STEYR. Die beliebten Zehentrenner prägen unser Straßenbild im Sommer. Längst sind die bequemen Flip-Flops aus Kunststoff zum geschätzten Schuhwerk aufgestiegen. Das weit verbreitete Sommerschuhmodell ist für unsere Füße jedoch keine Erholung und kann sogar zur Gefahr für unsere Gesundheit werden ...

Einfach hineingeschlüpft und fertig – vom Sandstrand bis zur City sieht man in der warmen Jahreszeit Flip-Flops an den Füßen. Die beliebten Sommerschuhe bedeuten aber Schwerarbeit für unsere Zehen und Füße. Besonders ungünstig sind sie für Wanderungen oder sportliche Aktivitäten: Die Gefahr umzuknicken ist groß, wenn dem Fuß der Halt fehlt. Sprunggelenksverletzungen sind eine häufige Folge.

Gesundheitlich bedenklich
Flip-Flops sind kaum das passende Schuhwerk für jede Lebenslage, und die Verletzungsgefahr ist hoch: „Weil der Halt fehlt, werden automatisch kleinere Schritte gemacht und der Fuß kann weniger energisch auftreten“, weiß Primar Dr. Wolfgang Riedelberger, Leiter der Abteilung für Unfallchirurgie am Klinikum Steyr. Gelenke und Muskeln müssen in den offenen Flip-Flops anders und stärker arbeiten als bei festem Schuhwerk. Die Zehentrenner haben kein Fußbett, das die Schritte dämpft und somit die Gelenke schont. Die Zehen müssen sich einkrallen und sind einer starken Belastung ausgesetzt. Über längere Zeit hinweg kann dies zu Schmerzen in Gelenken, Beinen und Füßen und sogar im Rücken führen. Fußfehlstellungen wie der Plattfuß, Hammer- und Ballenzehen drohen.
Die Trennriemen aus Plastik oder Stoff zwischen den Zehen können außerdem kleine Verletzungen und Blasen verursachen, vor allem, wenn die Füße schwitzen oder nass sind. Keime dringen ein und die Entstehung von Fußpilz wird begünstigt.

Gefahr im Straßenverkehr
Auch beim Autofahren sind die Zehenstegsandalen nicht ungefährlich: Wenn ungeeignetes Schuhwerk etwa durch Abrutschen vom Pedal zu einem Unfall führt, wird ein (Mit-)Verschulden angelastet. Wer mit dem Fahrrad unterwegs ist oder zu einer Stadtbesichtigung aufbricht, sollte dafür festes Schuhwerk wählen.

Top oder Flop?
Primar Wolfgang Riedelberger rät bei der Wahl des Schuhwerks, auf ein gutes Fußbett, stabilen Halt und Abwechslung zu achten. Wer auf die beliebten Zehentrenner nicht verzichten möchte, sollte diese nicht zu häufig und nur für kurze Wege tragen und seinen Füßen Abwechslung durch verschiedene Schuhmodelle gönnen.

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Primar Dr. Wolfgang Riedelberger, Leiter der Abteilung für Unfallchirurgie am Klinikum Steyr