STEYR. Was genau macht Menschen glücklich? Eine Frage, die ganze Heerscharen an Philosophen seit Jahrhunderten auf Trab hält. Das Engagement der Philosophen ist auch durchaus gerechtfertigt. Nahezu alle von uns, sind auf der Suche nach ihrem persönlichen Glück und wer es bereits gefunden hat, ist damit beschäftigt, es nicht zu verlieren ...

Mittlerweile sind auch sogenannte "Glücksforscher" auf der Suche nach Antworten und sie konnten tatsächlich wissenschaftlich nachweisen, dass Geld glücklich macht. Wie, echt jetzt? Ja, schon, aber nur bis zu einem gewissen Punkt. Über diesen Punkt hinaus hat es dann kaum noch Auswirkungen auf unser Glück. Stellen wir uns vor, eine Haushaltshilfe die 900 Euro im Monat verdient, würde zwei Millionen im Lotto gewinnen. Sie würde vermutlich eine deutliche und anhaltende Steigerung ihres Wohlbefindens erfahren, denn sie müsste sich keine Gedanken mehr darüber machen, wie sie ihre Kinder durchbringt und die Stromrechnung bezahlt.

Völlig anders würde sich der gleiche Gewinn auf einen Manager auswirken, der 200000 Euro im Monat einfährt. Er würde sich kurz freuen, aber Sportwagen, Penthouse und Gourmet-Tempel werden schnell zur Routine. Eine interessante Erkenntnis der Glücksforscher ist auch die Tatsache, dass Krankheiten nicht zwangsläufig unglücklich machen. Sie beeinflussen zwar das Wohlbefinden kurzfristig, verursachen aber nur dann dauerhaft Leid, wenn sich der Zustand verschlechtert oder permanent starke Schmerzen auftreten.

Glücklich verheiratet?
Zuerst mal Fakten. In den 80er und 90er Jahren, lag die Durchschnittliche Anzahl der Eheschließungen in Österreich pro Jahr bei 45.000. Im Jahr 2001 erreichte Sie mit knapp über 34.000 ihren tiefsten Wert seit der Nachkriegszeit. Im Jahr 2017 wurden in Österreich exakt 44.981 Ehen geschlossen. Die Ehe ist also wieder im Kommen Leute!

Immer schön langsam ihr Heiratswütigen! Auf der anderen Seite der Waage liegen ja noch die Scheidungen. Die Wahrscheinlichkeit einer Scheidung erhöhte sich zwischen den Jahren 1981 und 2007 von 26,5 auf beeindruckende 49,5 %. Uups! Haben da einige von uns die Worte „bis dass der Tod euch scheidet“ nicht so ganz verstanden? Nicht unbedingt. Man könnte auch der Ansicht sein, dass diese Formulierung nicht mehr zeitgemäß sein kann.

Ist dann vielleicht die Ehe als eines der Fundamente der Gesellschaft in Gefahr? Da bin ich sicher, denn sie ist als Lebensmodell längst nicht mehr alternativlos. Die Modelle Single, Langzeitbeziehung oder auch Offene Beziehung sind längst gesellschaftsfähig und ergeben für viele Menschen Sinn. Auf der anderen Seite war die Ehe, die von der Kirche einst wie eine uneinnehmbare Festung errichtet wurde, für viele Menschen und insbesondere für viele Frauen ein seelisch grausamer Ort fernab von Glück. Es ist also durchaus fraglich, ob wir der einstigen Stärke und Macht dieser Institution allzu sehr nachtrauern sollten.

Macht Liebe glücklich?
Und zwar die Liebe zwischen Mann und Frau bzw. zwischen gleichgeschlechtlichen Paaren. Wie sich bereits in Teil 5 andeutete, scheint Liebe glücklich und unglücklich zu machen. Und das sogar gleichzeitig wenn’s hoch kommt. Dabei kommt es zuerst einmal auf den Umstand an, ob das Gegenüber die Gefühle auch erwidern kann. Ist das der Fall, stehen die Zeichen vorerst auf Glück. Wer schon einmal unglücklich verliebt war, kennt auch die andere Seite und weiß, wie unglücklich diese Situation machen kann. Bei mir persönlich sind die Folgen daraus Übelkeit, Unfähigkeit zur Konzentration und Schlafstörungen. Kein sehr „glücklicher“ Zustand ;-).

