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Keine Chance dem Darmkrebs – LKH Steyr bietet Vorsorge der Extraklasse

STEYR. Das Landes-Krankenhaus Steyr arbeitet weiter an seiner Vorreiterstellung in Sachen Darmkrebs-Prävention. Aktuell hat das Endoskopiezentrum ...

neuerlich das „Qualitätszertifikat Darmkrebsvorsorge“ erhalten und bietet damit höchste Standards bei Koloskopien – die Garantie für erfolgreiche Früherkennung von Magen- und Darmkarzinomen.

Das LKH Steyr setzt mit seiner Qualitätsoffensive einen wesentlichen Meilenstein in Sachen Volksgesundheit. Darmkrebs ist bei Männern die dritthäufigste Krebsart, bei Frauen die zweithäufigste. Gleichzeitig lässt sich Darmkrebs relativ einfach und zuverlässig früh erkennen und damit heilen.

Die Voraussetzung: Regelmäßige und internationalen Standards entsprechende Vorsorgeuntersuchungen: „Eine alle sieben bis zehn Jahre durchgeführte, qualitativ hochwertige Vorsorgekoloskopie bringt für die Darmkrebs-Vorsorge mehr als häufige Untersuchungen unter schlechten Qualitätsstandards“, erklärt OA Dr. Alexander Rothe, Facharzt für Chirurgie am LKH Steyr und Leiter des dortigen interdisziplinären Endoskopiezentrums.

„Wesentliche Merkmale einer qualitätsgesicherten Untersuchung sind die mögliche Sedierung der zu untersuchenden Person – also die sogenannte sanfte Koloskopie, klar definierte Hygienebestimmungen und spezielle Anforderungen an die Untersuchungsqualität.“

Genau definierte Qualitätskriterien

Die Qualitätssicherung in der Vorsorgekoloskopie beinhaltet zum Beispiel Kriterien wie die Beratung und Aufklärung bis spätestens 24 Stunden vor der Untersuchung. Zudem muss eine Sedierung angeboten und die Koloskopie zu einem hohen Prozentsatz (> 90%) bis ins Zökum (Blinddarm) durchgeführt werden, sowie eine hohe Detektions- und Abtragungsrate von Polypen bei gleichzeitig niedriger Komplikationsrate vorliegen. Bei allen Untersuchungen haben entsprechende Fotodokumentationen zu erfolgen. Auch die Nachbetreuung muss bis zu einem bestimmten Wachheitsgrad gewährleistet sein. Die Zahl der zu erbringenden Eingriffe ist dabei selbstverständlich entsprechend hoch. Darüber hinaus werden die Untersuchungsdaten – sofern die Einverständniserklärung des/der Patienten/Patientin vorliegt – in die gemeinsame Datenbank der Vereinigung „Qualitätszertifikat Koloskopie“ eingespeist. Damit ist eine objektive Überprüfung der Qualität von unabhängiger Stelle gewährleistet und eine Auswertung im österreichweiten Vergleich möglich.

Einzigartiges Verfahren zur Diagnose und Therapie

Darmkrebs ist zu 100 Prozent heilbar, wenn er frühzeitig erkannt wird. Und es bestehen gute Chancen dazu: Darmkrebs entwickelt sich meist langsam. Es dauert etwa fünf bis zehn Jahre, bis aus einer Vorstufe – einem gutartigen Adenom – durch fortgesetzte Genveränderungen ein bösartiger Tumor entsteht.

Der große Vorteil einer guten Koloskopie ist, dass sie als einziges Verfahren die genaue Inspektion der Dickdarmschleimhaut erlaubt, bei gleichzeitiger Möglichkeit Proben zu entnehmen und potentielle Krebsvorstufen, wie adenomatöse Polypen, schon bei der Untersuchung komplett zu entfernen. Und das mit großem Erfolg: Seit 1998 ist die Neuerkrankungsrate bei Männern um 24 Prozent gesunken, bei Frauen um 26 Prozent. Die Sterberate sank im gleichen Zeitraum um 30 Prozent bei den Männern, um 29 Prozent bei den Frauen.

Zurzeit wird die Durchführung einer Koloskopie im Rahmen der Vorsorgeuntersuchung bei Frauen und Männern ab dem 50. Lebensjahr alle zehn Jahre empfohlen. Die genauen Aufzeichnungen im Zuge der österreichweiten Qualitätszertifizierungen brachten ein weiteres interessantes Detail ans Tageslicht: „Männer erkranken im Vergleich zu Frauen durchschnittlich fünf bis zehn Jahre früher an einem fortgeschrittenen Adenom, sodass möglicherweise in naher Zukunft die Empfehlung lauten könnte, bei Männern die Vorsorgedarmspiegelung schon ab 45 Jahren durchzuführen“, ergänzt Dr. Rothe.

Unabhängig von der Vorsorgeempfehlung sollten von den Patienten Warnzeichen wie die kurzfristige Änderung von Stuhlgewohnheiten, z.B. Wechsel von Verstopfung und Durchfall, Blutbeimengungen oder Auflagerungen, Blässe oder Blutarmut ernstgenommen werden und eventuell mit einer Darmspiegelung abgeklärt werden. Hier dient auch der Hämoccult-Test beim Hausarzt als Möglichkeit im Stuhl verstecktes Blut zu detektieren. Dieser sollte daher im Sinne der Vorsorge schon ab dem 40. Lebensjahr einmal jährlich durchgeführt werden.

Zunehmendes Qualitätsbewusstsein in der Bevölkerung

Als erfreulich wird auch ein zunehmendes Qualitätsbewusstsein bei der Darmkrebs-Vorsorge in der Bevölkerung registriert. Das Team von „Qualitätszertifikat Koloskopie“ bekommt laufend Hinweise darüber, dass die Patient/innen nach dem Gütesiegel fragen und die zertifizierten Stellen stark frequentiert werden.

Die Liste der zertifizierten Ärztinnen und Ärzte bzw. Krankenhäuser kann unter http://www.oeggh.at/zertifikat/cms/index.php/arzt/arztsuche-2 abgerufen werden.


Im Bild v.l. Prim. Priv.-Doz. Dr. Christoph Ausch (Chirurgie), OA Dr. Gottfried Pilz (Innere Medizin), OA Dr. Alexander Rothe (Chirurg und Leiter des Endoskopiezentrums), OA Dr. Helmut Marzy (Innere Medizin), Endoskopie-Pflegefachkraft DGKPin Inge Pfaffenlehner.


OA Dr. Alexander Rothe, Facharzt für Chirurgie und Leiter des Endoskopiezentrums am LKH Steyr.


Betroffene erkundigen sich verstärkt nach zertifizierten Ärzt/innen in den Ordinationen bzw. Endozentren mit Gütesiegel.

Fotos: (c) gespag

 

 

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