicher Schüler entscheidet. Unter anderem können Schüler mit positiver Beurteilung in allen Fächern bei einer positiven Leistungsprognose der Klassen- bzw. Schulkonferenz auch dann aufsteigen, wenn sie laut MIKA-D nur „mangelhaft" Deutsch beherrschen. Das gilt auch für die Übertrittsmöglichkeit von der Volks- in die Mittelschule. Schüler mit dem Ergebnis „ungenügend" müssen weiter das Jahr wiederholen. Im Schuljahr 2025/26 gab es in OÖ 139 Deutschförderklassen und 390 Deutschförderkurse.
Kopftuchverbot
Konkret sind ab dem Schuljahr 2026/27 für Mädchen unter 14 Jahren Kopfbedeckungen, die "das Haupt nach islamischen Traditionen verhüllen", an öffentlichen und privaten Schulen verboten. Trägt ein Mädchen in der Schule Kopftuch, müssen die Lehrkräfte die Schülerin zum Abnehmen auffordern. Passiert das nicht, folgt ein Gespräch der Schulleitung mit dem Mädchen und seinen Eltern. Bei weiteren Verstößen ist die Bildungsdirektion einzuschalten bzw. ein Verwaltungsstrafverfahren einzuleiten. In letzter Konsequenz sind Geldstrafen zwischen 150 und 800 Euro möglich. Diese können auch mehrfach verhängt werden.
Jahresmotto Schulsport: rausgehen, aufdrehen
Auf Initiative der ARGE Bewegung und Sport und der Bildungsdirektion steht der Sportunterricht seit Jahren jeweils unter einem bestimmten Motto. Unter dem Motto „RAUSGEHEN AUFDREHEN“ setzt der Sportunterricht an Oberösterreichs Schulen im Schuljahr 2026/27 einen besonderen Schwerpunkt auf Bewegung und sportliche Aktivität. Schülerinnen und Schüler sollen dabei neue Bewegungsformen und Sportarten kennenlernen, Freude an Bewegung entwickeln und zu einem aktiven Lebensstil motiviert werden. Begleitende Initiativen und die verstärkte Zusammenarbeit mit regionalen Sportvereinen schaffen zusätzliche Möglichkeiten, Sport auch über den Unterricht hinaus für sich zu entdecken. Ein Höhepunkt ist der Tag des Schulsports am 23. April 2027 mit vielfältigen Bewegungs- und Sportangeboten.
Schulsportbewerbe
Im vergangenen Schuljahr fanden in Oberösterreich 43 Schulsportbewerbe statt. Einige der Landesmeisterschaften dienen zugleich als Qualifikation für die Bundesmeisterschaften. Die Teilnehmerzahlen steigen dabei kontinuierlich. Das Angebot reicht von Aquathlon über verschiedene Ballsportarten, Gerätturnen, Schwimmen, Skilauf und Bouldern bis hin zu Ultimate Frisbee. Mit insgesamt rund 25.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern zählen die Schulsportbewerbe zu den größten Sportveranstaltungen des Landes. Im Mittelpunkt stehen dabei die Freude an der Bewegung, das gemeinsame sportliche Erlebnis und die Möglichkeit, sich im fairen Wettkampf mit anderen zu messen.
Erasmus-Kooperationen
Im Rahmen eines Erasmus+ KA2-Kooperationsprojekts arbeiten die Bildungsdirektion Oberösterreich, Partner aus Erlangen und die Pädagogische Hochschule der Diözese Linz (PHDL) im Bereich der Schulentwicklungsberatung zusammen. Beteiligt sind vier oberösterreichische und vier bayerische Schulen. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Schulen gut aufgestellt sein können, um drohende Schulabbrüche frühzeitig zu erkennen und ihnen gezielt entgegenzuwirken. Dazu werden Erfahrungen ausgetauscht, erfolgreiche Ansätze weiterentwickelt und Maßnahmen für die schulische Praxis erarbeitet. Kick-off ist im Oktober 2026.
Im Rahmen eines weiteren Erasmus+ KA2-Kooperationsprojekts arbeiten Belgien, Dänemark, Italien und Österreich zum Thema Berufsorientierung und Bildungsberatung zusammen. Im Mittelpunkt steht der Austausch bewährter Ansätze und Praxisbeispiele aus den einzelnen Ländern. Diese werden gemeinsam analysiert und weiterentwickelt. Der internationale Vergleich zeigt dabei, in welchen Bereichen bereits erfolgreiche Strukturen bestehen und wo noch Entwicklungspotenzial vorhanden ist. Die Ergebnisse und gewonnenen Erkenntnisse fließen abschließend in ein gemeinsames Handbuch ein, das als praxisorientierte Unterstützung für Berufsorientierung und Bildungsberatung dienen soll. Das nächste Projekttreffen findet im November 2026 in Österreich statt.
Aktionswoche: Ohne Journalismus keine Demokratie
Von 9. bis 13. November 2026 findet die zweite Demokratieaktionswoche statt. Die gemeinsame Initiative der Bildungsdirektion Oberösterreich, des OÖ. Presseclubs und der Pädagogischen Hochschulen rückt die Bedeutung von faktenbasiertem Journalismus für eine freie, gut informierte und demokratische Gesellschaft in den Mittelpunkt. Workshops, Fortbildungen und Veranstaltungen – darunter ein Vortrag von Martin Thür an der Pädagogischen Hochschule der Diözese Linz – setzen sich aus unterschiedlichen Perspektiven mit Journalismus und Demokratie auseinander.
„Mein Anspruch ist es, dass jedes Kind in Oberösterreichs Schulen die Chance bekommt, seine Talente zu entdecken, seine Fähigkeiten zu entwickeln und seinen eigenen Weg zu gehen. Schule muss dafür ein Ort sein, der Chancen eröffnet und Perspektiven schafft. Ein Ort, an dem wir Kinder und Jugendliche bestmöglich fördern, ihnen aber auch etwas zutrauen und Leistung einfordern. Wo Unterstützung notwendig ist, müssen wir diese gezielt anbieten. Gleichzeitig braucht ein gutes Miteinander klare Regeln, Verlässlichkeit und Orientierung. Bildung bedeutet deshalb weit mehr als die Vermittlung von Wissen. Schule begleitet junge Menschen in einer entscheidenden Phase ihres Lebens. Sie vermittelt Fähigkeiten und Kompetenzen, stärkt Selbstständigkeit und Verantwortungsbewusstsein und schafft die Grundlage dafür, dass junge Menschen ihren weiteren Weg selbstbewusst gehen können. Dabei müssen wir auch auf neue Herausforderungen reagieren und Schule laufend weiterentwickeln – ohne aus den Augen zu verlieren, worauf es im Kern ankommt: unsere Kinder bestmöglich auf ihre Zukunft vorzubereiten. Dafür leisten unsere Pädagoginnen und Pädagogen jeden Tag einen entscheidenden Beitrag. Sie begleiten, fördern und fordern unsere Schülerinnen und Schüler und geben ihnen Wissen, Orientierung und Rückhalt mit auf den Weg. Wenn wir unseren Kindern eine gute Bildung, echte Chancen und das notwendige Rüstzeug für ihr weiteres Leben mitgeben, dann stärken wir nicht nur jeden einzelnen jungen Menschen, sondern auch die Zukunft unseres Bundeslandes“, betont LH-Stv.in Mag.a Christine Haberlander.