Später ist dann der Verlauf einer Liebesbeziehung für Glück und Unglück entscheidend. Selbst eine grundsätzlich intakte Liebesbeziehung muss nicht zwangsläufig glücklich machen. Oftmals gehen die Erwartungen beider Partner nicht konform was die Gestaltung der Beziehung jetzt oder in der Zukunft betrifft. Der eine Partner braucht vielleicht viel Freiraum, während der andere die Nähe sucht. Der Wunsch nach Kindern könnte beim einen vorhanden sein, während der andere noch warten möchte oder, im schlimmsten Fall, keine Kinder möchte. Diese, oder eine Kombination aus diesen Faktoren, können dann zu einer Achterbahnfahrt zwischen Glück und Unglück führen. Ein derart instabiler Zustand macht uns auf Dauer eher unglücklich möchte ich meinen.

Meine Jugendliebe verarztet Ihre aus zwei gescheiterten Ehen verletzte Seele erfolgreich mit einer rezeptfreien Pille die wie folgt aussieht:

„Ich habe ein Haus gebaut, zwei Kinder zur Welt gebracht und jetzt bin ich glücklich!“

Chapeau meine Liebe! Eine derart lebensbejahende Einstellung spart einem den Therapeuten. Und da war ja auch das magische kleine Wort wieder - glücklich! Sie offenbarte mir auch was sie braucht um glücklich zu sein. Nicht weniger als Romantik, Vertrautheit, Aufmerksamkeit, Fürsorge, Verliebtheit, Liebe und Sicherheit. Kurz gesagt: das volle Programm. Dass die wenigsten Männer in der Lage sein werden, all das zu erfüllen, ist ihr durchaus bewusst.

Lektion 4: Geld kann glücklich machen, die Ehe tut das per se nicht. Ein klares „Ja“ zum Leben schafft gute Voraussetzungen und die Liebe schafft beides, Glück und Unglück.

Am ehesten lässt sich Glück also mit der Erfüllung unserer Erwartungen definieren. Treffen sie ein, macht uns das für einen unbestimmten Zeitraum glücklich. Treffen sie nicht ein, enttäuscht uns das. Als gegeben dürfen wir annehmen, dass bei jedem von uns täglich eine Vielzahl von Erwartungen entstehen, die sich dann erfüllen oder eben nicht. Je nachdem, wie lange die daraus entstehenden Glücks- oder Unglücksgefühle vorhalten, wird sich entscheiden, ob wir in Summe glücklich sind. Es gibt Menschen die fähig sind, unerfüllte Erwartungen schnell beiseite zu schieben. Andere wiederum müssen sich sehr lange damit beschäftigen. Die einen sind in der Lage, glückliche Momente zu speichern und immer wieder zu durchleben, andere machen genau das mit den unglücklichen.

Ich lege mich fest: Ob wir glücklich sind oder nicht, hängt in erster Linie von unseren Erwartungen ab. Dazu kommt dann noch der individuelle Umgang mit erfüllten oder nicht erfüllten Erwartungen. Wer sich tendenziell auf die schönen Ereignisse im Leben konzentrieren kann, hat die besseren Voraussetzungen, um glücklich zu sein.

Meine Jugendliebe schrieb mir unlängst einen Satz, der ihre derzeitige Lebenssituation beschrieb. Sie musste einen schmerzhaften Weg gehen, um diesen Satz heute schreiben zu können, soviel steht fest. Er war kurz und einfach: „Das Leben ist schön!“.

Damit lassen wir es heute enden, und auch Season 1 von #loveblogsteyr ist fast am Ende angekommen. Aber einen hab‘ ich noch ihr Liebenden! Ein letzter ist noch übrig und er gehört nur Dir, meine Liebe ...

#loveblogsteyr Jeden Sonntag Morgen!

#loveblogsteyr geschrieben von Peter Freyka
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