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LESERBRIEF: Wir sind keine Buhmänner, sondern Opfer!

LESERBRIEF. Das große Engagement für Straßenmusik in der Steyrer Innenstadt ist bestimmt eine gute Sache, die hier niemand in Frage stellen will. Nur gibt es auch viele Steyrer/innen, die tagtäglich damit leben müssen, weil sie hier wohnen und arbeiten ...

Besonders betroffen sind wir in der Engen Gasse. Wie der Name schon sagt ist es dort besonders schmal, das heißt der Lärm intensiviert sich und bricht sich nach oben.

Oft machen mehrere Musiker und Gesangsgruppen uns das Arbeitsleben schwer. Viele kommen auch als Musiker getarnt, um hier zu betteln. Niemand überprüft die Qualität der Musik. Aber wir mussten uns diese Misstöne täglich machtlos anhören. Endlich hörte die Politik unser Flehen und verordnete mit einem Beschluss, dass wir nur jeden zweiten Tag diese Zwangsbeglückung aushalten müssen. Wir konnten wieder bei offenen Geschäftstüren unsere Kunden beraten und mussten nicht ständig um Rücksicht betteln. Auch in den Büros in den Obergeschossen konnte wieder mühelos konzentriert gearbeitet werden. Die lärmgeplagten Bewohner atmeten auf. Jeder zweite Tag ist seither für uns Betroffene eine Wohltat, einfach eine gute Halbe-Halbe-Lösung.

Jetzt scheint es einigen Musikern, besonders Akkordeonspieler Valentin aus Bulgarien, gelungen zu sein, mit Unterschriften diese Verordnung wieder aufzuweichen. Er fürchtet um seinen einträglichen Lebensunterhalt. Niemand will ihm diesen auch streitig machen, aber wir haben auch unsere Bedürfnisse. Nicht täglich wollen wir mit dem Zillertaler Hochzeitsmarsch (lt. unseren Aufzeichnungen über 60 Mal am Tag) genervt werden.

 

Wir wollen auch nicht die Buhmänner sein, wir fühlen uns als Opfer!

Jetzt ist die Politik gefordert. Mit einer Einteilung in Zonen könnte dieser Zwist mühelos beseitigt werden. Zum Beispiel: Drei Tage Straßenmusik in der Enge und rechte Stadtplatzseite, die anderen drei Tage am Grünmarkt, Pfarrgasse, Brucknerplatz und linke Stadtplatzseite.

Das wäre doch eine faire Lösung für alle Beteiligten. Nachdem auch der bekannte Musikprofessor Gulda die Enge Gasse für Straßenmusik als äußerst ungeeignet bezeichnete, hoffen wir auf eine gute Entscheidung der Politiker bei der nächsten Gemeinderatssitzung.

Schenkt uns jeden zweiten Tag Ruhe! Vielen Dank!

 

Gabriele P. für die Angestellten und Geschäftstreibenden der Engen Gasse.

 


Der Inhalt dieses Leserbriefes wurde von der Redaktion nicht auf Richtigkeit und/oder Vollständigkeit geprüft und stellt nicht notwendiger Weise die Meinung der Redaktion dar. Für Rückfragen stehen wir per Mail unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! jederzeit zur Verfügung.

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